Universität GrazMit römischen Geschützen am Schießplatz

Feldversuch des Altertums-Instituts am Heeres-Schießplatz Ramsau-Molln (OÖ).

Wolfgang Spickermann vor dem großen Römergeschütz
Wolfgang Spickermann vor dem großen Römergeschütz © BUNDESHEER/SIMANDER
 

Es war eine besondere Exkursion, die Studierende und Lehrende des Instituts für Alte Geschichte und Altertumskunde unter Leitung von Professor Wolfgang Spickermann am Montag erlebten: Am Schießplatz des Bundesheeres in Ramsau-Molln in Oberösterreich wurden drei Geschütze erprobt, die nach Vorlagen der spätantiken Zeit nachgebaut worden waren.

„Ausgangspunkt war die Entdeckung von einer große n Zahl von Bolzen am Harzhorn in Deutschland“, so Spickermann. Gleich an mehreren Universitäten in Deutschland (Trier, Hamburg, Osnabrück) wurde begonnen, sogenannte Torsionsgeschütze nachzubauen, wie sie die Römer der Spätantike verwendeten. Der Name kommt daher, dass die Energie in verdrehten Seilbündeln gespeichert wird.

Spickermann koordinierte an der Uni Graz und als Leiter des „Centre for Military Studies“ die Vorbereitungen für die Versuche am Schießplatz.
Dabei zeigte sich, welch enorme Kräfte diese Geschütze entfaltet haben mussten. Sie sind aus Ebenholz und aus Seilbündeln aus Pferdehaar oder Kammgarn gemacht.

Die beiden kleineren Geschütze stammen aus der Zeit 100 vor bis 100 Jahre nach der Geburt Christi. Die Reichweite betrug 300 Meter.
Furchterregend war das dritte Geschütz aus dem vierten Jahrhundert: Die Seile brachten einen Druck von einer Tonne auf den Bolzen und schleuderten diesen bis zu 600 Meter, wo die eiserne Bolzenspitze (0,2 Kilo schwer) damalige Rüstungen durchschlug.

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