Bilanz600.000 Steirer fahren mit Öffis

Verkehrsclub Österreich fordert weiteren Ausbau - zugunsten von Luftqualität, Klimabilanz und immer flexibler werdenden Arbeitszeiten.

Mit Bim, Bus und Bahn zu fahren, wird in der Steiermark immer beliebter
Mit Bim, Bus und Bahn zu fahren, wird in der Steiermark immer beliebter © Jürgen Fuchs
 

Bereits rund 600.000 Steirerinnen und Steirer über 15 Jahre fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer des Öffentlichen Verkehrs ist in der Steiermark in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. So waren im Erhebungsjahr 2015 um rund 100.000 Steirer mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs als im Erhebungsjahr 2011. Nicht inkludiert sind darin Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren.

Der VCÖ spricht sich für den weiteren Ausbau der Öffentlichen Verkehrsverbindungen in der Steiermark aus. Für den Ballungsraum Graz ist es wichtig, dass durch mehr Bahn- und Busverbindungen weniger mit dem Auto in die Stadt fahren. Zudem sind die regionalen Zentren gut an das öffentliche Verkehrsnetz anzubinden. "Ein gutes öffentliches Verkehrsnetz macht die Regionen auch für junge Familien wieder attraktiv", weist VCÖ-Experte Gansterer auf den wirtschaftlichen Zusatznutzen für die Regionen hin.

Wenn es gelingt, dass mehr vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, verbessern sich nicht nur Luftqualität und Klimabilanz, sondern es können damit auch Staus und Parkplatzprobleme deutlich verringert werden. So kann eine S-Bahn rund 490 Personen transportieren. Beim aktuellen Besetzungsgrad von 116 Personen pro 100 Autos, sind 420 Pkw unterwegs, um 490 Personen zu transportieren. Aneinandergereiht ergeben 420 Autos stehend eine fast zwei Kilometer lange Autokolonne, verdeutlicht der VCÖ.

Darüber hinaus sind auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten häufigere Verbindungen nötig. "Die Arbeitszeiten werden flexibler, die Teilzeitbeschäftigung hat stark zugenommen", weist VCÖ-Experte Gansterer auf die Veränderungen am Arbeitsmarkt hin. Es gibt in Österreich bereits mehr als 1,2 Millionen Teilzeitbeschäftigte, das sind um rund 50 Prozent mehr als im Jahr 2005.

Verbesserungsbedarf sieht der VCÖ auch bei der Erreichbarkeit von Bahnhöfen und Haltestellen mit anderen Öffentlichen Verkehrsmitteln sowie mit dem Fahrrad und zu Fuß.