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Ansturm auf Alm und Hüttengaudi
Wer Weihnachten oder Silvester auf einer Almhütte verbringen will, muss schnell sein. Der Andrang ist enorm, die Wachstumsraten hoch. Denn für viele ist ein Urlaub ohne viel Luxus der wahre Luxus.

Foto © steiermark tourismus / c perchtAuch im Sommer gibt's auf Hütten starke Zuwächse
Auf der Alm, da gibt's koa Sünd' - und fast keine freien Betten mehr. Zumindest was einen Hüttenurlaub über Weihnachten und Silvester betrifft, müssen Spätentschlossene schnell sein. "Es gibt nur noch ganz vereinzelt freie Hütten", sagt Astrid Schoberer-Nemeth, Geschäftsführerin von Urlaub am Bauernhof, wo man auch 350 Almhütten online unter www.urlaubaufderalm.com im Programm hat. "Zu Silvester ausgebucht, zu Weihnachten gibt's noch fünf Hütten", sagt indes Jürgen Weis, Geschäftsführer des Buchungsportals www.huetten.com. "Ausgebucht, aber im restlichen Winter gibt's noch Hütten", heißt es bei www.huettenpartner.at.
Doch nicht nur zur angeblich "stillsten Zeit des Jahres" haben Urlaube in stillen, abgelegenen Bergregionen abseits großer Hotelanlagen Hochsaison, berichten die Hüttenvermittler. "Das Interesse stieg im gesamten letzten Jahr enorm", sagt Schoberer-Nemeth. Von "der heuer absolut höchsten Nachfrage im 30-jährigen Bestehen des Unternehmens", berichtet Weis von www.huetten.com. Damals als Spezialreisebüro mit 30 Hütten im Angebot gestartet, hat der Deutsche bereits 300 Hütten, vor allem in Österreich, im Online-Angebot, "und wir liegen bei den Buchungen um mehr als 30 Prozent über dem Wert von vor zehn Jahren". Wie groß der Andrang auf die besten Platzerln ist, zeigt der Umstand, dass laut Weis 40 Prozent aller Hüttengäste bei der Abreise fürs Folgejahr reservieren. Von zehn bis 15 Prozent Kundenwachstum pro Jahr (!) berichtet Ralph Baumgartner von huettenpartner.at, wo man allein in obersteirischen Skigebieten drei Hüttendörfer betreibt und für 2013 "ein weiteres für die Steiermark plant".
Der Grund für diesen Hütten-Boom? "Immer mehr wollen weg vom Massentourismus, weg vom Trubel, hin zum naturbezogenen Urlaub", sagt Weis. Im Gegensatz zum "sehr winterlastigen Geschäft früher" vermiete man mittlerweile schon die Hälfte des Volumens im Sommer.
In wärmeren Jahreszeiten sind es vor allem Familien - mit 77 Prozent Buchungsanteil -, die sich für einen Hüttenurlaub entscheiden. Im Winter ziehe es vielfach (Freundes-)Gruppen auf die Hütten. Abgesehen vom Argument der Piste vor der Hüttentür eint offenbar alle das Bedürfnis, "unter sich" zu bleiben: "94 Prozent unserer Gäste geben Ruhe als ein Motiv für einen Hüttenurlaub an", so Schoberer-Nemeth.
Für einen gemütlichen Urlaub hoch am Berg nehmen viele Gäste wohl auch gern so manche Abstriche im Vergleich zu Top-Hotels in Kauf. Oder anders gesagt: Für viele sind ein paar Tage ohne Schnickschnack der wahre Luxus. Wobei es auch hier laut Schoberer-Nemeth Veränderungen gibt: Während vor zehn Jahren noch jede vierte Hütte einfachst ausgestattet war (z. B. kein Strom), seien es jetzt nur noch acht Prozent. Gleichzeitig sei die Zahl der top ausgestatteten Hütten von zehn auf 23 Prozent gestiegen.
Der Hütten-Boom bringt vor allem auch viele Bauern dazu, ihre diversen Almhütten aufzurüsten und zu vermieten, heißt es bei Urlaub am Bauernhof. Das bestätigt auch Weis von huetten.com: "Wir haben viele Bauern als Partner."
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Fakten
www.urlaubaufderalm.com gehört zum Netzwerk "Urlaub am Bauernhof" und bietet 350 Almhütten (davon 200 in Kärnten und 100 in der Steiermark) an.
www.huetten.com wurde vor 30 Jahren in Deutschland gegründet, hat seinen Sitz in Klagenfurt und 300 Hütten im Angebot.
www.huettenpartner.at hat 300 Hütten, u.a. Hüttendorfer in der Obersteiermark, im Angebot.





















