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Bezirk Hartberg

Stambacher Bürgermeister in turbulenter Sitzung gestürzt

VP-Gemeinderäte in Stambach setzen mit Hilfe der Opposition den eigenen Bürgermeister Johann Rechberger ab. Der spricht von einem "Tribunal".

 

So einen Ansturm zu einer Gemeinderatsitzung dürfte Stambach noch nicht oft erlebt haben. Die am Gemeindeamt vorbeiführende Straße ist verparkt wie bei einem Zeltfest, die Zuhörer im Saal sitzen und stehen aufgefädelt an der Wand. In der von vier VP-Gemeinderäten und den drei Mandataren der Opposition beantragten Sondersitzung wird eine Abrechnung mit Bürgermeister Johann Rechberger erwartet. Und so kommt es auch: Der Tagesordnung, die sich mit den beschädigten Kunstwerken "Schwarze Weiber" (wir berichteten) befasst, wird auf Antrag von VP-Gemeinderätin Theresia Brunner mit sieben zu zwei Stimmen um einen Misstrauensantrag gegen den eigenen Bürgermeister erweitert.

Die Fronten stehen damit fest. Der Antrag des Bürgermeisters, wegen des Besucheransturms zu unterbrechen und in den ersten Stock zu wechseln, wird von den "Rebellen" abgeschmettert. Man will loslegen. Wie vor einem Tribunal sei er sich vorgekommen, wird der Bürgermeister später sagen. Die Kritiker werfen Rechberger Fehler rund um die "Schwarzen Weiber" vor. Er habe es verabsäumt, eine Versicherung für die angeblich 120.000 Euro teuren Kunstwerke abzuschließen und am Gemeinderat vorbei agiert. "Die Haftung ist ein Riesenproblem", klagt Brunner.

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Rechberger verweist auf eine Anzeige wegen Vandalismus, er habe vergeblich versucht, die Künstlerin zu erreichen. Die Kritiker lassen nicht locker - eine per USB-Stick mitgebrachte Bilderserie soll untermauern, wie massiv die Schäden sind.

Turbulente Szenen dann vor der Abstimmung. Vizebürgermeisterin Theresia Retter, mit der Situation heillos überfordert, versucht ungelenk die Abstimmung zu verzögern. "Die Begründung reicht mir nicht." Es folgen wütende Proteste, schließlich werden die Stimmzettel geholt.

Rechberger kennt sein Schicksal. Noch während über das Prozedere der Abstimmung gestritten wird, beginnt an seinem Schlüsselbund zu fingern und zieht den Schlüssel für das Gemeindehaus vom Ring. Als nach der Auszählung feststeht, dass er nur eine Stimme erhalten hat, gibt er den Schlüssel Retter.

Für die VP ist die Krise damit nicht vorbei. LAbg. Hubert Lang, als Zuhörer im Saal, vergattert die Schwarzen noch vor Ort zu einer Sitzung. "Ich gratuliere der Opposition. Sie ist stärker als die VP", resümiert Rechberger.

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