ObersteiermarkMehr als 550 Feuerwehrleute im Unwettereinsatz

Schwere Unwetter am Donnerstagabend. Hagel durchlöcherte Dächer, Hochwasser vermurte Straßen, Felssturz am Grimming. Auch eine Frau wurde verletzt.

Gams
Durchlöchertes Dach in Gams bei Hieflau © Feuerwehr/Christan Hollinger
 

Noch einmal in diesem Sommer stieg am Donnerstag die Quecksilbersäule in der Steiermark stellenweise auf über 30 Grad. Doch der vermutlich letzte Hitzetag des Jahres endete in der Obersteiermark mit teils heftigen Gewittern. Zunächst zog eine Front über das Ausseerland und das Ennstal, noch stärker waren aber die Unwetter im Bereich des Gesäuses und des Salzatals. Mehrere Bäche traten binnen kurzer Zeit über die Ufer. Es kam zu Vermurungen, Straßen und Keller wurden überflutet, Brücken weggerissen, der Hagel beschädigte Dächer und Autos. Am Grimming kam es zu einem Felssturz - die Landeswarnzentrale prüft am Freitag, ob Evakuierungen nötig sind. Rekordverdächtig waren auch die Regenmengen: In Mooslandl fielen innerhalb von zehn Minuten 28 Liter pro Quadratmeter. Und heute drohen wieder Unwetter.

Hangrutschungen und Straßensperren

Durch Hangrutschungen waren die Nachwirkungen des Unwetters für Autofahrer noch am Freitag spürbar:
B 115: Zwischen Hieflau und Kirchlandl ist nur ein Fahrstreifen befahrbar.
L 705: Zwischen St. Gallen und Großreifling Sperre in beiden Richtungen.

Einsatzbilanz

Allein im Bezirk Liezen waren am späten Abend laut Bereichsfeuerwehrverband 33 Feuerwehren - auch aus Oberösterreich - mit rund 550 Kräften im Unwettereinsatz. Schwerpunkte der Einsätze waren einerseits der Raum Gröbming sowie die Region um St. Gallen und die Großgemeinde Landl. Auf der B 320 bei Diemlern krachten im Unwetter ein Sattelschlepper und ein Pkw zusammen. Verletzt wurde dabei niemand, die Bundesstraße musste jedoch vorübergehend komplett gesperrt werden.

Unwetter im Raum Gröbming

Vom Unwetter schwer getroffen wurde der Ortsteil Gams bei Hieflau (Gemeinde Landl). Hier hat der Hagel ganze Dächer durchlöchert, die Feuerwehr deckte sie notdürftig mit Planen ab. Teilweise riss das Hochwasser Brücken weg, Verklausungen müssen nun mit schwerem Gerät beseitigt werden. Im Gemeindeamt wurde noch in der Nacht ein behördlicher Einsatzstab installiert. Zum Glück gibt es in diesem Einsatzbereich keine Verletzten, meldet die Feuerwehr.

Haus
Dächer werden mit Planen abgedeckt Foto © Feuerwehr/Hollinger

In Großreifling gab es einen Hangrutsch, berichtet das Bereichsfeuerwehrkommando Liezen. Zwischen St. Gallen und Großreifling war die L705 gesperrt. Auch die Eisen Straße (B115) ist zwischen Hieflau und Kirchenlandl nach einem Erdrutsch nur erschwert passierbar. 

Hagel
So groß waren die Hagelkörnerer Foto © BFV Liezen

Das Gewitter zog in der Folge weiter ostwärts ins Mariazellerland. Auch in Gußwerk und Mariazell standen die Feuerwehren im Unwettereinsatz, dort gab es kurz vor 18.30 Uhr ein heftiges Gewitter mit Hagel. Sogar Scheiben gingen zu Bruch. Das Rote Kreuz war im Einsatz, nachdem eine 78-jährige Frau durch zersplitterndes Glas Schnittverletzungen erlitten hatte. Benjamin Leodolter aus Mariazell machte dieses Video vom Hagelgewitter:

Hagel in Mariazell


Nun empfindliche Abkühlung

Wie geht es mit dem Wetter nun weiter? Während es am Freitag zumindest zu Tagesbeginn im Süden noch einmal 25 Grad oder mehr erreichen kann, beginnt im Westen und Norden der Steiermark schon sehr regnerisch. Im Laufe des Tages kühlt es dann aber - wohl begleitet mit heftigen Gewittern - in der gesamten Steiermark empfindlich ab. "Insgesamt ist der gesamte Freitag von hoher Gewittergefahr geprägt", warnt Meteorologe Christian Pehsl von der Zamg. Es mischen nämlich auch Gewitterzellen aus Oberitalien kommend mit, die vor allem im oberen Murtal am Freitag kräftige Regengüsse bringen können.

Sonntagfrüh: Schnee bis 1700 Meter

Und am Wochenende wird es dann richtig frisch. Das höchste der Temperaturgefühle seien am Sonntag 11 Grad im Ausseerland und 19 Grad im Süden. Es bleibt regnerisch. "In der Nacht von Samstag auf Sonntag sinkt die Schneefallgrenze im Norden dann sogar auf 1700 Meter herab", so Pehsl.

Wars das für heuer mit dem Sommer? "Wahrscheinlich schon", so Pehsl, "Tropentage mit über 30 Grad wird es höchstwahrscheinlich erst nächstes Jahr wieder geben". Fünf Hitzewellen und die doppelte bis dreifache Anzahl an Tropentagen an vielen steirischen Messstellen haben diesen Sommer laut Zamg ohnehin zum drittwärmsten der Messgeschichte gemacht. So bleibt der Ausblick in die nächste Woche: Es bleibt wechselhaft, bei rund 20 Grad. Typisches Herbstwetter also.

 

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