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    Zuletzt aktualisiert: 16.11.2012 um 17:00 UhrKommentare

    Den ganzen Tag eine Klasse für sich

    Echte Ganztagsschule und nicht nur reine Nachmittagsbetreuung? Zwischen den Unterrichtseinheiten haben sie "betreute Lernzeiten" und "betreute Freizeiten". Ein Besuch im Grazer BRG Körösi, das den Versuch wagt.

    Lernen und leben. 25 Schüler sitzen in der verschränkten Ganztagsklasse des BRG Körösistraße in Graz

    Foto © GERY WOLFLernen und leben. 25 Schüler sitzen in der verschränkten Ganztagsklasse des BRG Körösistraße in Graz

    Frau Professor hat einen Schöpflöffel in der Hand: "Die Buben da vorne beginnen", sagt sie und zeigt mit dem Finger auf einen Tisch. Sechs Zehn- und Elfjährige stürmen auf sie zu, Suppenteller in der Hand. Es ist kurz nach halb eins und die Kinder der Ganztagsklasse im Bundesrealgymnasium (BRG) Körösistraße haben fünf Schulstunden hinter sich. Vor ihnen liegen noch drei. Dieses Programm haben sie jeden Tag. Das, so sagen sie, finden sie ganz normal.

    Die Schüler der 1d sind Teil von etwas Neuem in der Grazer Schule. Sie besuchen die im September erstmals gestartete Ganztagsklasse in verschränkter Form. Ihr Schultag dauert bis 16.10 Uhr oder bei Bedarf auch länger. Freitag ist "Familientag", da können die Schüler schon früher nach Hause. Zwischen den Unterrichtseinheiten haben sie "betreute Lernzeiten" und "betreute Freizeiten". Eine starre Aufteilung in Vormittagsunterricht und Nachmittagsbetreuung gibt es nicht. Die ganze Zeit sind sie mit ihren Lehrern zusammen.

    Auch beim Mittagessen. An diesem Tag gibt es nach der Suppe Wiener Schnitzel. "Wir Lehrer haben kein Problem damit, den Kindern auch das Essen auszugeben", sagt Klassenvorstand Ulrike Jaklitsch. Es gehe darum, eine Beziehung zu den Kindern aufzubauen. "Das ist ein sehr wohltuender Ausgleich." Einen Paradigmenwechsel nennt es ihr Kollege Franz Rauscher. Er ist Leiter der Nachmittagsbetreuung. Diese klassische Form der Ganztagsschule gibt es am BRG Körösi weiterhin. Doch jeweils eine erste Klasse soll in Zukunft wie die 1d verschränkt geführt werden.

    In deren Klassenzimmer gibt es drei Tischreihen, eine Tafel und einen Beamer. Am Fenster hängen Drachen und Efeublätter, an den Wänden Bilder und Zettel. Im hinteren Teil wird's gemütlich. Eine grüne und eine orange Couch stehen da, daneben Kästen und ein Spind. Und es gibt einen Kühlschrank. "Die Kinder sind lange da, die brauchen das", sagt Jaklitsch. Für die Lehrer steht eine Kaffeemaschine bereit. Für das über die klassische Schuleinrichtung hinausgehende Mobiliar hat Direktor Franz Pressler ein Extrabudget bereitgestellt. Zusammengebaut hat er es gemeinsam mit den Lehrern der Klasse in der letzten Sommerferienwoche.

    Summanden und Fragen

    Gerade ist BLZM, wie der Stundenplan verrät, "betreute Lernzeit Mathematik". Es ist 10.50 Uhr. Am nächsten Tag steht die erste Schularbeit an. Zum Üben erklärt Lehrerin Julia Hackl ein Zahlenquiz, das an die Wand gebeamt wird. Paarweise lösen die Schüler die Aufgaben. Wie lautet der zweite Summand, wenn der erste 24 und die Summe 78 ist? Eine Hand geht nach oben, ein "Herr Professor!?" in Richtung von Otto Lichtenauer, der durch die Reihen geht: In den Hauptgegenständen und beim betreuten Lernen sind immer zwei Lehrer in der Klasse, "Teamteaching" nennt sich das. "Das Budget für die Ganztagsschulen ist vom Ministerium so dotiert, dass das möglich ist", erklärt Schulleiter Pressler.

    Seit rund zwei Monaten sind die Schüler jetzt schon in der Ganztagsklasse. Was anders ist als in der Volksschule? "Wir haben keine Hausaufgaben. Das ist angenehm. Wenn ich nach Hause komme, habe ich alles fertig", sagt Nina. "Früher bin ich oft noch bis sieben Uhr bei den Aufgaben gesessen", erzählt Heidrun. Konstantin finde es gut, "dass in der Aufgabenstunde immer zwei Lehrer da sind". Luca mag die Zeit nach dem Mittagessen, wo die Schüler in den großen Hof oder bei Schlechtwetter in den Spieleraum mit Tischtennis und Drehfußball gehen können. "Am Anfang war es aber schon anstrengend, länger in der Schule zu sein", sagt er.

    Klassenvorstand Jaklitsch stimmt zu: Anstrengend sei es phasenweise sicher. "Aber anstrengend ist auch eine AHS mit Hausaufgaben." Die Kinder der Klasse bräuchten auch ihre Pausen und Rückzugsmöglichkeiten. Doch eines sei klar: "Wir sind eine Schule, kein Vergnügungsklub."

    Derzeit werde noch viel improvisiert, erzählt der Direktor. Das soll im nächsten Jahr ein Ende haben. Der Bund baut der Schule ein komplettes Stockwerk dazu: für die Nachmittagsbetreuung und die Ganztagsklassen.

    SONJA HASEWEND

    So viele Schulen gibt es

    Schulische Tagesbetreuung bieten: 191 von 496 steirischen Volksschulen. 56 von 173 Neuen Mittelschulen/Hauptschulen. 34 von 37 AHS-Langformen (Unterstufe).

    Verschränkte Ganztagsschulen gibt es in der Steiermark 14: davon 8 Volksschulen, eine Hauptschule/Neue Mittelschule, drei öffentliche AHS und zwei private.

    Begriffsklärung. Ganztagsschule bedeutet: Vormittagsschule mit Nachmittagsbetreuung oder ein mit Freizeitphasen verschränkter Unterrichtstag. Nicht zu verwechseln ist dies mit der Gesamtschule, wo alle 10- bis 14-Jährigen gemeinsam unterrichtet werden.

    Betreuung - aber wie?

    SPÖ und ÖVP haben sich vor Kurzem darauf geeinigt, die Ganztagsschulen stärker als geplant auszubauen. Die SPÖ fokussiert mehr verschränkte Ganztagsschulen, wo im Gegensatz zur reinen Nachmittagsbetreuung Unterricht und Freizeitphasen über den Vor- und Nachmittag verteilt sind (Beispiel links). Die ÖVP pocht auf die Wahlfreiheit für Eltern bei der Betreuung. Diskutiert wird auch, ob Eltern mehr Mitspracherecht bekommen sollen, ob aus einer Schule eine Ganztagsschule wird.

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