Bezirks- und Gemeindesuche
In der Kammer spricht man Schwitzerdütsch
Ohne Schweiß kein Preis: Aus 17 Nationen sind Wachel-Profis in Graz zusammengekommen, um den Sauna-Weltmeister 2012 zu ermitteln.
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Die Aufgabe klingt anfangs wenig spektakulär: "Über den Sieg entscheiden das Wohlfühl-Gefühl der Saunagäste und die Technik, mit der der Kandidat sein Handtuch durch die Saunakammer wirbelt", so die Einführungsworte von Veranstalter Patrick Lenhart vom Verein zur Förderung der Sauna- und Wellnesskultur. Blickt man aber bei der Sauna-Weltmeisterschaft, die an diesem Wochenende in der "Auster" in Graz stattfindet, etwas genauer in die enge Kammer, läuft dort ein Showprogramm der Sonderklasse ab.
Bis zu 50 Saunierer nehmen - wie Gott sie schuf - bei konstanten 85 Grad in der Schwitzkammer Platz, wenn es alle 20 Minuten heißt: neuer Aufguss, neuer Kandidat. 31 Profi-Wachler aus 17 Nationen (von Hawaii bis Russland) matchen sich um den WM-Titel, darunter auch der regierende Weltmeister, Helmuth Haller aus Südtirol. Und der weiß, wie man in der Hitze des Gefechts Punkte beim Publikum sammelt und den Dampf gekonnt aufwirbelt: "Wellness steht natürlich im Mittelpunkt. Die Leute wollen heutzutage aber nicht nur gute Düfte, sondern auch eine Show mit Musik- und Lichteffekten geboten bekommen."
Ob Haller die Mission Titelverteidigung gelingt (heute läuft der Finaltag), entscheiden allein die Saunagäste: Nach dem erlebten Aufguss strömen diese nämlich leicht errötet, aber stark erleichtert zum Jurytisch. Dort geben die Damen und Herren dann ihre Bewertung (für Wacheltechnik, Entspannung und Entertainment) in Form von Wasserspenden in Bottichen ab. Je schwerer das Gefäß dann am Ende ist, desto besser war die Leistung. Die Meinungen über die Darbietungen gehen bei den Saunierern naturgemäß auseinander - vereint scheinen sie vor dem Gang zum rettenden Kühlbecken nur durch ihre Muttersprache Schwitzerdütsch und gemeinsame Vorfahren in Schweißrussland.
Hoch des Lobes ist der Veranstalter für den Austragungsort. Das freut Gerhard Kornschober, den Leiter des Wellnessbades, der eben einen Schock zu verdauen hatte: "Ein Wachler hat sein Handtuch gerade so stark rotiert, dass er den Feuermelder von der Decke gerissen hat."





















