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Zuletzt aktualisiert: 21.01.2013 um 15:15 UhrKommentare

Reaktionen: Von Zustimmung bis Wut

Das Land hat heute die neue Landkarte für die Steiermark vorgestellt. Statt bisher 539 gibt es künftig nur mehr 285 Gemeinden. Nicht alle Bürgermeister stehen der Zusammenlegung positiv gegenüber.

Foto © Thomas Wieser

Region Mürztal

Im Neubergertal sollen die Gemeinden Altenberg an der Rax, Mürzsteg und Neuberg an der Mürz zusammengelegt werden. Der Neuberger Bürgermeister Peter Tautscher (ÖVP) hätte sich auch eine größere Lösung mit mehreren Gemeinden vorstellen können. "Wir hätten dadurch stärker sein können", so Tautscher. Ganz anders die Reaktion des Bürgermeisters aus Etmißl, Hans Jobstmann (SPÖ). Seine Gemeinde soll mit Sankt Ilgen und Thörl zusammengelegt werden. "Erst wenn ich alles rechtmäßig zugestellt bekommen habe, gebe ich einen Kommentar ab", so Jobstmann. Schon vorher sprach sich Jobstmann gegen eine Fusion aus.

In Tragöß gab es gar eine Bürgerbefragung. Bei dieser stimmten 54 Prozent der Bewohner für ihre Selbständigkeit. Nun soll die Gemeinde jedoch mit St. Kathrein an der Laming zusammengelegt werden. Bürgermeister Rudolf Träutler (Namensliste Gemeinsam für Tragöß) dazu: "Das Volk hat seine Meinung gesagt, nun soll das Land sagen, wie wir weitertun, wie wir vorgehen sollen."

Die Gemeinden Aflenz Land und Aflenz Kurort sollen ebenfalls zu einer verschmelzen. Die beiden Ortsoberhäupter reagieren völlig unterschiedlich darauf. Der Bürgermeister von Aflenz Kurot, Hanns Finding (Namensliste), hätte sich eine große Lösung mit mehreren Gemeinden gewünscht. Er hätte es besser gefunden, wenn man versucht hätte, mehr Synergien zu nutzen. Berührungsängste hbet Finding nicht, er wolle nun das Beste daraus machen. Sein Kollege in Aflenz, Land Hubert Lenger (ÖVP), schlägt dagegen ganz andere Töne an: "Wir sind als Gemeinderäte für Aflenz Land gewählt worden und nicht dazu, die Gemeinde zu zerschlagen."

Bezirk Liezen

Im Bezirk Liezen gehen die Wogen vor allem in Rohrmoos hoch. Die Gemeinde soll mit Schladming zusammengelegt werden. Der Bürgermeister von Rohrmoos, Hermann Trinker (Namensliste), hat angekündigt, alle rechtlichen Mittel dagegen auszuschöpfen, die möglich sind. Nun müsse er erst einmal versuchen, die Wut der Bürger zu dämpfen. "Es ist mit völlig unverständlich, warum man den Krieg in die Dörfer trägt", so Trinker in Richtung Voves und Schützenhöfer.

Auch Weißenbach bei Liezen will eine Fusion mit Liezen mit allen Mitteln verhindern. Der Tauplitzer Bürgermeister Peter Schweiger (ÖVP), dessen Gemeinde mit Bad Mitterndorf und Pichl-Kainaisch zusammengelegt wird, zeigt Unverständnis: "Ich sehe es nicht ein, dass nicht über alle Gemeinden gleich drübergefahren wird."

Region Murtal

Foto

Foto © Zeiler

Foto vergrößernDer Bürgermeister von Apfelberg, Karl Bacher (SPÖ)Foto © Zeiler

Auch im Murtal gehen die Wogen hoch. Der Bürgermeister von Apfelberg, Karl Bacher (SPÖ) - seine Gemeinde soll mit Knittelfeld zusammengelegt werden - will aus der Partei austreten. Er überlegt auch den Gang zum Verfassungsgerichtshof. Der Bürgermeister von Bretstein denkt gar an Rücktritt. Bretstein soll mit Oberkurzheim, Oberzeiring, Sankt Johann am Tauern und Sankt Oswald-Möderbrugg fusionieren. In Flatschach denkt Alois Pichler (ÖVP) an eine Volksbefragung, die Gemeinde soll mit Spielberg zusammengehen.

Bezirk Leoben

"Ich persönlich habe angenommen, dass im Bezirk Leoben mehr passiert", erklärt Eva Maria Lipp, VP-Bezirksparteiobfrau. Sie habe vermutet, dass es zu einer Fusion von Niklasdorf und Proleb kommen werde. Sie habe sich auch nicht gedacht, dass St. Peter-Freienstein eigenständig bleiben werde. "Die Gemeinden im Bezirk Leoben sind zum eigenständigen Überleben groß genug. Außerdem ist die Infrastruktur in den Gemeinden sehr gut ausgebaut", meint Lipp.

Anton Lang, SP-Bezirksparteiobmann, meint zur neuen Landkarte: "Die Fusion von Trofaiach, Gai und Hafning ist ein Vorzeigemodell. Dass die Gespräche zwischen St. Peter-Freienstein, Traboch und Leoben zu keinem Erfolg geführt haben, tut mir persönlich leid", so Lang. Einige Gemeinden im Bezirk stünden finanziell gut genug da, um eigenständig zu bleiben. Jetzt erfolge der erste Schritt. Man habe nun aber noch zwei Jahre lang Zeit, um weitere Gespräche zu führen: "Vielleicht gibt es noch die eine oder andere Gemeinde, die sich für eine Fusion entscheidet", meint Lang.

Bezirk Voitsberg

Graden Salla, Köflach, Maria Lankowitz und Gößnitz sollen eine Gemeinde werden - nicht ohne Widerstand. Nicht über den Tisch ziehen lassen will sich indes Siegfried Steurer (ÖVP) aus Salla. Machte er schon gegen den ersten kolportierten Vorschlag des Landes (Salla, Graden, Köflach) mobil, will er sich mit der ganz großen Lösung (Salla, Graden, Köflach, Maria Lankowitz, Gößnitz) erst recht nicht abfinden. "Gegen eine Fusion wehre ich mich mit allen legalen Mitteln", so der Bürgermeister, der gemeinsam mit dem Forum Sankt Lambrecht vor den Verfassungsgerichtshof in Wien ziehen will. "Bürgermeister Zagler meinte bei der Bürgerversammlung in Köflach, dass er sich eine Fusion mit Salla gar nicht leisten könne", meint Steurer weiter. "Wir wären bescheuert, wenn wir uns das gefallen lassen würden."


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