Graz: Jeder 4. Volksschüler MuslimMehr Muslime als Katholiken in den Wiener Pflichtschulen

Knapp 32.000 muslimische Schüler gehen in Wiener Volksschulen oder Neue Mittelschulen, nur noch knapp 30.000 Pflichtschüler sind katholisch. Zum Vergleich: In Grazer NMS sind 34,23 Prozent Muslime und 42 Prozent Katholiken.

Muslimen-Anteil in Pflichtschulen steigt stark
Muslimen-Anteil in Pflichtschulen steigt stark © APA/dpa/Frank Rumpenhorst
 

In den Pflichtschulen der Bundeshauptstadt sind muslime Schüler bereits in der Mehrheit. Katholiken sind nur noch auf Platz zwei. Die drittgrößte Gruppe sind die Schüler ohne Religionsbekenntnis, zeigen aktuelle Zahlen, berichtet der Kurier.

In der steirischen Landeshauptstadt zeigen die im vorigen Schuljahr erhobenen Zahlen (jene fürs aktuelle werden erst erhoben), dass auch hier der Anteil muslimischer Schüler in den Pflichtschulen in den letzten Jahren stark gestiegen ist.

Jeder dritte Neue-Mittelschüler in Graz muslimisch

So beträgt an Grazer Volksschulen der Anteil der Kinder mit islamischem Unterricht rund 25 Prozent. Mehr als die Hälfte der Kinder sind für römisch-katholischen Unterricht angemeldet, für den evangelischen sind es nur rund sieben Prozent. An den Neuen Mittelschulen der Landeshauptstadt sitzen gut ein Drittel Muslime, rund 42 Prozent Katholiken und drei Prozent Protestanten im Religionsunterricht.

Hingegen liegt in der restlichen Steiermark der Anteil der Muslime in Volksschulen nur zwischen 0,86 in Deutschlandsberg bis etwa zehn Prozent im Bezirk Liezen. Es zeigt sich also ein klares "Stadt-land-Gefälle".

 

Klares Stadt-Land-Gefälle.
Klares Stadt-Land-Gefälle. Foto © Kleine Zeitung Grafik

Von einer „Islamisierung“ könne man in der Steiermark angesichts dieser Statistik freilich nicht reden, sagte der Schulamtsleiter der Diözese Graz-Seckau, Walter Prügger, der für die 900 katholischen Religionslehrer zuständig ist Anfang des Jahres zur Kleinen Zeitung. Es gebe in der Landeshauptstadt rechts der Mur eben Schulstandorte, wo für fünf bis sieben unterschiedliche Konfessionen Religionsunterricht stattfinde. „Und hier planen wir schon Projekte und wollen gemeinsam Neuland beschreiten.“

Nach dem Vorbild Wien will man gemeinsame Unterrichtsprojekte starten: Religionslehrer und Kinder verschiedener Glaubenrichtungen sollen gemeinsam arbeiten und einander kennenlernen. Ali Kurtgöz, der für 50 Pädagogen zuständigen Fachinspektor für islamischen Religionsunterricht an Pflichtschulen, signalisierte Sympathie für die Pläne. Auch gegenseitige Moscheen- und Kirchenbesuche seien Thema: „Die Kinder sollen mehr über die jeweils andere Religion erfahren.“

Diskussion um Ethik-Unterricht neu entfacht

Die Wiener Zahlen sorgen einmal mehr dafür, dass eine Plattform aus Politikern und Experten die flächendeckende Einführung des Ethikunterrichts fordert. Trotz guter Erfahrungen mit Schulversuchen sei seit Jahren nichts unternommen worden, kritisierten Eytan Reif von der Initiative Religion ist Privatsache, der auch für die Liste Pilz kandidiert, Grünen-Bildungssprecher Harald Walser sowie die Wissenschafter Heinz Mayer und Anton Bucher.

Vom Religionsunterricht abgemeldete Schüler haben derzeit ohne Schulversuch eine Freistunde. In Schulen mit Schulversuch müssen sie dagegen verpflichtend am Ethikunterricht teilnehmen - was tendenziell die Attraktivität der Abmeldung vom Religionsunterricht einschränkt.

Evaluation durchgeführt

Zwar gibt es nach wie vor feine Unterschiede in den Forderungen. Die etlichen Schulversuche, die seit 20 Jahren unternommen werden, sollen aber endlich allgemein greifen, forderten die Organisatoren einer Pressekonferenz am Dienstag. Ein Fach "Ethik und Religionen" schwebt dabei Bucher, der an der Universität Salzburg lehrt, vor. Der Religionspädagoge und Erziehungswissenschaftler hat bereits 2001 eine vom Bildungsministerium in Auftrag gegebene Evaluation der Schulversuche durchgeführt.

Seitdem sei so gut wie nichts geschehen, bedauerte auch Verfassungsrechtler Mayer "die traurige Geschichte des Ethik-Unterrichts". Seine Befürchtung: Mündige und kritische Bürger seien der "politischen Herrschaft unangenehme Partner". Heranwachsende sollten sich nicht mit einfachen Antworten begnügen. Werterelativismus gehöre etwa den Lehren monotheistischer Religionen, die potenziell autoritäre Strukturen berücksichtigten, gegenübergestellt.

"Religionsunterricht nicht in die Hinterhöfe verlagern"

Auch Walser fordert die baldige Einführung eines Ethikunterrichts, auch wenn es weiterhin konfessionellen Religionsunterricht auf freiwilliger Basis geben solle, denn: "Wir dürfen den Religionsunterricht nicht in die Hinterhöfe verlagern." Vor allem in Zeiten politischer Agitation mit oder auch durch den Islam sei der Bedarf umso größer. "Da haben wir Handlungsbedarf", so der Grüne. Eltern und Lehrer würden das Thema zudem viel pragmatischer sehen als die Politik.

Laut Reif von der Initiative Religion ist Privatsache ist der derzeit praktizierte Religionsunterricht - mit Möglichkeit zur Abmeldung - "historisch gewachsen, aber unredlich". Es gehe auch nicht darum, Wissen über Religionen nicht zu vermitteln, sondern auch Gegenthesen zu vermitteln. Für Reif gehört auch das Lehrpersonal strikt getrennt: "Entweder Ethik oder Religion, aber nicht beides", meint er. Selbst trennt er den Auftritt mit Walser von seinem Engagement für die Liste Pilz, wie er betonte.

Kommentare (14)

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diss
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Leider!

Ergebnis der irrationalen Willkommen-Politik!
Ungarn und Polen schützen ihre Kultur wesentlich besser als unsere Politiker!

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DavidgegenGoliath
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Auch unsere Bundeskanzler gibt seine Kinder lieber in eine Privatschule,

als in eine Ausländerklasse!

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SoundofThunder
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🤔

Und warum wollen unsere Jugendlichen keine Kinder mehr?

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DavidgegenGoliath
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@sound

Wie kommen sie zu dieser Aussage?

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hering
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Samma schon soweit!

Lest die Geschichte von Mohamed und was der so verbreitet hat!
Das ist alles so gewollt und wird noch schlimmer.
Principiis obsta !!

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wintis_kleine
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Wenn die drittgrößte Gruppe

jene Schüler und Schülerinnen ohne Bekenntnis ist, dann ist nicht zwangsläufig die prozentuelle Steigerung auf die zusätzlichen Kinder mit islamischen Bekenntnis zurückzuführen (das wird es wohl auch sein).
Vielleicht sollte sich aber unsere Kirche, der wir ja "so verbunden" sind einmal überlegen, warum es so viele "NichtmigrantInnen" ohne Bekenntnis gibt.
Dann wäre die Schieflage schon einmal wieder etwas entschärft.
Aber vermutlich sucht die Kirche ja auch die Schuld immer bei den Anderen, ähnlich wie in der Politik - da bleiben sich die beiden gegenseitig kaum etwas schuldig.

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heckiw
27
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Warum?

Muß die Kl. Zeitung unbedingt diese Nachricht bringen? Um noch mehr Angst und Hass zu erzeugen?
Das ist doch Wasser auf Straches ( und mittlerweile auch Kurz' ) Mühlen!
Morgen schreien alle wieder!
Aber heute und auch schon gestern, keine einzige Zeile vom Erdbeben in Mexiko!
Ich dachte, ich lese eine neutrale Zeitung.
Da kann ich ja gleich zur "Krone" wechseln.

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SDWH
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Die Wahrheit

passt anscheinend einigen nicht. Wenn ihr rechnen könnt, dann wisst ihr wie lange es in Österreich nocht katholiken gibt!!

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pantau
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nicht gewusst?

die kleine zeitung ist die krone für ministranten!
;-)

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plolin
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Das muss geändert werden.

Sonst bin ich im eigenen Land ein Fremder. Beängstigend.

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DavidgegenGoliath
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Unser BP VdB hat Recht, wenn er sagt wir müssen bei der Wahl an die Zukunft unserer Kinder denken!

Ich will nicht, dass mein Enkelkind in einen muslimischen Österreich aufwächst!

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Katschy
1
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Österreich ist kein muslimisches Land!

Und so soll es auch bleiben, wenn eine Schieflage entsteht, hat die Regierung Maßnahmen zu setzen das zu verhindern!

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pantau
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und welche sollen das sein?

auf dem umstand herumhacken kann jeder - lösungen sind gefragt!

sofern das überhaupt ein problem ist, welchen mond unsere kinder anheulen...

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haenschen49
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na ja

die grössten Krokodilstränen vergiessen eh diejenigen die eine Kirche nur bei Begräbnissen besuchen

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