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Zuletzt aktualisiert: 29.10.2012 um 17:09 UhrKommentare

Früher Schnee heißt noch lange nicht strenger Winter

Ein ganzes Land in Weiß - und das im Oktober: Das gab es zuletzt 2003, als der Winter danach aber auf sich warten ließ. Bis zu ein halber Meter Neuschnee sorgt für Skisaison-Frühstart.

Weinstöcke unter der Haube

Foto © APWeinstöcke unter der Haube

Kaum ein Fleckerl der Steiermark, das Montag früh nicht zumindest angezuckert war. Der vorgezogene Wintereinbruch hüllte das ganze Land in Weiß - und das teilweise ganz ordentlich: 56 Zentimeter Neuschnee am Niederalpl, 45 Zentimeter auf der Koralpe, 43 auf der Tauplitz, 17 in Mariazell und immerhin ein ganzer Zentimeter offiziell an der Station Graz-Straßgang meldete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) zu Mittag.

Noch einmal richtig kalt

Zwar erwischte der ungewöhnlich zeitige Gruß vom Winter einige Autofahrer wieder auf den falschen Patschen, das große Chaos auf den Straßen blieb zum Glück aber aus. Das nasse Weiß hatte sich von den Fahrbahnen schnell wieder verflüchtigt, die steigenden Temperaturen der kommenden Tage werden es im Süden bald ganz verschwinden lassen. "Nur in der Früh kann es ganz kalt sein, dazu tragen die frische Schneedecke und der klare Himmel einiges bei", sagt Albert Sudy von der Zamg Graz. Bis zu vier Minusgrade im Süden und zehn in den Bergregionen verheißen Morgenfrost und Glatteisgefahr. Ein Oberitalientief kündigt für Allerheiligen bereits den nächsten kräftigen Niederschlag an, der wird aber als Regen auf die heimischen Friedhöfe prasseln.

Doch zurück zum Winter: Eine geschlossene Schneedecke bereits im Oktober sieht Graz rein statistisch gesehen alle 15 Jahre, Zeltweg hingegen alle fünf und Mariazell sogar jedes zweite Jahr. Der letzte Rekord ist jedoch erst neun Jahre her. Der 24. Oktober 2003 bescherte Graz die früheste Schneedecke seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der Steiermark ein Chaos auf den Autobahnen, Unfälle mit Toten und Verletzten und großflächige Stromausfälle. Doch so schnell, wie er gekommen war, verschwand der Schnee damals auch wieder. Und ließ sich bis Mitte Dezember nicht wieder blicken. Viele geplante Ski-Openings wurden in diesem Jahr abgesagt. Im Süden der Steiermark wartete man sogar bis zu Dreikönig auf den ersehnten Schnee.

Bauernregeln

Dies ist zwar kein Beweis, aber vielleicht ein kleines Indiz darauf, dass früher Schneefall nicht unbedingt einen strengen Winter zur Folge hat. Experte Albert Sudy warnt vor falschen Schlüssen und verweist lieber auf Bauernregeln, die eher auf das Gegenteil hinweisen. "Bringt der Oktober schon Schnee und Eis, ist's schwerlich im Jänner kalt und weiß", heißt es da. Oder: "Schneit's im Oktober gleich, wird der Winter weich."

Wissenschaftlicher gehen die Klimatologen des ECMWF (Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen) an die Sache heran. Deren Prognosen, die auf Abweichungen von Durchschnittswerten basieren, sagen für die Monate November bis Dezember Temperaturen leicht unter dem Schnitt voraus. Der Niederschlag soll im langjährigen Durchschnitt bleiben. Auch das sagt freilich wenig über die zu erwartenden Schneemengen aus. Dazu braucht es - wie jetzt - Kombination aus polarer Kaltluft und feuchter Luft aus dem Süden.

WILFRIED ROMBOLD

Winterreifen ab Donnerstag Pflicht

Wer bisher noch auf Sommerreifen unterwegs war, musste auf sein Fahrgeschick und Glück hoffen, um nicht von der Straße zu rutschen. Verwaltungsstrafen in der Höhe von 35 Euro sind derzeit noch nicht fällig. Das ändert sich ab Donnerstag, wenn die Winterausrüstungspflicht in Kraft tritt. Dann müssen bei Schneefahrbahn, Schneematsch oder Eis an allen Rädern von Pkw und leichten Lastkraftwagen Winterräder montiert sein.

Erste Lifte in Betrieb

Mit der Achtersesselbahn Märchenwiese startet am Dienstag die Planai in den Skibetrieb, zu Allerheiligen folgen vier weitere Anlagen. Morgen nimmt der Wildkopflift auf der Turrach seinen täglichen Betrieb auf, am Donnerstag die Zirbenwaldbahn.

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