Bezirks- und Gemeindesuche
Geschenke statt hoher Zinsen
Zum Weltspartag wollen die heimischen Banken ihre Kunden mit Geschenken motivieren. Trotz der wirtschaftlichen Lage werden viele Besucher erwartet.

Foto © APA | Sujet
Wenn Luftballons sämtliche Bankfoyers zieren, Striezel, Brötchen und Gebäck sowie Gläser mit edlen Tröpfchen zur freien Entnahme in Banken stehen und die Menschen sich ihre Geschenke aussuchen können, kann es sich nur um den Weltspartag handeln. Doch der Schein trügt ein wenig, denn ganz so harmonisch ist die Stimmung bei vielen Kunden nicht. Die Meinungen gehen auseinander (siehe Umfrage): Die einen meinen, dass Sparen in Zeiten wie diesen grundsätzlich nichts bringt, die anderen geben es auch jetzt nicht auf. Doch gute Zinsen für Sparbücher können die Banken ihren Kunden nicht bieten. "Die momentane Zinslage ermöglicht es uns nicht, unseren Kunden attraktive Produkte anzubieten", ist sich Markus Schrangl, der Leiter des Vorstandsbüros der Landes-Hypothekenbank Steiermark, bewusst.
Weltspartag 2012
HYPO
Markus Schrangl von der Landes-Hypothekenbank Steiermark setzt heuer auf das Motto "Schenke lieber ungewöhnlich". Die Förderung gemeinnütziger Vereine und Regionalität stehen im Zentrum.
BKS
Alfred Kordasch von der BKS Steiermark will zum heutigen Weltspartag eine Signalwirkung in Richtung Nachhaltigkeit erzielen und verschenkt Jutesäcke; für Kinder gibt es Wanddeko.
VOLKSBANK
Thomas Breitenberger von der Volksbank präsentiert Geschenke für jedermann. Für Große gibt's ein gutes Tröpfchen oder Taschenlampen, für Kleine Buntstifte, Spielzeug und Malfarben.
RLB
Astrid Szlamar von der Raiffeisenlandesbank Steiermark bedankt sich bei den Kunden heute mit Sparschweinen, bunten Notizblöcken, Spielkarten und Legosteinen für ihre Treue.
BANK AUSTRIA
Julia Stiendl von der Bank Austria hat mit dem Maus-Federpennal etwas für Kinder, mit der Trinkflasche etwas Praktisches und mit dem Flugsimulationsspiel etwas für Technikbegeisterte.
Um darüber ein bisschen hinwegzutrösten und Kunden eine kleine Freude zu machen, werden ihnen allerhand Geschenke aufgewartet. Die Banken sind gerüstet für den Weltspartag, an dem sie trotz der wirtschaftlichen Lage viele Kunden erwarten.
In den Hypo-Filialen wird es heuer Produkte geben, die ausschließlich aus dem Raum Graz und Graz-Umgebung stammen. Neben dem Fokus auf Regionalität setzt man hier auf die Förderung gemeinnütziger Vereine. So haben etwa Menschen mit Sehbehinderung aus dem Odilieninstitut Vasenuntersetzer und Teelichtschalen handgefertigt und das Tagwerk hat Smartphone-Etuis gestaltet.
Nachhaltigkeit
Alfred Kordasch, der Leiter der BKS Bank Steiermark, erklärt, dass "die BKS ein Signal in Richtung Nachhaltigkeit senden will und heuer Jutetaschen verschenkt". In der Bank Austria ist man eher praktisch veranlagt. Hier gibt es eine Trinkflasche, ein PC-Spiel oder ein Federpennal aus Plüsch. Die Qual der Wahl haben Kunden der Raiffeisen, Steiermärkischen und Volksbank, die neben Sparschweinen auch technische, spielerische und kulinarische Geschenke anbieten.
Und natürlich dürfen die bunten Luftballons nicht fehlen, die stolz von den Kleinsten aus der Bank getragen werden.
Features
Ist Sparen für Sie noch sinnvoll?
Michael Radspieler (24), Student aus Graz: "Bei der momentanen Verzinsung und den Aussichten in naher Zukunft ist Sparen für mich eigentlich komplett überflüssig. Mich interessiert derzeit daher nur das Bausparen, das mache ich auch. Alle anderen Sparmöglichkeiten sind für mich eher unsinnig, weil die Zinsen einfach viel zu gering sind.
Gabriele Tsopelas (65), Pensionistin aus Graz: "Ich habe einen Bausparer, der ausläuft. Ich verlängere ihn nicht - die Zinsen sind lächerlich. Sonst habe ich ein Sparbuch für Rücklagen, was täglich fällig ist. Aber das habe ich nicht wegen der Zinsen, sondern damit das Geld nicht unterm Polster liegt. Aber gewinnen kann man nichts, das Geld wird immer weniger wert."
Michelle Reicher (22), Kreditsachbearbeiterin aus Graz: "Ich spare und habe ein Sparbuch ohne Bindung. Die Zinsen für anderes Sparen bringen mir nicht mehr viel. Ich bin jung und möchte mir noch viel aufbauen, da brauche ich etwas, worauf ich jederzeit zugreifen kann. Längerfristiges Sparen ist für mich - zumindest in diesem Moment - noch zu früh."
Friedrich Schachner (60), Unternehmer aus Öblarn: "Sparen ist immer sinnvoll. Damit man etwas auf die Seite legen kann und dann auch in schlechten Zeiten eine Rücklage hat. Ich möchte aber nichts riskieren und wähle daher sichere Sparformen wie Sparbücher. Auch jetzt, wo man mit den Zinsen natürlich nicht zufrieden sein kann, spare ich weiter."



















