Bezirks- und Gemeindesuche
Burn-out treibt Steirer früh in die Pension
In keinem anderen Bundesland warfen so viele Arbeitnehmer wegen psychischer Probleme das Handtuch. Die AK verlangt nun, verpflichtend Arbeitspsychologen einzusetzen.

Foto © KKProjektleiterin Elisabeth Greiml, AK-Vizepräsident Franz Gosch und Psychiater Dr. Dietmar Bayer
Das neue Jahr bringt neue Hürden für jene, die in Frühpension wollen oder in eine Invaliditätspension müssen. Die häufigste Ursache sind psychiatrische Erkrankungen: ein Grund, warum das Arbeitnehmerschutzgesetz novelliert wurde. Demnach müssen Unternehmer mit 1. Jänner 2013 die Abläufe in ihrem Betrieb auch auf "psychische Auswirkungen" hin überprüfen. Doch wenige Tage, bevor die Novelle in Kraft tritt, fordern Vertreter von Arbeiterkammer und Ärzteschaft eine Korrektur: Arbeitspsychologen seien verpflichtend einzusetzen. In der Steiermark untermauern das Franz Gosch (AK-Vize) und Dietmar Bayer (Facharzt für Psychiatrie) mit teils dramatischen Zahlen. Denn bereits in 42 Prozent der neuen steirischen Invaliditätspensionsfälle waren psychiatrische Erkrankungen die Ursache. In Zahlen: Von 5460 Personen, denen eine Berufsunfähigkeit bescheinigt wurde, waren in 2300 Fällen Depressionen etc. der Grund dafür. Frauen hat es am häufigsten getroffen, egal, ob sie Arbeiter oder Angestellte sind. Im Ländervergleich liegen die Steirer klar vor dem Zweitplatzierten Vorarlberg (34,8 Prozent) und dem Bundesschnitt (32,2 Prozent). Psychiater Bayer kann EU-Studien nur bestätigen, in denen es heißt: "Depressionserkrankungen und Burn-out haben den Stellenwert einer Volkskrankheit wie Diabetes."
Freilich leiden auch steirische Betriebe: 2001 sind 318.066 Krankenstandstage wegen "ausgebrannter" Beschäftigter angefallen. Eine Folge von "ständiger Anspannung durch hochgeschraubte Zielvorgaben", schildert Gosch Erfahrungen der Burn-out-Plattform. Der Bund wäre gefordert, im Arbeitnehmerschutzgesetz die Arbeitspsychologen zu verankern.
Fachleute erwarten, dass der Anteil von Burn-out & Co. als Grund einer vorzeitigen Pension heuer noch ansteigt. Zumal 2014 die befristete Invaliditätspension abgeschafft wird. Nur mehr jene, die trotz Reha und Umschulung nicht mehr in der Lage sind, zu arbeiten, haben eine Chance.
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Fakten
38.218 Steirer waren im Vorjahr beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger als Bezieher einer Invaliditätspension eingetragen. 14.377 Personen (37,6 Prozent) waren wegen psychiatrischer Erkrankungen als berufsunfähig eingestuft.
42,1 Prozent der neuen Invaliditätspensionsfälle in der Steiermark hatten Depressionen etc. als Ursache. Damit liegt die Steiermark im Bundesländervergleich an erster Stelle.



















