Bezirks- und Gemeindesuche
Stalker quälte jahrelang Familie
Weil sie ihn einmal beleidigt hätte, verschickte der Südsteirer in ihrem Namen Pornobriefe. Nach acht Jahren ist sein Spiel nun aus - der 46-Jährige wird angezeigt.

Foto © APA/Sujet
Der Vorfall liegt schon viele Jahre zurück und wäre wohl längst vergessen - wenn ihn nicht ein heute 46-jähriger Südsteirer immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen würde. Und das auf unglaubliche Weise: Seit dem Sommer 2004, damals soll ihn eine Familie aus dem Raum Straden beim Fischen beleidigt haben, verschickte der Mann in deren Namen in der gesamten Gemeinde immer wieder Briefe an Leute, deren Namen und Adressen er sich wahllos aus dem Telefonbuch suchte.
Die Briefe waren zwar mit dem Computer geschrieben und als Geschäftsbrief getarnt - "er verwendete beispielsweise oft das Wort ,supletär´, weil es ihm wohl geschäftsmäßig vorkam", so ein Beamter der Polizei Halbenrain - doch schon bald gingen die Schreiben in pornografische Geschichten über. Außerdem waren den Briefen immer Pornobilder beigelegt. Rund achteinhalb Jahre lang hatte die Familie deswegen große Unannehmlichkeiten. Und nicht nur wegen der Schreiben: "Er bestellte auch unter ihrem Namen Waren, die sie dann zurückschicken und die Verträge stornieren mussten", berichtet der Polizeibeamte.
Jetzt, nachdem mehr als 100 Briefe verschickt worden waren - der Täter hatte zwischendurch monatelange Pausen eingelegt - konnte die Polizei den Täter, der noch bei seiner Mutter lebt, ausforschen. Ein pensionierter Lehrer, den die Polizei zu Rate gezogen hatte, konnte sich aufgrund beschriebener Kindheitserlebnisse an seinen einstigen Schüler erinnern. Dieser gab die Taten rasch zu: Er wollte sich rächen und außerdem hätte ihm das Schreiben großen Spaß gemacht, so seine Rechtfertigung. Der Südsteirer wurde wegen Stalkings zur Anzeige gebracht.



















