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Zuletzt aktualisiert: 11.10.2012 um 18:56 Uhr

Gattin wollte Ehemann verbrennen

Eine 55-jährige Frau aus Lieboch wollte ihren 56-Jährigen Ehemann und sich selbst töten. Sie versperrte Tür und Fenster und legte im Schlafzimmer Feuer. Beide überlebten.

Foto © KLZ / Kanizaj

Der psychisch kranke Mann schlief im Bett. Er bemerkte nicht, dass seine Frau (55) die Schlafzimmertür absperrte und das Fenster verriegelte. Dann nahm sie ein Feuerzeug und zündete die Bettdecke an. Auch das nahm der 56-Jährige nicht wahr. Wach wurde er erst, als sich starker Rauch ausbreitete. So geschehen gestern früh in einem Einfamilienhaus in Lieboch.

Bereits benommen von den Rauchgasen, schleppte sich der Mann zum Fenster und schlug die Scheibe ein. Dann stieg er durch das Loch auf die Terrasse und zog seine Frau ins Freie. Zum selben Zeitpunkt wurden im gegenüberliegenden Tankstellencafé der Tankstellenbetreiber Gerald Melbinger und zwei Stammgäste auf das Geschehen aufmerksam. "Es hat fürchterlich geraucht. Der Peter und der Hermann sind sofort zum Haus hinübergelaufen, um zu helfen. Gemeinsam haben sie das Ehepaar in Sicherheit gebracht. Dann ist eh schon die Feuerwehr gekommen."

Rettung in letzter Minute

Das Zimmer brannte vollkommen aus. "Wenn der Mann nicht aufgewacht wäre, wären er und seine Frau wahrscheinlich tot", bemerkte ein Polizist. Dass Fremdverschulden vorliegt, wurde von Anfang an vermutet. "Warum hast du das getan", soll der Ehemann seine Frau nach der Bergung gefragt haben. Zumindest behaupten das die beiden Helfer. Das Ehepaar wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in das Landeskrankenhaus Graz eingeliefert.

Ein Sachverständiger der Landesstelle für Brandverhütung schloss eine technische Brandursache aus. Das Feuer, so der Experte, sei im abgesperrten Schlafzimmer gelegt worden.

Die Mordgruppe des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen aufgenommen. Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Mord- und Selbstmordversuch handelt, so die Ermittler Anton Kiesl und Peter Neubauer am Tatort. Stunden später bestätigte sich diese Vermutung.

Während der Mann gestern Nachmittag noch im Spital lag, wurde die Frau bereits im Landeskriminalamt von den Kriminalbeamten und einer Staatsanwältin einvernommen. Dabei war sie geständig. Sie gab nicht nur die Brandstiftung zu, sondern gestand auch, dass sie ihren Ehemann töten wollte. Auch sie habe sterben wollen, so die mutmaßliche Täterin, die in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert wurde.

Das Tatmotiv ist allerdings nicht klar. Angenommen werden familiäre Probleme. Der Ehemann soll "schwierig" gewesen sein, behaupten Angehörige. Möglicherweise sei der Frau "alles zu viel geworden".

HANS BREITEGGER

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