Bezirks- und Gemeindesuche
Mehr Arbeit, mehr Arbeitslose
Steirische Arbeitslosigkeit steigt nicht mehr so schnell. Neuer Arbeitslosenrekord in Euro-Zone.

Foto © Fuchs
Das Positive vorweg: Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Steiermark wurde im September "gebremst", wie der Chef des steirischen Arbeitsmarktservice (AMS), Karl Heinz Snobe, betont. Trotzdem stieg die Zahl der Arbeitslosen auch im letzten Monat - um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 29.364 Steirer (davon circa 8500 Schulungsteilnehmer) haben aktuell keinen Job. Gleichzeitig steigt die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse weiter an (siehe unten).
Den höchsten Anstieg an Arbeitslosen verzeichnete wieder einmal die Baubranche. "In den nächsten beiden Jahren" rechnet Snobe in diesem Segment mit keiner Entspannung. Eine Trendwende bei der Arbeitslosigkeit sei erst dann zu erwarten, wenn die europäische Wirtschaft "zu merklichem Wachstum zurückfindet", betont auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Daher wird in einigen Branchen und Betrieben bereits über mögliche Maßnahmen für den Fall einer länger andauernden Flaute beraten.
Auch über das wohl wichtigste Kriseninstrument des Jahres 2009, die Kurzarbeit, wird wieder gesprochen. Wenngleich niemand damit rechnet, dass abermals das damalige Niveau erreicht wird, am Höhepunkt des Krisenjahres 2009 waren österreichweit 66.000 Arbeitnehmer in Kurzarbeit - in der Steiermark waren es mehr als 70 Betriebe und rund 16.000 Mitarbeiter. Aktuell haben zwei mittelständische Betriebe in der Steiermark die Kurzarbeit eingeführt, so Snobe. Es werde aber von Unternehmerseite wieder vermehrt nach den Modalitäten gefragt.
Unmut über die Kosten
Aus den Betrieben ist zu hören, dass die geltende Kurzarbeitsregelung kaum finanzierbar sei, weil die Unternehmen den überwiegenden Teil der Kosten zu tragen hätten. Diskussionen über eine Neuregelung hätten noch zu keinem Ergebnis geführt. Daher würden sich einige Betriebe im Ernstfall wohl "sehr genau überlegen, ob sie abermals zu diesem Instrument greifen", so Industrie-Geschäftsführer Thomas Krautzer. Das könnte sich wiederum negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken.
In der Euro-Zone wurde unterdessen mit 18,2 Millionen Betroffenen abermals ein neuer Arbeitslosenrekord registriert. Innerhalb eines Jahres stieg die Arbeitslosigkeit im Euro-Raum damit um 2,1 Millionen Menschen.






















