Erst Hitze, dann UnwetterNach Unwetter: 200 Menschen in Oberwölz evakuiert

Nach dem heißesten Tag des Jahres entluden sich in der Obersteiermark heftige Gewitter mit Starkregen, Sturm und Hagel. Besonders schlimm traf es den Raum Oberwölz. Einsätze werden noch stundenlang dauern.

200 Menschen mussten evakuiert werden © Theny
 

Der Freitag war der heißeste Tag dieses Jahres in der Steiermark. In Bad Radkersburg wurden am Nachmittag 38,2 Grad gemessen. So hoch stiegen die Temperaturen sonst nirgendwo in Österreich. Am Abend bildeten sich aber auch die schon befürchteten Gewitter. Die Unwetter brachten Überschwemmungen, Muren und Hagel und richteten vor allem in der Obersteiermark schwere Schäden an. Am schwersten betroffen: Der Raum Oberwölz. Am späteren Abend zogen die Gewitter auch in die Oststeiermark. Der ereignisreiche Tag im Rückblick:

Nach Unwetter: 200 Oberwölzer mussten evakuiert werden

23.30 Uhr. In Oberwölz mussten 200 Menschen evakuiert werden, etliche Häuser sind von der Außenwelt abgeschnitten, wie Einsatzleiter Michael Hendel im Kleine-Zeitung-Video schildert.

23.00 Uhr. Unwetteropfer ist auch der TSV Hartberg. Das Erste-Liga-Match gegen Innsbruck musste wegen Starkregens abgebrochen werden. Dabei hatten die Hartberger den Sieg nach einer 2:0 Führung schon so gut wie in der Tasche.

22.20 Uhr. Das wird eine lange Nacht für die Feuerwehren. Vom Murtal und dem Ennstal bis in die Oststeiermark sind hunderte Freiwillige im Unwettereinsatz. Das ganze Ausmaß der Schäden wird wohl erst morgen ersichtlich werden. Mittlerweile ist eine mächtige Gewitterzelle auch im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld angekommen, eine weitere befindet sich nördlich von Graz.

21.50 Uhr. Die Feuerwehren im Bezirk Murau sind noch immer im Großeinsatz. Auch die Sölkpassstraße ist von Muren verlegt worden. Erinnerungen an den Sommer 2011 werden wach, als eine Unwetterkatastrophe das Wölzertal heimsuchte und schwere Schäden hinterließ. Zum Glück sind bis jetzt noch keine Personenschäden bekannt.

Mure bei Oberwölz Foto © BVMU/Horn

 21.15 Uhr. Der Schöttlbach in Oberwölz ist massiv über die Ufer getreten, berichtet Walter Horn vom Bereichsfeuerwehrverband Murau. Auch der Wölzerbach führt Hochwasser und hat das ganze Wölzertal überschwemmt. Viele Straßen und Wege wurden weggerissen. Ein Pkw war auf der L514 zwischen zwei Muren eingeschlossen. Die Insassen konnten von der Feuerwehr befreit werden. Das Stadtgebiet von Oberwölz blieb weitgehend verschont, das Umland hat es aber schlimm getroffen.

20.50 Uhr. Eine Schlammlawine hat die Hocheggerstraße (L514) zwischen Oberwölz und Oberzeiring verlegt. Die Straße ist gesperrt, meldet der ÖAMTC. Auch die Glattjochstraße (B75) zwischen Ober- und Niederwölz ist gesperrt. Hier sind Bäume umgestürzt.

20.15 Uhr. Die Gewitter im Raum Mürzzuschlag sind sehr heftig, auch Hagel ist immer wieder darunter. Die Feuerwehren stehen derzeit im Dauereinsatz. Heike Rinnhofer aus Hönigsberg schickte uns dieses Video vom Hagelsturm.

Hagel in Hönigsberg

20.00 Uhr. Noch keine Entwarnung bei den Gewittern. Während sich im Murtal die Lage beruhigt hat, gibt es auf der Linie Niedere Tauern bis zum Semmering rege Blitztätigkeit und teils heftigen Starkregen. Zahlreiche Feuerwehren stehen im Einsatz. Südlich der Gleinalm ist derweil noch alles ruhig.

19.35 Uhr. Die Kicker des SV Unzmarkt hätten heute eigentlich Fußballtraining gehabt. Weil ihr Trainingsplatz aber nach dem Gewitter überschwemmt war, wurde kurzerhand ein Schwimmkurs eingeschoben. Auch beim Kraulen machten die Fußballer gute Figur, wie das auf ihrer Facebookseite gepostete Video zeigt ...

19.20 Uhr. So sah es vor kurzem beim Fußballplatz in Oberwölz aus. Der Wölzerbach und der Schöttelbach sind an einigen Stellen über die Ufer getreten. Das Foto postete Lukas Löcker auf der Facebookseite von "Aktuelle Wetterwarnungen in Österreich". Die Zelle über dem Murtal hat sich zum Glück aber deutlich abgeschwächt.

Foto © Facebook/Lukas Löcker

19.00 Uhr. Drei Gewitterzellen sind es, die in der Obersteiermark wüten. Eine bewegt sich auf die Seckauer Alpen zu, eine auf das Gesäuse, eine dritte hat sich über dem Hochschwab gebildet. Die B 317 ist unterdessen wieder frei befahrbar.

18.35 Uhr. Es geht bereits los. Die Unterflurtrasse St. Georgen ob Judenburg der B 317 ist nach einem Gewitter wegen Überflutung gesperrt, meldet das Antenne-Verkehrsservice. Feuerwehren zwischen Oberwölz und Oberzeiring sind mit gut ein Dutzend Unwettereinsätzen beschäftigt.

18.20 Uhr. Diese Sommeraktion der Kleinen Zeitung kam zum bisher heißesten Tag des Jahres gerade richtig. Ind den Brunnen in der Grazer Innnenstadt war die große Wasserballschlacht angesagt. Bilder und Videos zu dieser Gaudi gibt es hier.

18.00 Uhr. Mit 38,2 Grad ist der Höhepunkt der Hitzewelle in der Steiermark erreicht. Die Temperatur wurde gegen 16.30 Uhr gemessen, jetzt ist sie wieder im Fallen. Es war auch der Tageshöchstwert in Österreich. Gleichzeitig gibt es eine akute Unwetterwarnung für die Obersteiermark. Laut "Aktuelle Wetterwarnungen für Österreich" drohen im Lachtal und dem Raum Unzmarkt schwere Überschwemmungen und Hagel.

Foto © Akt. Wetterwarnungen f. Österreich

17.10 Uhr. Die aktuelle Warnkarte der Unwetterzentrale zeigt bereits heftige Gewitter in der Obersteiermark:

Warnkarte der Unwetterzentrale Stand 17.10 Uhr Foto © www.uwz.at
 

17 Uhr. Mit aktuell 38,1 Grad wird Bad Radkersburg heute vermutlich bundesweiter Hitzepol bleiben. Auf Platz zwei liegt Güssing mit 37,5 Grad.

16.30 Uhr. Wie die aktuelle Blitzkarte zeigt, ziehen die Gewitter heute vom Westen Richtung Osten. Laut Meteorlogen gibt es das Potenzial für heftige Unwetter.

Erste Gewitter in der Obersteiermark Foto © de.blitzortung.org

Zur Übersicht - die aktuelle Warnkarte der Unwetterzentrale:

Aktuelle Unwetterwarnungen für Österreich

 

16 Uhr. "Der 38er ist voll", sagt Zamg-Meteorologe Albert Sudy. Mit exakt 38,0 Grad ist Bad Radkersburg am Freitag auch der bundesweite Hitzepol, gefolgt von Güssing (37,4 Grad) und Kleinzicken (37,1 Grad).

15.45 Uhr. Die besten Golf-Amateure Österreichs (Erste Division) messen sich dieses Wochenende unter anderm am Golfclub Murtal in Spielberg. Doch Freitagnachmittag musste hier das Turnier wegen des aufziehenden Gewitters abgebrochen werden.

Dunkle Gewitterwolken über dem Golfplatz in Spielberg Foto © Michaela Egger
 

15.30 Uhr. Auch die ersten Gewitter haben sich schon gebildet. "Derzeit blitzt und donnert es im oberen Murtal, später am Abend könnten sich heftige Gewitter bis in den Grazer Raum ausbreiten", sagt Zamg-Meteorologe Albert Sudy. "Heute ist die Lage ziemlich giftig", sagt er angesichts der feucht-labilen Luftmassen, die sich heute extrem aufgeheizt haben.

15.25 Uhr. Der erst am Donnerstag aufgestellte Jahres-Hitzerekord wurde schon wieder geknackt. Die Überraschung, wo der Hitzepol liegt, hält sich aber in Grenzen - es ist einmal mehr Bad Radkersburg, wo es bereits 37,5 Grad hat. Damit ist der steirische auch der österreichweite Hitzepol - auf Platz zwei liegt Güssing mit 37,1 Grad. "Die Werte könnten durchaus noch etwas nach oben gehen", sagt Zamg-Meteorologe Albert Sudy.

14.15 Uhr. Bad Radkersburg kratzt mit aktuell 36 Grad bereits am erst am Donnerstag aufgestellten Jahresrekord.

14.10 Uhr. Bei schweißtreibenden Temperaturen haben sich derzeit Hunderte Interessierte am Judenburger Hauptplatz versammelt. Dort macht von 12 bis 15 Uhr der ORF Steiermark mit seinem Programmschwerpunkt "Heimatsommer" Station. Neben Marc Pircher und Marc Andrae sorgte auch Kabarettist Alf Poier für Lacher - passend zu den Temperaturen gab er sein Lied "Vota du, der Stadl brennt..." zum Besten.

Alf Poier am Judenburger Hauptplatz Foto © Michaela Egger

14 Uhr. Eine kurze Übersicht über die Temperaturen der steirischen Badeseen. Der oststeirische Stubenbergsee hat sich mittlerweile auf 28 Grad aufgeheizt. Auch in der Siniwelt Sinabelkirchen hat das Wasser schon 27 Grad, gleiches gilt für den Naturbadeteich Oberhaag. Wer es gerne kühler mag: Der Altausseer See hat 22 Grad Wassertemperatur, der Leopoldsteinersee gar nur 20 Grad.

13.50 Uhr. Wenn's auf 35 Grad zugeht, ist Abkühlung gefragt. Leserreporter Gerald Kiegerl hat uns ein Bild geschickt, wo die Kinder Jonathan und Marina der Hitze entfliehen - und zwar in der Deutschlandsberger Klause:

Jonathan und Marina in der Deutschlandsberger Klause Foto © LR Gerald Kiegerl

13.20 Uhr. Die Temperaturen steigen, Hitzeperioden werden mehr: Wie sich jeder für die Hitze rüsten kann und warum Klimaanlagen nur das letzte Mittel der Wahl sein sollten, hat unsere Gesundheits-Redaktion zusammengefasst.

13.10 Uhr. In Graz-Umgebung, dem Mürztal, und vor allem in der gesamten Ost- und Südsteiermark haben die Messstellen mittlerweile die 30-Grad-Marke übersprungen. Spitzenreiter ist Bad Radkersburg mit 34,1 Grad. Bemerkenswert: Im oststeirischen Eichberg hat es auf 700 Meter Seehöhe bereits 31,4 Grad.

12.15 Uhr. 33 Grad um 12 Uhr - so heiß war es in diesem Jahr um diese Tageszeit noch nie. In Bad Radkersburg hat es bereits schweißtreibende 33,2 Grad, dicht dahinter folgen Hartberg mit 32,9 Grad und Fürstenfeld mit 32,7 Grad. Üblicherweise steigen die Temperaturen noch bis 16 Uhr an...

11.20 Uhr. Alle Wetterstationen in der Oststeiermark weisen so früh am Tag schon zwischen 30 und 32 Grad auf. In Bad Radkersburg ist es mit 31,8 Grad einmal mehr am heißesten.

11.10 Uhr. Vor allem in der Obersteieiermark, im Grazer Bergland und dem oberen Murtal ist die Gewittergefahr heute sehr hoch, wie die Warnkarte der Facebook-Seite "Aktuelle Wetterwarnungen für Österreich" zeigt:

11 Uhr. Bis zum gestrigen Tag weist die Statistik für Bad Radkersburg bereits 29 Hitzetage (über 30 Grad) aus. Das sind bereits deutlich mehr als doppelt so viele Hitzetage als im langjährigen Schnitt (12,6). Vom steirischen Rekord (56 Hitzetage im Jahr 2003 in Leibnitz) ist man aber doch noch recht weit entfernt.

10.40 Uhr. Dass so eine extreme Hitzewelle Probleme für Mensch und Fahrzeug bedeuten kann, mussten viele Autofahrer schon am eigenen Leib erfahren. Unsere Motor-Redaktion gibt 10 Tipps, wie Sie mit Ihrem Auto am besten durch die Hitze kommen.

10 Uhr. Schon so früh am Vormittag knackten die Messstellen in Hartberg und Fürstenfeld die 30-Grad-Marke. Auch viele weitere Messstellen im Süden sind nicht mehr weit davon entfernt.

9.30 Uhr. Wenn die hohe Temperaturen dem Körper zu viel werden, macht sich das durch Warnsignale bemerkbar. Ignoriert man sie, können sie auch tödliche Folgen haben. Unsere Gesundheits-Redaktion hat zusammenfasst, welche Warnsignale sie bei Sonnenstich & Co. keinesfalls übersehen dürfen.

9.15 Uhr. In der Oststeiermark ist es Freitagfrüh am wärmsten: In Fürstenfeld hatte es um 9 Uhr früh schon 28,2 Grad, in Hartberg, Bad Gleichenberg und Feldbach ebenfalls schon knapp 28 Grad.

8.45 Uhr. Auch der Gletscher schwitzt. Am Dachstein-Gletscher hat es laut bergfex.at heute ebenfalls 13 Grad - und das auf 2700 Meter Seehöhe. Der Staub in der Luft hat die Schneedecke mittlerweile schwarz gefärbt (siehe Bild). Für Aufsehen sorgte diesbezüglich in der Vorwoche eine Prognose der Zamg, wonach "der Dachstein-Gletscher in 40 Jahren Geschichte ist, wenn die Schmelze so weitergeht".

So sah es Freitagfrüh auf dem Dachstein-Gletscher aus Foto © www.bergfex.at

8.15 Uhr. Das ging schnell. Die Zamg-Messstationen Graz-Straßgang (25,7 Grad), Laßnitzhöhe (25,6) und St. Radegund (25,5) haben so früh schon die 25-Grad-Marke genkackt

8 Uhr. Falls Sie heute frei haben und noch eine Idee brauchen, wie sie der Hitze entkommen, hier ein paar Tipps:

So erträgt man die Hitze

7.45 Uhr: Kleiner Blick über den Tellerrand. Auch wenn dieser August landesweit rekordverdächtig heiß begonnen hat - es geht auch noch heißer. Im kalifornischen Death Valley wurde im Juli ein neuer Hitzerekord aufgestellt: Im Juli herrschte dort eine Durchschnittstemperatur von 41,9 Grad.

7.30 Uhr. Das geht ja schon ordentlich los! In Graz-Straßgang hat es für die Tageszeit schon ungewöhlich warme 22,7 Grad, auch in Bad Radkersburg - Dauerhitzepol der letzten Tage, hat es schon 22,3 Grad. Bei vergleichsweise "kühlen" 17 bis 18 Grad starten hingegen die Obersteirer in den Tag.

7 Uhr. Hier erfahren Sie, wie das Wetter in Ihrer Region im Detail aussieht:

6.30 Uhr. Zumindest der Ausblick ist für jene versöhnlich, die die Hitze schon satthaben. Denn die erwarteten heftigen Gewitter Freitagnachmittag dürften das Ende der "Schwitze-Welle" einläuten. „Am Samstag wird es im Süden nicht mehr als 32 bis 33 Grad geben mit Gewittern am Nachmittag, der Sonntag bringt es überhaupt nur noch auf 28 Grad“, sagt Friedrich Wölfelmaier von der Zamg. Der Start in die nächste Woche wird eher bewölkt ausfallen.

6 Uhr. Das hat es selten gegeben: In 8 von 9 Landeshauptstädten war die Nacht auf Freitag eine Tropennacht. Das heißt: Die Temperaturen fielen nicht unter 20 Grad. Nur in Innsbruck war es etwas kühler.

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