Politik internBarbara Krenn führt die Liste Kurz in der Steiermark an

Die 48-jährige Gastronomin aus Pürgg, durch eine fehlgeschlagene Operation in den Rollstuhl gezwungen, führt die ÖVP in die Wahl.

„Unternehmerin und Wirtin mit Herzblut“: VP-Chef Kurz über Barbara Krenn © KK
 

Die wochenlangen Spekulationen haben ein Ende. Die Gastronomin Barbara Krenn (48) geht als steirische Spitzenkandidatin der ÖVP in die Nationalratswahl. Das bestätigte Parteichef Sebastian Kurz, der bekanntlich auch Zugriff auf die Landeslisten hat, gegenüber der Kleinen Zeitung. Die Entscheidung sei an diesem Wochenende fixiert worden – „im Einvernehmen mit Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer“, wie Kurz hinzufügte. Die Überraschungskandidatin soll am kommenden Mittwoch dem Parteivorstand der steirischen ÖVP präsentiert werden. Gerüchte um eine Nominierung der Richterin Cattina Leitner, der Frau von Andritz-Chef Wolfgang Leitner, dementierte Kurz. Das sei nie ernsthaft erwogen worden.


Barbara Krenn musste ihr Amt als VP-Bürgermeisterin von Pürgg-Trautenfels nach dem Ausbruch einer Krebserkrankung zurücklegen. Der verhängnisvolle Verlauf einer Operation in Salzburg führte zu einer Querschnittslähmung. Seither sitzt Barbara Krenn im Rollstuhl. Erst vor wenigen Monaten rückte die Unternehmerin als Kammerfunktionärin und Obfrau der Wirte in die zweite Reihe. Zweifel, wonach die Kandidatur die Schwergeprüfte überfordern könnte, weist Kurz zurück: „Von ihr geht mehr Kraft und Energie aus als von so manch anderem, der dieses Handicap nicht zu tragen hat.“ Die Nominierung sei auch eine Antwort auf die anhaltend gereizte Stimmung innerhalb der Gastronomie wegen der Einführung der Registrierkassa und der Raucherbestimmungen, sagt Kurz.

Porträt

Es gibt Eigenschaften, die lernt man (nicht nur, aber doch dort besonders gut) im Mikrokosmos eines Gasthauses. Humor und Schlagfertigkeit beispielsweise oder auch Durchsetzungsvermögen. Barbara Krenn ist im Gasthaus aufgewachsen, übernahm den renovierungsbedürftigen Betrieb mit 19 Jahren nach dem Tod des Vaters und kämpfte sich in gastronomisch lichte Höhen.


Durchgesetzt hat sich die Mutter einer 19-jährigen Tochter auch in der Politik. Als VP-Ortsparteichefin und Bürgermeisterin von Pürgg-Trautenfels, als steirische Spartenobfrau für die Gastronomie mit besonderer Leidenschaft für die Belange der Lehrlinge und als Nationalratskandidatin 2013.


Nach einer schweren Krankheit musste sie sich einer Operation unterziehen, bei der es zu einer verhängnisvollen Komplikation kam. Seitdem sitzt sie im Rollstuhl. Die Erkrankung war auch der Grund, warum sie ihr Wirtshaus, das „Gasthaus Krenn“, verkaufen musste. Dietrich Mateschitz sprang im Frühjahr 2016 als neuer Besitzer in die Bresche und sicherte so den Weiterbestand.


Nun ist Krenn zurück in der Politik. Weil sie weder Leidenschaft noch Kampfgeist eingebüßt habe, wie sie betont. Vielsagendes Motto in ihrem Facebook-Auftritt: „Aufstehen, Krone liegen lassen, das Haar zerzausen und das Leben rocken.“
Christian Nerat


Verwerfungen habe die Entscheidung nicht ausgelöst, hieß es aus der steirischen ÖVP. Ungewiss bleibt freilich die Zukunft der Altvorderen unter den Steirern in der Bundespolitik. Das gilt für Ex-Generalsekretäre Werner Amon ebenso wie für Klubobmann Reinhold Lopatka, der gegen den Gleisdorfer Bürgermeister Christoph Stark um einen Sitz kämpft. Fritz Grillitsch, der langjährige Bauernbund-Chef, hat sich zurückgezogen. Auch Beatrix Karl, bei der letzten Wahl noch steirische Spitzenkandidatin, wird dem Parlament nicht mehr angehören. Dafür wird Spitalslandesrat Christopher Drexler als Gesundheitsminister in einem Kabinett Kurz gehandelt.

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H260345H
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Ja, ja, der Bastl umgibt sich

mit lauter tollen Leuten, die von Politik aber schon gar nichts verstehen - wie er selbst auch!
Gott verschone Österreich vor so einem Haufen unbedarfter Quereinsteiger!

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brunnholzer
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Sehr Gut

Liebe Barbara. Einfach toll das du unsere steirische Spitzenkandidatin bist. Du bist eine die das Leben kennt und geprägt hat. Aufgeben gibt es nicht bei dir. Wir rennen für dich und Basti, das wird eine große Sache.

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Lodengrün
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Es stell sich die Frage ob Frau Leitner

mit freundlichen Grüßen hm hätte wollen. Bei einem kürzlichen Herrentreffen bedeutender Wirtschaftsleute stand die Frage ob sie bei seinem Angebot mit ihm
arbeiteten im Raum. Allgemeines Köpfschütteln. Auf süffisantem Lächeln folgte die Bemerkung das da von seiner Seite außer einer Schlagzeile kein Input zu erwarten wäre.

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