Bezirks- und Gemeindesuche
Keine Leistung ohne Gegenleistung
Im Schnitt erhält ein Bauer im Jahr 7770 Euro, doch die Einkommen stagnieren trotzdem.
BRÜSSEL, GRAZ. Regelmäßig sorgen die Zahlungen an die Landwirtschaft für Erregung. Immerhin ging es in der Steiermark nach Angaben des Agrarressorts im Jahr 2011 um rund 216 Millionen Euro für 27.841 Landwirte. Das waren 7770 Euro pro Betrieb. Dem stehen Nettoeinkommen pro Bauernhof von rund 20.000 Euro gegenüber. Die sind allerdings seit dem Jahr 1995 praktisch nicht gestiegen. Das heißt, dass die Agrareinkommen ohne diese Gelder nur rund 12.000 Euro im Jahr betragen würden.
Die Statistik zeigt, dass rund ein Zehntel der Betriebe ein Drittel der Direktzahlungen erhält. Durchschnittlich sind das bei diesen Bauernhöfen rund 29.900 Euro im Jahr. 13 große steirische Agrarbetriebe kamen im Jahr 2011 sogar auf Zahlungen von je mehr als 100.000 Euro. An die restlichen 25.000 Betriebe gingen im Schnitt Zahlungen von 5300 Euro. Dabei entfielen auf die 14.500 schwächsten Höfe durchschnittlich 1900 Euro.
Die Bauernvertreter erklären, dass der Sektor als einziger Politikbereich praktisch vollkommen den EU-Regeln unterliegt. Nach der Zeit von Getreideüberschüssen und Butterbergen hätten viele Reformen - etwa durch Österreichs Kommissar Franz Fischler - für klare Regeln gesorgt. Einen starken Rückgang der Zahl der Betriebe konnten sie nicht verhindern.
Die Regel lautet: keine Leistung ohne Gegenleistung. Geld fließt gegen Auflagen etwa für naturnahes Wirtschaften, für Nachteile, welche Bergbauern gegenüber den Betrieben in der Ebene haben, für besondere Methoden etwa der Biolandwirtschaft oder für andere gesellschaftlich gewünschte Kriterien. Viele der Auflagen bedeuten Einkommensverluste für die Bauern. Die Zahlungen sollen sie ausgleichen.





















