Bezirks- und Gemeindesuche
Thermenort: Wieder Ebbe in Kasse
Um 600.000 Euro will Fohnsdorf die Therme ausbauen. Oder muss, wie ein Aufsichtsrat warnt. Gemeindeaufsicht und Land sind jedoch skeptisch.

Foto © AQUALUX 135.000 Gäste verzeichnet die Therme Fohnsdorf im Jahresschnitt: zu wenig, um langfristig am umkämpften Markt zu bestehen
Der Pleitegeier soll wieder nach Fohnsdorf aufgebrochen sein; die Therme ansteuern. Soweit und sinngemäß Gespräche im Ort. Tatsache ist, dass die Therme mindestens 600.000 Euro benötigt, um mehr Sommergäste anzulocken. "Ohne diese Investitionen bleibt die Therme ein permanenter Zuschussbetrieb, den sich die Gemeinde auf Dauer nicht leisten kann", erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Josef Liebenberger zuletzt der Fohnsdorfer Politik. "Wenn wir nicht investieren, muss sich die Gemeinde überlegen, die Therme über kurz oder lang in Konkurs zu schicken", schildert Dominik Wildbolz (ÖVP). Prompt verabschiedete die Gemeinde eine Resolution ans Land. Inhalt: Mit rund 135.000 Jahresbesuchern sei die "regionale Akzeptanz sehr gut", das Angebot für den Sommergast aber "unzureichend". Ergo wolle man in neue Wasserrutschen, Sommergastronomie und weitere Neuerungen investieren. Dann wäre mit einer Steigerung um 8000 Gäste zu rechnen und das Betriebsergebnis zu stabilisieren. Kostenpunkt: "rund 600.000 Euro". Das könnte man "aus eigener Kraft" stemmen.
Doch das Land ist skeptisch: Man erinnert sich an Prognosen, die Therme könne bis zu 247.000 Gäste im Jahr anlocken. An Finanzspritzen über jeweils 2,5 Millionen Euro (SPÖ, ÖVP) für den Bau und weitere 3,6 Millionen Euro nach Auffliegen des Finanzdebakels. Die Lage bleibt ernst, heuer ist mit einem Minus von 2,2 Millionen Euro im Gemeindehaushalt zu rechnen.
Bei derartigen Vorzeichen ist es der Gemeindeaufsicht grundsätzlich nicht möglich, der Investition zuzustimmen. Noch dazu, wo die Fohnsdorfer Führung auch am Donnerstag nicht zu bewegen war, bei einem SP-nahen Verein mehr als 116.000 Euro an Rückständen einzutreiben. Sehr wohl könnte SP-Gemeindereferent LH Franz Voves die Investitionen über Bedarfszuweisungen ermöglichen. Dort will man erst prüfen - und zwar gründlich.





















