Grazer Stadt-TrüffelAuf Schatzsuche im Grazer Leechwald

Graz ist um einen besonderen Bodenschatz reicher: Ganze sieben Sorten Trüffel wachsen in den Stadtwäldern. Auf Schatzsuche kann man ab sofort bei geführten Wanderungen gehen.

Biologin Gabriele Sauseng mit einer ihrer Hündinnen © Stefan Pajman
 

Mit wedelnden Schwänzen, die Schnauzen tief im Buchenlaub vergraben, suchen Iuma und Camou hoch konzentriert den Waldboden ab. Es dauert tatsächlich nur ein paar Minuten, bis eine der beiden römischen Wasserhündinnen sich auf eine Stelle legt und vorsichtig zu graben beginnt. Biologin Gabriele Sauseng ist sofort mit einem Trüffelmesser zur Stelle: Der erste Bodenschatz ist gefunden!

Ganze sieben Arten und Varietäten haben Sauseng mit ihren Hündinnen und die Hundetrainerin Marion Weissenbrunner (mit Kooikerhondje-Dame Waquny) gefunden, seit sie von der GBG Graz mit der Kartierung der Stadtwälder beauftragt wurden, darunter auch die bei Feinschmeckern begehrte Burgundertrüffel (auch Herbsttrüffel). Diese ist zwar um einiges günstiger als die sündhaft teuren Alba- und Perigord-Trüffeln, erzielt aber immer noch Preise um 500 Euro pro Kilo.

Fotoserie: Auf Trüffelsuche im Leechwald

Ab Oktober werden in Graz geführte Trüffelwanderungen angeboten. Zum Auftakt gab es eine Kostprobe für Presse und Politik im Grazer Leechwald.

Stefan Pajman

Schon nach ein paar Minuten Gehzeit fanden die beiden speziell ausgebildeten Hündinnen der Rasse Lagotto Romagnolo (römischer Wasserhund) den ersten Bodenschatz ....

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... Burgundertrüffeln, die unterirdisch im Boden des Grazer Stadtwaldes wachsen.

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Biologin und Trüffelexpertin Gabriele Sauseng mit Vizebürgermeister Mario Eustacchio

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Trüffel-Team: Stadtrat Günter Riegler, Vizebürgermeister Mario Eustacchio, GBG-GF Günter Hirner, Genusshauptstadt-Leiterin Waltraud Hutter, Stadt-Oberförster Peter Bedenk, Naturschutzbeauftragter Wolfgang Windisch, Biologin Gabriele Sauseng, Hundetrainerin Marion Weissenbrunner

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Stadtrat Günter Riegler mit den Trüffel-Schnüffel-Profis

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Der Naturschutzbeauftragte Wolfgang Windisch und Genusshauptstadt-Motorin Waltraud Hutter ("Dass es in Graz ein Trüffelvorkommen gibt, das setzt der Genusshauptstadt die Krone auf")

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GBG-Geschäftsführer Günter Hirner: "Durch die Wanderungen soll der Grazer Trüffel, der direkt aus den städtischen Wäldern kommt und ein wahres Naturprodukt ist, noch stärker bekannt gemacht werden."

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Ima (5) und Camou (4)

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Der begehrte Fund: Eine Burgundertrüffel - die nach Alba- und Perigordtrüffel drittteuerste Trüffel kostet pro Kilogramm 300-600 Euro, in Extremfällen sogar bis zu 1000 Euro

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Genusscoach Sabine Flieser-Just und das Eckstein-Team sorgen für die Verkostung

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Angst, dass mit nach der erfolgreichen Schatzsuche im Leechwald nun Goldgräber-Stimmung herrscht, hat man seitens der Stadt Graz aber keine. Einerseits hat man ohne speziell ausgebildete Hunde kaum eine Chance, die unterirdisch wachsenden Pilze aufzustöbern. Andererseits dürfte man im unwahrscheinlichen Fall eines Trüffel-Fundes gar nichts ausgraben: Im Gegensatz zum „Schwammerlklauben“ handelt es sich bei Trüffeln um eine Art Bodenschatz, der nicht ohne Genehmigung des Eigentümers entnommen werden darf.

Lizenzen wie etwa in Italien will Graz nicht vergeben. Stattdessen bietet die Grazer Waldschule ab sofort Trüffelwanderungen im Leechwald an. Dabei wird Wissenswertes rund um das Thema Trüffel und Nachhaltige Waldbewirtschaftung vermittelt und anschließend besteht die Möglichkeit, die gefundenen Trüffel im zu verkosten.

Der Unkostenbeitrag für die mehrstündige, geführte Trüffelwanderung inkl. anschließender Verkostung beträgt 29 Euro für Erwachsene und  19 Euro für Kinder. Anmeldungen sind ab sofort unter waldschule@gbg.graz.at möglich.

Termine: 7., 10., 12., 17. und 19. Oktober und 7. November; jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Das ist aber noch nicht alles: Unter der Federführung von Graz Tourismus bzw. Genuss Hauptstadt Graz wird nächstes Jahr anlässlich des 10 Jahres-Jubiläums von Genuss Hauptstadt Graz ein Trüffelfestival in Graz stattfinden: Neben einem Markt mit Trüffelausstellern aus Italien, Frankreich, Kroatien und Österreich soll es eine anschließende Auktion der begehrtesten Trüffeln geben, die Grazer Gastronomen sorgen für kulinarische Highlights.

Trüffel

Trüffel gehören zu den echten Schlauchpilzen und sind nach Überlieferungen bereits im alten Ägypten beliebt gewesen.

Die teuerste Trüffel ist die weiße Albatrüffel (Tuber magnatum pico). Ein Kilogramm kostet bis zu 9.000 Euro, in Japan angeblich sogar bis 15.000 Euro. Auch für die Perigordtrüffel (Tuber melanosporum) sind noch 2,00 Euro pro Gramm sind durchaus „normal“. Die Preise von Trüffeln schwanken jedoch sehr und sind abhängig von der individuellen Ernte eines Jahres und der jeweiligen Nachfrage.

In Graz wurden sieben Arten bzw. Varietäten entdeckt: Die Burgunder- oder Herbsttrüffel (Tuber aestivum var. uncinatum), die Sommertrüffel (Tuber aestivum), die Wintertrüffel (Tuber brumale), die Bitumentrüffel oder Gekrösetrüffel (Truber mesentericum), die Hohl- oder Holztrüffel (Tuber excavatum), die rotbraune Trüffel (Tuber rufum) und die Stinktrüffel (Tuber foetidum). Die letzten drei Sorten sind nicht essbar.

In früheren Zeiten wurden Trüffel mit Trüffelschweinen gesucht. Dies geschieht heute jedoch nur noch für Touristen, da Schweine beim Ausgraben im Allgemeinen großen Schaden an den Wurzelspitzen anrichten und die Trüffel am Liebsten selbst fressen. Die heute am weitesten verbreitete Art, Trüffel zu suchen, geschieht mit speziell ausgebildeten Trüffelhunden (insbesondere der Rasse Lagotto Romagnolo). 

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