SemmeringÄrger über „Abschiebequartier“

In Steinhaus am Semmering werden ab November Flüchtlinge untergebracht, die auf die Abschiebung warten. Steirische Politiker sind um Sicherheit besorgt.

Seit 2014 ist das „Haus Semmering“ ein Asylheim. Vorher war es ein Drei-Stern- Hotel mit 250 Betten
Seit 2014 ist das „Haus Semmering“ ein Asylheim. Vorher war es ein Drei-Stern- Hotel mit 250 Betten © Franz Pototschnig
 

Familien und allein reisende Frauen waren zuletzt die Bewohner des Flüchtlingsheims „Haus Semmering“ in Steinhaus. Entsprechend ruhig war es im 350-Einwohner-Ort in der Gemeinde Spital am Semmering.
Ab 1. November soll das Haus aber eine von drei Rückkehreinrichtungen des Bundes werden: Es werden bis zu 150 „Menschen mit negativem Asylbescheid untergebracht, die sich auf dem Weg zur Rückkehr befinden“, bestätigt Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums. Je eine weitere solche Einrichtung wird in Kärnten und in Tirol untergebracht. Den Bürgermeistern, Bezirkshaupt- und Landeshauptleuten sei dies schon im Juli mitgeteilt worden.


Dennoch stößt diese Entscheidung von Wolfgang Sobotkas (ÖVP) Innenministerium in der Steiermark auf wenig Gegenliebe. Im Büro von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (VP) zeigt man sich erstaunt darüber. Demnach hätte man sich zeitgerechte, detaillierte Informationen gewünscht, die es offenbar nicht gegeben habe: „Die Steiermark leistet mit dem Schubhaftzentrum Vordernberg bereits einen großen Beitrag in Sachen Asyl.“

Freude hält sich in Grenzen

Auch bei Spitals Bürgermeister Reinhard Reisinger (SPÖ) hält sich die Freude in Grenzen, „aber wir haben kein Mitspracherecht“. Schon bisher gab es dort fallweise Asylwerber mit negativem Bescheid: „Die meisten sind untergetaucht – oder ,nach unbekannt verzogen‘, wie das offiziell heißt“. Wegen dieses Abtauchens fordert er verstärkte Polizeipräsenz im Ort. SP-Landtagsabgeordnete Maria Fischer, die in Steinhaus einen Spar-Markt betreibt, ist beunruhigt: „Ich schätze, drei Viertel der Leute warten nicht ruhig auf die Abschiebung, sondern versuchen mit allen Mitteln, hierzubleiben.“
Empört ist Hannes Amesbauer aus Neuberg, FPÖ-Bezirksparteiobmann und steirischer FP-Spitzenkandidat zur Nationalratswahl: „Ein Wahnsinn, wie die Bürger an der Nase herumgeführt werden!“ Und weiter: „Diese Menschen halten sich illegal in Österreich auf. Wofür haben wir das Schubhaftzentrum Vordernberg gebaut?“ Man müsse Flüchtlinge mit negativem Bescheid dort unterbringen und abschieben.

Kommentare (18)

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MedAH
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Maximal 50 Flüchtlinge!

Maximal 50 Flüchtlinge, jetzt plötzlich sollen es 150 - die gegen ihren Willen dorthin gebracht werden- sein?
Ein sicherheitspolitischer Unfug für ein 350 Einwohner Dorf!
Die werden auf ihre Abschiebungen ganz sicher
-daumendrehend- warten!

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MedAH
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Die Zahl 50!

Die maximale Belegszahl von 50 Personen wurde beim damaligen Asylquartier am Semmering versprochen!
Jetzt wird die Zahl VERDREIFACHT für Personen die einen NEGATIVEN Bescheid haben. Wird ganz sicher reibungslos funktionieren!

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stuhleckblick
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Alibiaktion

Da eine Abschiebung aus vielerlei Gründen monatelang oder gar nicht möglich sein wird, ist diese Einrichtung nichts anderes als Asyl unter anderem Namen.
Weil es sich um eine Einrichtung ohne Ausgangsbeschränkung handelt ist zu erwarten, daß viele der Abzuschiebenden kurzerhand in den Untergrund abtauchen werden. Wodurch sie dann ihren Lebensunterhalt bestreiten werden (müssen) kann man sich durch die Ereignisse der letzten Jahre unschwer vorstellen.
Es handelt sich offensichtlich lediglich um eine Alibiaktion unserer Regierenden.

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wiesengasse10
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Stuhleckblick....

..was würdest du tun ? Hast du einen Vorschlag ?

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MedAH
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Wird sicher heiter werden!

Da kann man ja nur hoffen, dass hunderte zusammengepferchte Migranten - die abgeschoben werden sollen- alle friedlich und geduldig auf ihre Abschiebung warten!

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zweigerl
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Frustrationsbewältigung

Die Menschen, die sich, zum Großteil voller (illusionärer) Hoffnungen, nun im Abschiebepaket der negativ Beschiedenen wiederfinden, durchleiden das Trauma, in die (vorgebliche oder tatsächliche) Hölle zurückgeschickt zu werden, aus der sie geflohen sind. Da stellt sich eine Aufgabe für unsere feinfühligen Psychologen, Frustrationsbewältigung auf hohem Niveau zu leisten! Geballt kommen existenzielle Verzweiflung, schwerste Selbstwerteinbußen, destruktive Gruppendynamiken im Verbund der Ausgesperrten und "Gescheiterten", lebensweltliche Perspektivenlosigkeit usw. zusammen. Kein Vergleich also mit der seinerzeitigen Willkommenskultur-Psychologie, die rasch zur Stelle war, um den "Fremdheitsschock" zu therapieren durch Begrüßungssfeste udgl. Die Conclusio? Bitte Grenzen dicht, damit solche grausamen Abschiebezentren den Flüchtlingen erspart bleiben!

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walter1955
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wenn ein

negativer asylbescheid vorliegt,dann kann es doch nur heissen ,abschieben

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Mein Graz
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richtig.

abschieben. es fragt sich nur: wohin?
kaum ein herkunftsland nimmt die leute zurück, es gibt keine diesbezüglichen abkommen.
und woanders kannst sie auch nicht abgeben.

bitte, walter, sag mir, wohin wir sie abschieben sollen.

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walter1955
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zurück an die schengengrenze

wo sie her gekommen sind
natürlich sollen sie essen u.Quartier inzwischen bekommen
aber keine mindestsicherung bzw.geld
sie müsse einfach einsehen das Europa kein wohlfahrtsunternehmen ist
u.wenn man liest gebietsbeschränkung stellen sich bei mir die haare auf
ja glaubt denn irgendwer das sie die Einschränkung(politscher Bezirk) einhalten werden
sie haben ihre Heimat verlassen aus welchen gründen immer haben aber keinen asylstatus

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Mein Graz
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klar, und die länder außerhalb

der schengen-grenze nehmen die leute mit handkuss zurück. wie willst denn das machen? in einer nacht- und nebel-aktion die leutln mitm bus dorthin karren, ausladen und schnell wieder verschwinden?

träum weiter.

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walter1955
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habe noch vergessen

Fr.merkel könnte sie sicher aufnehmen "wir schaffen es"

sie muss nur zu ihren aussagen stehen

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Lamax2
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Es wäre die Pflicht der EU, mit den einzelnen Ländern Verträgeauszuhandeln.

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Mein Graz
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warum die pflicht der eu

und nicht die pflicht jedes einzelnen staates?

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walter1955
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die eu ist ein staatenbund

u.deswegen sind wir bei der eu, das sich nicht jeder Staat ein eigenes Süppchen
kochen kann

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Lamax2
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@

Weil das kleine Österreich keine Chance hat. Man müsste die Länder in irgendeiner Form erpressen, ihre Leute zurückzunehmen.

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charly1312
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Aufnehmen

Warum nehmen wir Sie denn überhaupt auf in Österreich?

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Mein Graz
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wenn einer kommt und das wort asyl

sagt, ist der staat m.w. lt. menschenrechtskonvention dazu verpflichtet, ihm dieses zu gewähren.
erst nach der bearbeitung des antrags kann über "behalten" oder "abschieben" entschieden werden.

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wiesengasse10
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Ja genau: abschieben

Ein abschieben muss aber mit dem Aufnahmeland abgesprochen und koordiniert werden, das dauert oft.....ist aber eh allgemein bekant, ich helfe dir und deinen Sternderlgebern aber gerne weiter !

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