Bezirks- und Gemeindesuche
Illegale waren in Sattelschleppern versteckt
Acht Pakistani und zwei Afghanen waren in türkischen Sattelschleppern versteckt. Weil sie Hunger und Durst hatten, machten sie sich bemerkbar. Polizei versorgte sie.

Foto © Thomas Krenn/Landespolizeidirektion SteiermarkBei den Fahrzeugen waren die Zollplomben manipuliert
Zusammengepfercht in einer kleinen Ecke zwischen Säcken mit Walnüssen und Sonnenblumenkernen, vollkommen verdreckt, ohne Winterkleidung, hungrig und durstig: Die acht Pakistani und zwei Afghanen im Alter zwischen 14 und 30 Jahren hatten tagelange Strapazen auf sich genommen, um auf illegalem Weg nach Italien zu gelangen. Doch im Gemeindegebiet Unterpremstätten war die Fahrt vorzeitig zu Ende. Die Asylwerber hielten es vor Hunger und Durst nicht mehr länger aus und machten sich bemerkbar.
Zollplomben manipuliert
Die beiden türkischen Sattelschlepper, in denen die Illegalen versteckt waren, befanden sich auf der Fahrt nach Basel. Dort sollten sie die Lenker ihre Fracht (Sonnenblumen und Walnüsse) abliefern. Dass Schlepper auf den Ladeflächen der beiden Schwerfahrzeuge je fünf Flüchtlinge versteckt hatten, wollen sie nicht gewusst haben. Sie werden über Weisung der Staatsanwaltschaft dennoch angezeigt. Faktum ist, dass einer der Sattelfahrzeuge ein Reifenproblem hatte. Beide fuhren im Bereich von Unterpremstätten von der Autobahn (A 9) ab. Bei einer Tankstelle wollten sie die Reparaturen durchführen lassen. Doch dazu kam es nicht - Sonntagmittag hörte einer der Fahrer auf der Ladefläche Klopfzeichen.
Als er nachsehen wollte, bemerkte er, dass die Zollplomben manipuliert worden waren. Er lief zur Tankstelle und ließ die Polizei verständigen. Die Polizisten fanden die Flüchtlinge in ihren Verstecken und versorgten sie mit Essen und Getränken, während ihre Kollegen vom Landeskriminalamt (Gruppe für Menschenhandel und Schlepperei) die Ermittlungen aufnahmen. Dabei stellte sich heraus, dass die Betroffenen in der Nähe von Athen in einem Auffanglager untergebracht waren. Dort dürften sie mit den Schleppern in Kontakt gekommen sein. Sie zahlten 300 bis 500 Euro, dann wurden sie in mehreren Gruppen über die griechische Grenze geschleust. Irgendwo in einem Wald in Serbien war der Treffpunkt. Dort wartete wiederum ein Schlepper. "Schnell, schnell", forderte er die Betroffenen auf, brachte sie zu den Sattelschleppern und versteckte sie zwischen den Ladungen. Die Fahrer wollen davon nichts mitbekommen haben.
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