Bezirks- und Gemeindesuche
Sechs Güterbahnhöfe werden stillgelegt
"Rail Cargo Austria" schließt sechs Güterbahnhöfe in der Steiermark und kündigt Mitarbeiter, um ihre Liquidität sicher zu stellen.

Foto © APA ÖBB-Chef Christian Kern: Österreichweit schließen 41 Güter-Verladestationen der Rail Cargo
GRAZ/KLAGENFURT. Das ist ein Überfall!" Die Eisenerzer Bürgermeisterin Christine Holzweber ist von den in der Aufsichtsratssitzung der "Rail Cargo Austria" (RCA) gefällten Beschlüssen geschockt. Um die Liquidität der Eigenkapital schwachen ÖBB-Tochter "RCA" zu erhalten werden österreichweit 41 Güterzugbahnhöfe geschlossen: Eisenerz ist neben weiteren fünf steirischen Güterbahnhöfen (Friedberg, Großreifling, Hieflau, Weißenbach-St. Gallen und Rohrbach-Vorau) genauso auf der Liste wie fünf Güterverladestationen in Kärnten.
Die heimische Wirtschaft wird an den 41 Orten wohl auf Lkw umsatteln müssen. "Wir werden die Infrastruktur jedoch erhalten. Sollte es Veränderungen geben, können wir die Bedienung wieder aufnehmen", sagt ÖBB-Vorstandsvorsitzender Christian Kern und fügt hinzu: "Die Chancen liegen jedoch bei null."
Derzeit verliere man an jenen 41 Standorten in Österreich, die geschlossen werden, 92 Cent pro Euro Umsatz. "Das sind sechs Millionen Euro Verlust", sagt Kern. Insgesamt wurden von der "RCA" 141 Verladestellen in Österreich auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft. "Für die restlichen Verladestellen hat der Vorstand einen klaren Auftrag, nämlich, sie zu erhalten", sagt Kern. Dafür müssen aber Kosten gespart und neue Aufträge akquiriert werden. Sonst drohen weitere Schließungen. "Wir werden allerdings letzten Endes immer noch ein Bediennetz haben, das besser als in Italien oder der Schweiz ist", sagt Kern.
100 Stellen fallen weg
Es kommt auch zu Kündigungen: 100 Mitarbeiter spart die "RCA" österreichweit ein. "Im nächsten Jahr sollen es aber wieder 500 bis 700 Kündigungen sein", sagt Martin Höbarth, Forstreferent der Wirtschaftskammer Österreich, der auch eine massive Zunahme des Lkw-Verkehrs auf Österreich zurollen sieht. Die ÖBB widersprechen dem und schätzen das durch die Schließungen verursachte Verkehrsaufkommen auf 94 Lkw pro Tag.
Noch nicht beschlossen wurde in der Aufsichtsratssitzung das geplante Joint Venture mit dem Grazer Unternehmen "JCL Logistic Austria": "Wir führen noch Verhandlungen, die Entscheidung fällt Anfang Dezember", sagt Kern.




















