Bezirks- und Gemeindesuche
Schwunghafter Handel mit Drogenersatzmittel
Polizei zerschlug Suchtgiftring. 14 Personen festgenommen. Sie brachten 11.245 Kapseln Substitol (Ersatzmittel) und andere Drogen in Umlauf.

Foto © Drogen, Geld und verbotene Waffen wurden bei Hausdurchsuchungen sichergestellt.
Der 38-jährige Marco F. war Langzeitgast in einem Grazer Hotel und schien auf keiner Gästeliste auf. Zwei Jahre wohnte er dort unangemeldet, um ungehindert seinen Drogengeschäften nachgehen zu können. Das Hotel war der beste Schutz vor der Polizei. Marco F. unternahm alles, um keine Spuren zu hinterlassen. Er benutzte nicht einmal seine E-Card.
Doch im Herbst 2012 führten Hinweise von Suchtmittelkonsumenten in der Südsteiermark die Leibnitzer Drogenfahnder auf die Spur des Grazers. "Uns war aufgefallen, dass Leibnitzer Abnehmer nach Graz fuhren, um sich Suchtmittel zu besorgen", sagt Ermittlungsleiter Anton Baierl. "Wir nahmen Ermittlungen auf und bekamen eine vage Beschreibung des Verdächtigen."
Marco F. wurde zur Zielperson der Drogenfahnder. Doch wo er sich aufhielt, wusste niemand. Langwierige Ermittlungen und Observationen führten schließlich zum Erfolg. Marco F. wurde festgenommen. Auch für seine beiden Komplizen, den 28-jährigen Stefan W. aus Graz und den türkischen Staatsbürger Sahin A. (30) aus Kapfenberg klickten die Handschellen.
Täter trug Fußfessel
Den drei Männern wird vorgeworfen, mit weiteren elf Dealern im Alter zwischen 27 bis 50 Jahren insgesamt 11.245 Kapseln Substitol (pro Kapsel 200 Milligramm), 1750 Benzodiazepintabletten, 200 Gramm Marihuana, neun Gramm Kokain und 160 Gramm Heroin in Umlauf gebracht zu haben. Ein Täter trug sogar eine Fußfessel und stand in Wien praktisch unter Hausarrest. Das sollte ihn aber nicht hindern, mit Heroin zu handeln.
Die drei mutmaßlichen Haupttäter kannten sich von früher. Marco F., Stefan W. und Sahin A. saßen gemeinsam im Gefängnis. Nach ihrer Haftentlassung zogen sie gemeinsam den Drogenhandel auf. Das Substitol besorgten sie sich in der Wiener Szene, oft vor einer Apotheke, in der Süchtige die Kapseln bekommen hatten. Zweimal wöchentlich fuhren sie in die Bundeshauptstadt und brachten das Drogenersatzmittel in die Steiermark, wo sie mehr als 100 Abnehmer fanden.
Bei Hausdurchsuchungen in der Steiermark und in Wien wurden 14.000 Euro Drogengelder, 214 Kapseln Substitol, 200 Stück Benzodiazepintabletten, 79 Gramm Cannabiskraut sowie je 50 Gramm Kokain und Heroin, Amphetamine, eine Indoor-Anlage, ein Notebook und verbotene Waffen sichergestellt.
Unterstützt wurden die Leibnitzer Drogenfahnder von der Wiener Polizei und der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS).




















