Bezirks- und Gemeindesuche
Werkstätte brannte ab: Mann rettete Bruder
Ein 47 Jahre alter Oststeirer dürfte in der Nacht auf Freitag seinem zwei Jahre jüngeren Bruder beim Brand einer Werkstatt das Leben gerettet haben. Beide Männer erlitten eine Rauchgasvergiftung und mussten ins Spital gebracht werden.

Foto © KLZ / Fuchs
KAINBACH BEI GRAZ. Werner Wessely (47) und seine Lebensgefährtin waren zum Glück noch wach, als am Freitag kurz nach Mitternacht im Haus vis á vis in der Äußeren Ragnitz ein Feuer ausbrach. Dort hat oberhalb einer Werkstatt sein um zwei Jahre jüngerer Bruder August eine kleine Wohnung. "Wir haben das Knistern gehört und gleich nachgeschaut", erzählt Wessely. Er sah die Flammen aus dem Dach des Gebäudes schlagen und rannte hinüber zur Wohnung seines Bruders, der noch fest schlief.
Die Haustür war versperrt, doch dem 47-Jährigen gelang es, sie mit aller Kraft aufzureißen. "Dann bin ich hinein, hab' ihn aufgeweckt und rausgeholt. Das war's auch schon", spielt Wessely seine Tat herunter. Anschließend sei er noch auf das Dach hinaufgeklettert und habe alle vorhandenen Feuerlöscher - fünf insgesamt - auf die Flammen gerichtet.
Doch der Brand ließ sich nicht eindämmen. "Das Feuer breitete sich in der Dachisolierung weiter aus. Wir mussten links und rechts einen Außenangriff vornehmen und das Dach aufreißen", berichtet Johann Bloder, Einsatzleiter der Feuerwehr Kainbach. Ausgerüstet mit schwerem Atemschutz gelang es den insgesamt 47 Kräften von drei Feuerwehren, den Brand nach rund zweieinhalb Stunden endgültig zu löschen.
Die beiden Brüder wurden wegen Verdachts der Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht, konnten es aber bald wieder verlassen.
"Ein bisschen Halsweh hab ich noch, meinem Bruder geht's aber gut, das ist das Wichtigste", so Werner Wessely am Freitag. Der Dachstuhl, die Wohnung und die Werkstatt sind jedoch schwer beschädigt. Das Feuer dürfte vom Werkstattofen ausgegangen sein, so die Polizei. WILFRIED ROMBOLD




















