Vor der Generalsanierung Gleinalmtunnel bis Freitag gesperrt

Bis Freitagfrüh gibt es in beiden Gleinalmtunneln eine Totalsperre - wegen der Vorbereitung für die Sanierung der alten Röhre. Ab Freitag rollen die Fahrzeuge dann mit Gegenverkehr durch die neue Röhre. Vom alten Tunnel bleibt im Zuge der Sanierung nicht viel mehr als das Loch übrig. Für Nostalgiker: Video von einer der letzten Fahrten durch die 39 Jahre alte Röhre.

Mittwochabend um 20 Uhr schließt sich die Einfahrt der alten Gleinalmtunnel-Weströhre für den Verkehr - für zwei Jahre © Jürgen Fuchs
 

Bis 20 Uhr hatten Nostalgiker unter den Autofahrern am Mittwoch die Chance, noch einmal durch die alte Gleinalmtunnel-Röhre zu fahren, ehe dort die Lichter ausgehen. Knapp zwei Monate nach der von vielen Autofahrern heiß ersehnten Eröffnung des neuen Gleinalmtunnels (der Verkehr rollte seither in der neuen Hightech-Röhre zweispurig Richtung Norden und einspurig im alten Tunnel Richtung Süden) heißt es nun wieder für längere Zeit: Achtung, Gegenverkehr!

Ab Freitag, dem 15. September, wird die 1978 eröffnete und technisch mittlerweile überholte Weströhre des 8,3 Kilometer langen Nadelöhrs entlang der Pyhrnautobahn (A 9) generalsaniert.

Wegen der Vorbereitungsarbeiten für die Sanierung ist laut Asfinag jedoch zwischen Mittwoch, 20 Uhr bis Freitagfrüh eine Totalsperre beider Gleinalmtunnel-Röhren notwendig.

>>Hier ein Video für automobile Nostalgiker - eine der letzten Fahrten durch die alte Gleinalmröhre am Mittwochvormittag:

Eine der letzten Fahrten durch die alte Röhre

„Übrig bleibt nur ein Loch im Berg, in das wir einen neuen Tunnel bauen“, erklärt Asfinag-Bauleiter Herwig Moser, der nach dem Bau der neuen Oströhre nun vor seinem nächsten Großprojekt (Projektvolumen 80 Millionen Euro) steht. Bis Ende 2019 gilt es, 70.000 Kubikmeter Abbruchmaterial wegzuschaffen. Fahrbahn, Elektrik und Zwischendecke werden komplett erneuert und neueste Sicherheitssysteme eingebaut.

Tunnelsperren im September

In den nächsten Tagen stehen auf steirischen Autobahnen zahlreiche Tunnelsperren an:

Gleinalmtunnel: Wegen Vorbereitungen zur Sanierung der alten Röhre ist die A 9 zwischen Deutschfeistritz und St. Michael komplett gesperrt von Dienstag, (12. 9.) um 20 Uhr, bis Mittwoch,
5 Uhr früh, sowie durchgehend von Mittwoch (13. 9.), 20 Uhr, bis Freitag, 5 Uhr. Umleitung über Bruck.

Plabutschtunnel: Wegen Sanierungsvorbereitung ist der Tunnel von Donnerstag (14. 9.), 20 Uhr, bis Freitag, 5 Uhr, in beide Richtungen gesperrt. Umleitung durch Graz.

Herzogbergtunnel: Hier wird die Lüftung saniert. Die Südautobahn (A 2) ist von Steinberg bis Packsattel (Richtung Kärnten) am Samstag (9. 9.), ab 19 Uhr, bis Sonntag, 6 Uhr, gesperrt (Transitumleitung ab Mooskirchen). Weitere Nachtsperren am 16. 9. und 23. 9. Weil die Strecke ohnehin zu ist, werden hier in der Zeit auch der Kalcherkogel- und Mitterbergtunnel saniert.

Achtung, Gegenverkehr!

Die Umstellung des neuen Tunnels auf Gegenverkehr (es gilt Tempo 80 mit Section Control) erfordert zuvor einige Totalsperren der Strecke zwischen Deutschfeistritz und St. Michael (siehe Info). „Zwischen den Fahrspuren wird eine doppelte Sperrlinie mit Kunststoff-Laschen installiert, auch die Verkehrszeichen müssen zum Teil umgedreht und die Lüftung umgestellt werden“, erklärt Asfinag-Sprecher Walter Mocnik.

Gleinalmtunnel: Von 1978 bis heute

Am 12. August 1978 wurde u.a. mit Bundespräsident Rudolf Kirschläger der  32,6 Kilometer lange Abschnitt der Pyhrnautobahn zwischen Graz und St. Michael eröffnet. Dessen Herzstück: Der 8,3 Kilometer lange Gleinalmtunnel.

Max Behounek

Die Kleine Zeitung berichtete ausführlich  - und wies auch auf die Problematik hin, dass es sich um einen einröhrigen Gegenverkehrstunnel handelt.

Der 6. August 2001 war der traurigste Tag in der fast 39-jährigen Geschichte des alten Gleinalmtunnels.

(c) APA (LAndesfeuerwehrkommando/Oswald)

Ein Grazer Autofahrer (damals 40) kam auf die Gegenfahrbahn und prallte gegen das Auto, in dem eine sechsköpfige holländische Familie saß.

(c) AP (C OSWALD)

Von der sechsköpfigen holländischen Familie überlebte nur Ymke, die damals 11 Jahre war. Ein Feuerwehrmann hatte bei ihr das Feuer auf der Kleidung mit bloßen Händen gelöscht.

(c) AP (REMUS)

Der Vater, die Mutter und drei Kinder zwischen 8 und 18 Jahren starben in den Flammen.

(c) APA (LAndesfeuerwehrkommando/Oswald)

Der Grazer Autofahrer und dessen zwei Töchter konnten schwer verletzt gerettet werden.

(c) AP (REMUS)

Ymke wurde später von ihrer holländischen Tante adoptiert.

(c) AP (C OSWALD)

Der traurige Unfall hatte auch zur Folge, dass Tunnel-Sicherheitsmaßnahmen verstärkt wurden.

(c) APA (LEopress)

Auch die Planung für die zweite Gleinalmtunnel-Röhre schritt in der Folge voran.

(c) APA (LEopress)

Im Oktober 2013 war dann der Baubeginn für die neue, zweite Röhre (Oströhre) des Gleinalmtunnels.

Michaela Egger

Die Tunnel-Durchschlagsfeier erfolgte im März 2015 mit dem damaligen Landeshauptmann Franz Voves.

(c) GERNOT EDER

Tunneldurchschlagsfeier.

Eder

Am 9. Juli 2015 gab es den nächsten gefährlichen Feuerunfall - gottseidank unmittelbar vor dem Tunnel (Südportal) und nicht im Tunnel. Ein Auto krachte in einen Wohnwagen, der Feuer fing. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.

KK

Am 4. August 2016 kam es im Tunnel zum nächsten folgenschweren Brand, der mitten in der kritischen Hauptreisezeit eine dreiwöchige Sperre des Tunnels notwendig machte.

(c) APA/FEUERWEHR (UNBEKANNT)

Ein zu einem Campingmobil umgebauter Bus einer dänischen Familie brannte völlig aus und beschädigte auch die Tunnelanlage schwer.

(c) APA/ELMAR GUBISCH (ELMAR GUBISCH)

In nur 21 Tagen schaffte es das Tunnelbau-Team unter Anleitung von Herwig Moser, die Beschädigungen auszubessern. Ursprünglich ging man von einer sechswöchigen Tunnelsperre aus.

Ulrich Dunst

Moser in einem Querschlag zwischen altem und neuem Gleinalmtunnel.

(c) GERNOT EDER

Am 21. Juli 2017 war es soweit: Die neue Gleinalmtunnelröhre wurde am Vormittag eröffnet. Der Verkehr fließt nun bis Mitte September zweispurig im neuen Tunnel Richtung Norden und einspurig im alten Tunnel gen Süden.

(c) FUCHS Juergen

Moser zeigt auf die "Ohren des Tunnels" - das akustische Monitoring nimmt ungwöhnliche Geräusche frühzeitig wahr, damit der Tunnel bei Unfällen schnell gesperrt werden kann.

(c) Jürgen Fuchs

Jetzt glänzt er noch, der neue Tunnel. Ab September, wenn der alte Tunnel saniert wird, fließt der Verkehr im neuen mit Gegenverkehr.

(c) Jürgen Fuchs

In den Jahren 2018/2019 werden dann auch die Mautstellen in St. Michael und vor dem Bosrucktunnel erneuert.

(c) KANIZAJ MARIJA-M.
(c) KANIZAJ MARIJA-M.

Am Freitag, 21. Juli 2017 war es dann soweit: Die zweite Gleinalmtunnelröhre wurde eröffnet. Im Bild: Asfinag-Vorstand Alois Schedl, Infrastrukturminister Jörg Leichtfried und Verkehrslandesrat Anton Lang vor dem neuen Tunnelportal.

(c) oliver wolf

Freigabe der zweiten Röhre mit: Asfinag-Geschäftsführer Alexander Walcher, Landesrat Anton Lang, Verkehrsminister Jörg Leichtfried, Tunnelpatin Ingrid Voves, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Vorstand Alois Schedl, Bürgermeister Karl Fadinger aus St. Michael, Asfinag-Geschäftsführer Gernot Brandtner und der Übelbacher Bürgermeister Markus Windisch vor dem neuen Tunnelportal.

(c) oliver wolf
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Auch Mautstelle wird bald erneuert

Fahrer größerer Gefährte werden sich über diese Nachricht freuen: Die Mautstellen Gleinalm und Bosruck sollen bis 2019 ebenfalls erneuert werden. Vor allem jener in St. Michael (Gleinalm) ist anzumerken, dass die Spurbreite angesichts der heutigen Pkw-Größen schon zu schmal ist.

Nachtbaustelle Plabutschtunnel

Mehr als 1000 Umleitungen des Verkehrs in nur zwei Jahren macht das nächste Asfinag-Großprojekt nötig: Zum 30. Geburtstag wird auch der zehn Kilometer lange Plabutschtunnel saniert. Bis Herbst 2019 soll dies aber ausschließlich zwischen 20 Uhr abends und 5 Uhr früh bzw. an Wochenenden geschehen. Für erste Baustellenvorbereitungen gibt es nächste Woche eine Sperre, wirklich gebaut wird ab Anfang November, gut einen Monat später als geplant.

Auch im Packabschnitt der Südautobahn (A 2) wird nächste Woche in mehreren Tunnels gearbeitet (s. unten), umgeleitet wird ab Mooskirchen über die Packer Bundesstraße B 70.

Tunnelkette Klaus ist fertig

Einen Lichtblick im Tunnel gibt es indes nördlich der steirischen Grenze auf der A 9: Die aus den Staumeldungen bekannte „Tunnelkette Klaus“ in Oberösterreich (vier Tunnel hintereinander wurden bisher einröhrig geführt) ist ab 15. September in zwei Röhren ohne Gegenverkehr befahrbar.

 

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