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Zuletzt aktualisiert: 17.10.2012 um 22:06 UhrKommentare

So sicher sind unsere Museen

Der spektakuläre Kunstdiebstahl in Rotterdam wirft die Frage nach der Sicherheit der steirischen Museen auf. Garantien liefert das beste System nicht.

Derzeit mit 50 Millionen Euro versichert: der Kultwagen von Strettweg

Foto © APADerzeit mit 50 Millionen Euro versichert: der Kultwagen von Strettweg

Der Coup erregt weltweites Aufsehen. Unbekannte haben in der Nacht auf Dienstag aus der Rotterdamer Kunsthalle sieben Gemälde gestohlen, allesamt von Großmeistern wie Picasso, Gaugin oder Monet (wir berichteten). Eine Sondereinheit aus 20 Polizisten verfolgte gestern erste Spuren, noch sind die Tätern flüchtig.

Die Sicherheitsbarrieren des Museums waren für sie offenbar kein Hindernis. Kenner der Kunsthalle verwundert das nicht. Sie sei sicherheitsmäßig nicht geeignet, kleinformatige Werke, die man schnell wegtragen kann, zu präsentieren, sagt Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina in Wien (dort waren kürzlich zwei der jetzt gestohlenen Werke ausgestellt). Andere Experten sprechen von generell "miserablen Sicherheitssystemen" in den europäischen Museen, von fehlenden Alarmanlagen und Lücken in der Bewachung. Hätten Einbrecher demnach auch in steirischen Museen und Kunstsammlungen leichtes Spiel?

Beim Universalmuseum Joanneum, Österreichs ältestem und zweitgrößten Museum, hat man im Zuge der Um- und Neubauten zwei Millionen Euro in die Sicherheit investiert. Jährlich fallen rund 800.000 Euro für den Schutz der Objekte an. Jetzt sei man gut gerüstet, sagt Museumsdirektor Wolfgang Muchitsch (Interview rechts).

Versichert sind die steirischen Exponate allerdings nur, wenn sie als Leihgaben in anderen Museen untergebracht sind. Für den Kultwagen von Strettweg etwa, zurzeit in der Royal Acadamy of Arts in London zu sehen, steht eine Versicherung mit 50 Millionen Euro gerade. Kehrt er im Dezember wieder ins Schloss Eggenberg zurück, läuft der Versicherungsschutz aus. Kameras und Alarmsysteme sollen ihn vor einem Diebstahl bewahren.

Weniger ausgeklügelt ist die Absicherung in den meisten kleineren Museen. Beim Grazer Diözesanmuseum verweist man auf eine Alarmanlage - und auf die direkte Nachbarschaft zur Polizei. "Da hätten wir im Fall des Falles eine Einsatzzeit von 25 Sekunden", sagt Direktor Heimo Kaindl. In der Regel allerdings seien kleine Museen für Diebe ohnehin weniger attraktiv, da die speziellen Objekte oftmals nur schwer zu verkaufen seien.

Darauf setzt auch Fritz Kleiner. Der bekannte Wirtschaftsprüfer wurde im Sommer zwei Mal Opfer von Diebstählen: Aus einem Grazer Kaffeehaus verschwand der "Onkelstuhl" von Franz West, aus einem Sanatorium ein Siebdruck von Heimo Zobernig. Von beiden Werken fehlt weiterhin jede Spur. Kleiner hat die Sicherheitsvorkehrungen seither jedenfalls verschärft.

Aber: "Wenn es einer wirklich darauf anlegt, hilft auch das beste System nichts. Eine garantierte Sicherheit gibt es nie", sagt Kaindl. "Wir probieren die Quadratur des Kreises", bestätigt Albertina-Chef Schröder: "Einerseits wollen wir die Kunst so zugänglich wie möglich machen, andererseits eine Sicherheit wie in Fort Knox".

KLAUS HÖFLER, GÜNTER PILCH

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