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Zuletzt aktualisiert: 25.09.2012 um 12:14 UhrKommentare

Mordversuch: Ungarin drohte auch eigener Tochter

Frau hat bei ersten Einvernahmen eine Tötungsabsicht bestritten, die Stiche aber zugegeben. Laut Chefermittler Anton Kiesl laufen die Ermittlungen eindeutig in Richtung Mordversuch.

Foto © APA

Eine 41-jährige Ungarin, die Sonntagabend in Graz auf ihren 64 Jahre alten Lebensgefährten eingestochen hatte, hat bei ersten Einvernahmen eine Tötungsabsicht bestritten, die Stiche aber zugegeben. Ihre während der Tat anwesende Tochter dagegen sagte vor der Polizei aus, dass ihre Mutter ihr auch gedroht hatte, sie "abzustechen", wenn sie nicht zur Seite gehe. Auslöser für den Streit des Paares dürfte die Forderung zum Wohnungsauszug des Opfers gewesen sein, so Chefermittler Anton Kiesl am Dienstag.

Einvernahmen

Die Tochter erklärte bei den Einvernahmen, dass der 64-jährige Österreicher sie aus der Wohnung hinauswerfen hatte wollen. Dann sei die Situation eskaliert und ihre Mutter habe nach einem Messer gegriffen. Die 21-jährige Ungarin habe noch dazwischen gehen wollen, aber ihre Mutter habe sie angeschrien: "Wenn du nicht weggehst, dann steche ich dich mit ab." Laut Kiesl laufen die Ermittlungen eindeutig in Richtung Mordversuch, auch wenn die Verdächtige eine solche Absicht abstreite. Auslöser des Streits war offenbar der Einzug der Tochter in die gemeinsame Wohnung vor etwa zwei Wochen. Die 21-Jährige soll von ihrem Ziehvater in Ungarn misshandelt worden sein. Die Mutter holte sie daher zu sich nach Österreich. Dem 64-Jährigen dürften die beiden Frauen in der Wohnung zu viel geworden sein.

Kiesl meinte, dass das Opfer und die Verdächtige etwa seit 15 Monaten zusammen lebten und die 41-Jährige früher als Prostituierte gearbeitet hatte. Aus Geldmangel habe sie zuletzt wieder daran gedacht, "anschaffen" zu gehen. Das sei aber nicht der Grund für den Streit gewesen, sagte der Ermittler. Mehrere Anrufer hatten Sonntagabend die Polizei alarmiert, da die zwei Frauen blutüberströmt und offensichtlich verwirrt am Hollerweg herumirrten. Nach Eintreffen der Exekutive konnten die beiden nicht erklären, woher das Blut stammte, woraufhin sich die Beamten in der näheren Umgebung umsahen. Dabei entdeckten sie den 64-Jährigen stark blutend in seiner Wohnung. Der Mann hatte u.a. mehrere tiefe Stiche im Bauchbereich erlitten, einen weiteren in die Leber. Ein Stich hatte laut einem Polizisten das Herz knapp verfehlt. Der Verletzte wurde ins LKH Graz eingeliefert, die Ärzte konnten seinen Zustand in einer mehrere Stunden dauernden Operation stabilisieren. Die Tochter stand unter Schock, die Mutter unter Einfluss ihrer schweren Alkoholisierung - sie hatte 2,2 Promille.


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