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Graz

Neuer Fall

Neue Baby-Verwechslung an Uniklinik Graz

Wieder kam es zu einer Baby-Verwechslung an der Uniklinik Graz. Die Mütter bemerkten die Baby-Verwechslung - aber ein Baby könnte sich bei „falscher“ Mutter beim Stillen mit einer Krankheit angesteckt haben. Von Didi Hubmann

An der Universitätsklinik Graz kam es wieder zu einer Babyverwechslung - beim Wechseln der Windeln bemerkt die Mutter, dass es kein Bub sondern ein Mädchen war © Sujetfoto(c) Ocskay Bence - Fotolia (Photographer: Ocskay Bence)
 

An der Uniklinik Graz herrscht Betroffenheit: Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen ist es aktuell zu einem neuerlichen Fall einer Babyverwechslung gekommen. Der Fall konnte dank der Mütter rasch aufgeklärt werden.
Bekanntlich wurde heuer bereits eine Baby-Verwechslung an der Uniklinik von der Kleinen Zeitung Anfang 2016 aufgedeckt: Von einem Mädchen, das 25 Jahre nach der Geburt bei einer Blutspende erfahren musste, dass sie als Baby vertauscht worden war.

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Streit um „richtiges“ Baby

Die aktuelle Baby-Verwechslung soll so verlaufen sein: Die beiden Mütter hatten die Babys schon bei sich – und zum Stillen. Beim Wechseln der Windeln – Stunden nach der Geburt – bemerkte eine der Mütter, dass dieses Baby nicht ihr Baby sein kann. Das Geschlecht stimmte nicht. Es war ein Mädchen – und kein Bub. Auch Mitglieder der Familie waren anwesend, der Schock groß.
Die herbeigerufene Kinderkrankenschwester wollte die Situation klären und ging zur anderen Mutter, mit deren Baby eine Verwechslung wahrscheinlich war. Die Schwester wurde dabei von der Mama, die das Vertauschen der Babys bemerkt hatte, begleitet.
Die andere Frau war gerade beim Stillen – und jene Mutter, die mit der Schwester in dieses Zimmer gegangen war, wollte ihr Baby zurück.

Die Stillende wollte den Säugling aber nicht hergeben. Sie wusste ja noch nichts von der Verwechslung. An der Klinik wird kolportiert, dass es zu einer lautstarken Auseinandersetzung gekommen sein soll – und das Baby war mittendrin.

Mit Krankheit angesteckt?

Zum Glück konnte die Situation beruhigt werden, der Irrtum wurde aufgeklärt, die Mütter bekamen jeweils ihr „richtiges“ Baby. Aber ein Detail macht den Fall brisant: Eine Mutter leidet an einer Erkrankung – sie könnte beim Stillen ein Baby angesteckt haben. Dieser Säugling soll dem entsprechend behandelt werden, das bestätigt auch die Uniklinik auf unsere Anfrage: „Aufgrund der Virologie ist nach menschlimen Ermessen eine Infektion jedoch nahezu ausgeschlossen. Ungeachtet dessen wurde das Baby in Abstimmung mit den Eltern geimpft.“


Menschliches Versagen


An der Uniklinik versucht man zu erklären, warum das passieren konnte – der Hintergrund dürfte menschliches Versagen sein. Man erklärt den Fall so: „Bei einer Baby-Erstlingsuntersuchung, an der die beiden Mütter aufgrund ihrer körperlichen Schwäche nicht teilnehmen konnten, wurden die beiden Neugeborenen in die falschen Betten gelegt und zu den falschen Müttern gebracht.“ Die notwendige Überprüfung der Identität (Bänder/Betten) habe nicht ordnungsgemäß stattgefunden. „Aber unsere engmaschigen Kontrollen und die Eintragungen in die Pflegedokumentation hätten dazu geführt, dass die Vertauschung aufgefallen wäre. Es gibt ein umfassendes Sicherheitssystem für diese Fälle.“ Menschliches Versagen sei jedoch niemals auszuschließen. Die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen hätten allerdings kurze Zeit nach Entdeckung der Mutter auch systemisch gegriffen, so die Uniklinik.


Die Kinderkrankenschwester, der diese Verwechslung passiert war, wurde dienstrechtlich verwarnt.

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