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KATHOLISCHE KIRCHE

Bischof Krautwaschl leitet größte Diözese Österreichs

Die Steiermark ist flächenmäßig die größte Diözese Österreichs - aber auch bezüglich Zahl der Katholiken und Budget zählt sie zu den großen. Von Bernd Hecke und Monika Schachner

Wilhelm Krautwaschl, der 58. Bischof der Diözese Graz-Seckau
Wilhelm Krautwaschl, der 58. Bischof der Diözese Graz-Seckau © APA/Erwin Scheriau
 

Vier Jahre und drei Monate dauerte es, bis Rom endlich eine Entscheidung getroffen hatte: Am 14. April ernannte Papst Franziskus Wilhelm Krautwaschl offiziell zum neuen Bischof der Diözese Graz-Seckau – dessen Vorgänger im Hirtenamt, Egon Kapellari, hatte am 12. Jänner 2011 seinen Rücktritt eingereicht.

Download: Der Aufbau der Diözese Graz-Seckau

Eine Erklärung für die lange Dauer liegt in der Wichtigkeit der Steiermark für die katholische Kirche: Ist sie doch mit 16.386 km2 die flächenmäßig größte Diözese Österreichs. 844.000 Katholiken leben in der Steiermark, das sind fast 70 Prozent der Gesamtbevölkerung – der Österreich-Schnitt liegt bei 61,4 Prozent. Es ist ein gewaltiges Reich mit einem Jahresbudget von 73,6 Millionen Euro, das der Bischof mit seinem Ordinariat zu managen hat. Der Hirte ist weit mehr als nur der Hüter der Glaubenslehre und seiner Herde.

Die Seelsorge

Die Diözese – diese Bezeichnung gab es bereits im Römischen Reich und sie heißt nichts anderes als (Kirchen-)Sprengel – ist in 388 Pfarren unterteilt, 320 davon sind in Pfarrverbänden zusammengefasst. 453 Weltpriester (direkt der Diözese unterstellt) und Ordenspriester (etwa Benediktiner, Zisterzienser oder Jesuiten) sowie 78 ständige Diakone kümmern sich um die Seelsorge. Darüber hinaus beschäftigt die katholische Kirche in der Steiermark 159 Pastoral-Assistentinnen und Assistenten sowie 188 Pfarrsekretärinnen.

Innerhalb Österreichs ist die Steiermark Salzburg zugeordnet: Jede Diözese ist Teil einer größeren Kirchenprovinz, wobei Feldkirch, Innsbruck, Gurk-Klagenfurt und Graz-Seckau Salzburg zugerechnet werden, die anderen Bistümer Wien.

Das enge Umfeld

An der Spitze steht der Bischof – und damit ab Sonntag Wilhelm Krautwaschl. Seit gestern steht auch fest, wer auf Heinrich Schnuderl folgt und damit der neue zweitmächtigste Mann wird: Erich Linhardt, bisher Dechant von Voitsberg, unterstützt den obersten Hirten der Steiermark ab 1. September als Generalvikar der Diözese. Er dirigiert das Bischöfliche Ordinariat, managt in erster Linie also die Verwaltung.
Dazu zählen die Wirtschaftsdirektion mit dem mächtigen Schatzmeister Herbert Beiglböck an der Spitze, aber auch das Pastoralamt, dem künftig mit Karl Veitschegger erstmals ein Laie, also kein Gottesmann vorsteht. Von besonderer Bedeutung für die „Zukunftssicherung“ und der Verankerung der Diözese in der Gesellschaft ist das Amt für Schule und Bildung: So betreibt die katholische Kirche etwa das Bischöfliche Gymnasium in Graz. Die meisten kirchlichen Schulen werden allerdings von Orden (Schulschwestern, Ursulinen oder Benediktinern) geführt. Im diözesanen „Bildungsministerium“ werden übrigens auch die Religionslehrer geführt, die ja auch an allen weltlichen Schulen des Landes ihrem Lehrauftrag nachgehen.


Kirchenbeitrag

Um Seelsorge und Glaubenslehre aufrechterhalten zu können, braucht es rund 2000 Bedienstete. 2014 gingen 58,4 Millionen Euro fürs Personal drauf. Übrigens sind nur knapp ein Viertel der Lohnempfänger Priester, drei Viertel sind Laien.
Mit dem Jahresbudget von 73,6 Millionen Euro spielt die katholische Kirche in der mittleren steirischen (Unternehmens-)Liga. Den Löwenanteil der Einnahmen (mehr als 80 Prozent) machen die Kirchenbeiträge aus, Immobilien und Forst brachten im Vorjahr 6,1 Millionen (rund 8 Prozent) an Erträgen ein.

Kommentare (2)

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Si tauquisses ....

Nun, wenn Kluge Kluge kritisieren, dann ist das legitim, wenn aber Kleindenker Gedanken über Großes wagen, so kann das nur scheitern ...

BaronRot - ein heißer Tipp: Rechtschreiben lernen, bevor sie sich auf die große Bühne wagen ... dass mit ss und nach 17 und 18 gehört jeweils ein Punkt.

Starten sie durch mit einem Rechtschreibkurs - es lohnt sich!

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BaronRot
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Alles Gute

Na dann wünschen wir der Kirche alles Gute und das sie das Spätmittelalter bald verlässt und mutig ins 17 oder 18 Jahrhundert durchstarten kann.

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