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Sparbücher lagen bei Busstation: Lenker fuhr retour
Älteres Ehepaar hatte Tasche samt Sparbüchern und Geld liegen gelassen. Der Buslenker half sofort. Er drehte unter dem Beifall der Fahrgäste um. Und die Tasche lag noch unberührt an der Haltestelle.

Foto © GERY WOLFRobert Ertl, 42: "So eine Reversion ist nicht ohne"
Es gehe um einen Busfahrer und um eine Verspätung von rund 15 Minuten: Mit diesen Worten meldete sich Dietlinde Fruhwirth am Dienstag bei der Kleinen Zeitung. Der entscheidende Nachsatz: Nein, als betroffener Fahrgast wolle sich nicht beklagen - ganz im Gegenteil: Hinter dieser Verspätung stecke "eine ungemein tolle Aktion, die erzählt gehört".
Wie sich bald herausstellte, versprach sie nicht zu viel: Denn der Grazer Buslenker namens Robert Ertl hatte am Montag kurzerhand den Fahrplan über den Haufen gefahren - wohlgemerkt unter dem Applaus seiner Fahrgäste. Der Grund: Ertl half so einem älteren Ehepaar, eine Tasche voller Geld wiederzufinden.
29. Oktober, kurz vor neun Uhr: Ertl steuert den Watzke-Regionalbus der Linie 430 von Laßnitzhöhe (Bezirk Graz-Umgebung) nach Graz. In Autal steigt ein älteres Ehepaar zu, danach ist zwei Stationen lang alles wie immer - "aber plötzlich steht der ältere Mann neben mir. Er ist völlig fertig und schneeweiß im Gesicht. Und er erzählt mir, dass er und seine Frau bei der Haltestelle eine Tasche mit Sparbüchern und Bargeld vergessen haben".
"Ich muss leider umdrehen"
Der 42-jährige Buslenker zögert nicht und reagiert sofort - quasi filmreif: "Zuerst hab' ich mich zu den Fahrgästen umgedreht und ihnen erklärt, dass ich jetzt wegen eines Notfalls leider umdrehen muss. Und dann hab' ich das meiner Betriebsleitung durchgegeben und dafür auch grünes Licht bekommen."
Das mit dem Steuer-Herumreißen ist dann aber in der Praxis gar nicht so einfach, "so eine Reversion mitten auf der Hauptstraße ist nicht ohne", gesteht Ertl.
Doch sie gelingt - und nicht nur das: Als der Bus bei der Haltestelle vorbraust, liegt die Tasche quasi unberührt dort.
"Ich hab' nicht nachgefragt, aber der Herr hat sich freudestrahlend bei mir bedankt. Also nehm' ich an, dass noch alles da war", nickt Ertl. Um wie viel Geld es sich letztlich gehandelt habe, wisse er auch nicht, von 15.000 Euro sei später gemunkelt worden. "In Wahrheit ist das egal. Mich hat gefreut, dass alles gut gegangen ist. Und dass sich kein einziger Fahrgast wegen der Verspätung beklagt hat, im Gegenteil, die haben alle applaudiert. Das war ein klasses Gefühl!".
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"Nachher war die Red' von 15.000 Euro, aber ich weiß es nicht. Ist auch egal. Mich hat gefreut, dass alles gut gegangen ist. Und dass die Fahrgäste sogar
applaudiert haben."
Busfahrer Robert Ertl





















