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Zuletzt aktualisiert: 05.03.2013 um 22:00 UhrKommentare

Nächtlicher Horror im Jugendheim

Schockierende Details über die Vergewaltigungen in Grazer Jugend-WG: Der Älteste suchte Opfer aus, dann fielen sie zu dritt über die Mädchen her. Stadt setzt erste Maßnahmen um.

Foto © Gernot Eder

Die Bewohner einer Grazer Jugendwohngemeinschaft lebten jahrelang in zwei Welten: Am Tag spielten die Burschen mit den Mädchen, in der Nacht fielen sie brutal über sie her. Der Älteste, ein 17-jähriger Brasilianer, der auch im Verdacht steht, zu Hause seine beiden kleinen Schwestern sexuell missbraucht zu haben, suchte in der WG die Opfer aus. Er bestimmte, welches Mädchen vergewaltigt wurde. Zu dritt fielen die Burschen dann über das wehrlose Opfer her, während ein 14-jähriger Grazer Schmiere stand.

Weil die Räume der WG über zwei Geschoße verteilt sind und während der Nacht nur ein einziger Betreuer anwesend war, wurden die Übergriffe nicht entdeckt. Als voriges Jahr Gerüchte aufkamen, schwiegen die Mädchen aus Angst vor ihren Peinigern, von denen sie massiv bedroht wurden.

"Es gibt in der Wohngemeinschaft kein einziges Mädchen, dem nicht Gewalt angetan wurde", behauptet ein Insider. Jenes Mädchen, das von den Angriffen der Burschen verschont geblieben war, wurde von ihrem Nachhilfelehrer vergewaltigt. Gegen ihn ist ein Verfahren anhängig.

Kripo und Staatsanwaltschaft ermitteln auf Hochtouren, während Magistrat und Land das Jugendamt und die Wohngemeinschaft überprüfen. Vizebürgermeisterin Martina Schröck präsentierte gestern einen Katalog für kurzfristige und mittelfristige Maßnahmen: Der Betreuungsschlüssel wird, auch an Wochenenden und Feiertagen, erhöht. In den "neuralgischen" Betreuungszeiten zwischen 6.30 Uhr und 8.30 Uhr sowie zwischen 14 Uhr und 22 Uhr werden ab sofort zwei Betreuerinnen anwesend sein. In der betroffenen Einrichtung wird es externe Prozess- und Krisenbegleitung geben. Im Bereich der Waschräume hält sich morgens und abends eine Betreuerin auf. Außerdem soll über eine getrennte Unterbringung von Mädchen und Burschen diskutiert werden. Die Geschehnisse in der Wohngemeinschaft sollen auch in den drei anderen Einrichtungen aufgearbeitet werden.

HANS BREITEGGER

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