Bei Festival

Ein Vortrag mit Nachspiel

Prähistoriker Heinrich Kusch hielt Vortrag in Anger. Der Veranstalter kritisierte ihn, widerrief dann aber öffentlich seine Behauptungen.

Heinrich Kusch erforscht Höhlen und unterirdische Anlagen
Heinrich Kusch erforscht Höhlen und unterirdische Anlagen © Ingrid Kusch
 

"Das vorgetragene Thema hatte ausschließlich den im Herbst 2014 neu erschienenen Sach-Bildband ,Versiegelte Unterwelt’ zum Inhalt“, stellt der Grazer Prähistoriker Heinrich Kusch fest. Er bezieht sich auf einen Vortrag, den er im Mai im Rahmen des Festivals „komm.st“ in Anger gehalten hat.
In der Folge dieses Vortrages distanzierte sich Veranstalter Georg Gratzer von Kusch. Er warf dem international renommierten Wissenschaftler von der Universität in Graz in einer Stellungnahme auf der Festival-Homepage unter anderem „fragwürdige wissenschaftliche Methoden“ vor (wir berichteten).

Unterlassungserklärung

Kusch schaltete daraufhin den Grazer Anwalt Rainer Beck ein. Dieser erwirkte, dass Georg Gratzer eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung unterschrieb, in der er sämtliche veröffentlichte Behauptungen widerrief, von der Homepage beseitigte und dort den Widerruf veröffentlichte.
Heinrich und Ingrid Kusch widmen sich seit Jahrzehnten der Erforschung von Höhlen und künstlichen unterirdischen Anlagen, wobei in den letzten beiden Jahrzehnten der Schwerpunkt in der Feldforschung und wissenschaftlichen Bearbeitung der unterirdischen Gänge in der Oststeiermark im Bereich Vorau und Umgebung lag.

"Kulthöhlen"

Ihre Forschungsarbeit erstreckte sich seit den 1970er-Jahren auch über mehrere europäische Länder, über den Nahen Osten sowie Zentral-, Süd, Südost- und Ostasien sowie über Afrika und Mittelamerika. Es gibt mehr als 160 Publikationen, darunter „Kulthöhlen in Europa“, „Phantastische Welten – Höhlen der Steiermark“ und den Bestseller „Tore zur Unterwelt“. Erst vor wenigen Monaten auf den Markt gekommen ist das Buch „Versiegelte Unterwelt – Das Geheimnis der Jahrtausende alten Gänge“ (Verlag V. F. Sammler).

Zusammenarbeit

Das Team arbeitet seit Jahrzehnten eng mit der einheimischen Bevölkerung, der Kirche, den Universitäten und einem international interessierten Forscherkreis zusammen, die ihnen vertrauensvoll Hunderte wertvolle Informationen über bisher unbekannte unterirdische Anlagen beziehungsweise Steinsetzungen zukommen ließen und zahlreiche neue Wiederentdeckungen von archäologisch interessanten Plätzen unserer eigenen Vergangenheit ermöglichten.