Bezirks- und Gemeindesuche
"Dieses Kind ist schwer und nachhaltig traumatisiert"
Im Magazin "Thema" sprach der ORF am Dienstagabend mit Marion Weilharter, der Mutter von Oliver. Ein schockierendes Video zeigt, welche Auswirkungen der Streit auf den Fünfjährigen hat.

Foto © APA
Der Sorgerechtsstreit um den fünfjährigen Oliver beschäftigt seit Monaten Medien und Gerichte. Dienstagabend zeigte der ORF einen Mitschnitt von der Zusammenführung von Mutter und Kind am 5. September 2012 in Dänemark. Der Bub sah seine Mutter das erste Mal wieder, nachdem er von seinem Vater gewaltsam aus Graz entführt wurde.
Wie verhärtet die Fronten sind, belegen die Interviews mit den Eltern: "Ich werde nie wieder den kleinen Buben sehen, den er mir genommen hat", sagt Marion Weilharter dem ORF. Der Kindsvater, Thomas Sörensen, verteidigt seine gewaltsame Entführung: "Die Aktion hatte ich einige Zeit geplant, es war keine impulsive Aktion. Da so viel Zeit vergangen ist und ich beobachten konnte, dass Österreich die internationalen Spielregeln auf diesem Gebiet nicht einhält, und da ich sehen konnte, dass ich keine Hilfe von den dänischen Behörden bekomme, habe ich angefangen mir zu sagen, dass ich ihn mir selber holen muss. Ich finde nicht, dass ich Gewalt angewendet habe, ich habe Oliver nach Hause geholt. Das habe ich deswegen getan, weil ich möchte, dass Oliver seine beiden Eltern hat."
Ein Mittschnitt dieser ersten Begegnung zwischen Mutter und Sohn zeigt ein völlig verstörtes, weinendes Kind, das sich an seinen Vater klammert. Der Psychotherapeut Walter Hoffmann fällt ein eindeutiges Urteil zu den Bildern: "Das ist ein klassischer Missbrauch, weil es hier ganz sicher nicht um die Interessen von Oliver geht. Es geht darum, dass der Vater seine Interessen gegen die Interessen der Mutter - und aus meiner Sicht auch gegen die Interessen des Kindes – durchsetzt." Hoffmann spricht von einem "klassischen Kindesraub", der nur dazu da ist, der Mutter zu zeigen, wer jetzt der Mächtigere von ihnen ist.
"Diese Kind ist schwer und nachhaltig traumatisiert, innerlich zerrissen und hat meiner Einschätzung nach schwere Schuldgefühle der Mutter gegenüber. Er ist verlegen, es ist ihm peinlich." Warum diese Zusammenführung nicht mit professioneller Unterstützung erfolgte, ist dem Psychotherapeuten ein Rätsel.
Das Justizministerium bestätigt, dass Marion Weilharter legal mit Oliver aus Dänemark ausgereist ist. Seit 2011 gilt das Kinderschutzübereinkommen, heute hätte man vor den Entscheidungen von Seiten der Gerichte Kontakt aufnehmen müssen. Damit wäre ein monatelanger Rechtsstreit auf Kosten des Kindes vermeidbar gewesen.




















