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Zuletzt aktualisiert: 23.10.2012 um 13:19 UhrKommentare

AT&S: Ursprüngliches Ergebnisziel "noch machbar"

Trotz des überraschend starken Gewinneinbruchs sieht AT&S keinen Grund für eine Gewinnwarnung. Für das Gesamtjahr geht AT&S nach wie vor von einer Umsatzsteigerung aus. Der Standort in Klagenfurt bereitet indes Sorgen.

Foto © APA

Trotz des überraschend starken Gewinneinbruchs in der ersten Hälfte seines Geschäftsjahres 2012/13 sieht der börsenotierte steirische Leiterplattenhersteller AT&S keinen Grund für eine Gewinnwarnung. "Es ist natürlich nicht so, dass wir mit dem Halbjahresergebnis zufrieden sein können, das sind wir auch nicht", sagte Finanzvorstand Thomas Obendrauf am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. "Das, womit wir ursprünglich angetreten sind, ist aus unserer Sicht immer noch machbar."

AT&S hat im ersten Halbjahr zwar seinen Umsatz von 241,88 Mio. Euro auf 254,77 Mio. Euro gesteigert, der Gewinneinbruch fiel aber deutlich stärker aus als von der APA befragte Analysten erwartet hatten. Das Konzernergebnis ging von 13,97 Mio. Euro auf 2,08 Mio. Euro zurück, das EBITDA verschlechterte sich von 47,70 Mio. Euro auf 43,93 Mio. Euro und der Gewinn je Aktie schmolz von 0,60 Euro auf 0,09 Euro zusammen. Nach den am Montagabend veröffentlichten Zahlen sackten die Titel der AT&S heute an der Wiener Börse deutlich ab. Zu Mittag notierten die AT&S-Anteilsscheine um 8,37 Prozent tiefer bei 7,24 Euro.

Operatives Ergebnis verbessert

Das Umsatzplus von 13 Mio. Euro "kommt natürlich praktisch zur Gänze aus dem ersten Quartal", sagte Finanzchef Obendrauf. Das EBIT seit mit 8,5 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 19,5 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote liege unverändert "bei starken 40 Prozent". Die Nettoverschuldung betrage um die 250 Mio. Euro und das Net Gearing somit knapp unter 90 Prozent, berichtete Obendrauf.

Man habe das operative Ergebnis im Vergleich zum ersten Quartal leicht verbessern können, berichtete CEO Andreas Gerstenmayer, "wobei wir natürlich ganz klar feststellen müssen, dass die Gesamtperformance des Unternehmens nicht unseren internen Erwartungen entsprach". Der Grund dafür sei, dass die Kapazitäten im Sommer vor allem im Werk in Schanghai nicht ausgelastet gewesen seien. Das habe sich natürlich auch auf die operative Performance und damit auch auf das Ergebnis des gesamten Unternehmens massiv ausgewirkt. Derzeit würden die Geschäfte jedoch sehr gut laufen, "wir gehen davon aus, dass es in den nächsten Monaten zu einer vernünftigen und stabilen Geschäftsentwicklung kommt".

Für das Gesamtjahr geht AT&S nach wie vor von einer Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr aus. "Wir erwarten ein ansprechendes drittes Quartal. Wie das Q4 werden wird, bleibt abzuwarten", so Obendrauf. "Das wird sicherlich davon abhängen, wie weit bestimmte Produktanläufe von einzelnen Kunden dann greifen werden oder nicht greifen werden."

Für Anfang November ist ein "Austria Capital Day" gemeinsam mit der Wiener Börse in Hongkong geplant. "Wir sind ein im wesentlichen nach Asien orientiertes Unternehmen, was unseren Wettbewerb betrifft", sagte Gerstenmayer. Daher sei es immer wichtiger, auch den asiatischen Markt stärker zu adressieren. Dabei geht es laut Sprecher Martin Theyer nur um den Streubesitz, "es ist keine Kapitalmaßnahmen in Hongkong geplant".

Sorgenkind Klagenfurt

Größtes Sorgenkind von AT&S ist das Werk in Klagenfurt mit 104 Mitarbeitern. Wie es mit diesem Standort weitergehen soll, "ist eine Frage, die wir uns im Halbjahresrhythmus stellen", sagte Gerstenmayer. "Das Werk produziert einseitige Leiterplatten, das ist die einfachste Technologie, die es in unserer Branche gibt." Man verdiene derzeit in Kärnten "nicht wirklich" Geld, mache aber auch keine großen Verluste. "Derzeit ist die Aussage die: Solange wir nicht wesentlich Geld verlieren, werden wir das Werk betreiben - was zugegebener Maßen nicht die strategische Zukunftsperspektive ist."

Das seit sechs Jahren bestehende Werk in Korea habe sich in den letzten eineinhalb Jahren positiv entwickelt. "Wenn der Trend so weiter geht, sind wir nicht unzufrieden." Das Werk in Indien sei ebenfalls auf einem sehr positiven Trend, auch wenn es dort "auf Grund der kulturellen Rahmenbedingungen" immer etwas länger dauere, bis Maßnahmen greifen.

Beim derzeit im Bau befindlichen chinesischen Werk Chongqing ist man laut Gerstenmayer "vollkommen im Zeitplan", die Gebäude sind im Rohbau fertig, jetzt erfolgt der Innenausbau". Die Entscheidung darüber, welche Technologie dort installiert wird, soll Anfang des nächsten Kalenderjahres erfolgen.


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