Bezirks- und Gemeindesuche
Der Ärger "staut" sich wieder auf
Unternehmer in der Kärntnerstraße in Köflach haben Probleme mit Nachtschwärmern. Immer wieder konnt es zu Vandalenakten. Lokalbetreiber nimmt auf eigene Kosten Security auf, um Abhilfe zu schaffen.

Foto © KratzerNachtschwärmer bereiten dem Knusperstube-Team Kopfzerbrechen
Wir haben viele Stammgäste, darunter Glasfabriksarbeiter, die von der Nachschicht kommen und die angepöbelt werden. In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es eskaliert, daher habe ich eine Anzeige bei der Polizei gemacht", schildert Angela Jöbstl, die seit 1. September die "Köflacher Knusperstube" im ehemaligen Billa betreibt. "Ich habe 600.000 Euro investiert. Dass meine Angestellten und ich beschimpft werden, ist normal. Diesmal wurde einer Mitarbeiterin ein Weckerl an den Kopf geschmissen und gesagt, dass wir nur altes Klumpert haben, und niemand etwas kaufen soll", schildert die Köflacherin, Szenen, die sich ab 4.30 Uhr in ihrem Cafe abspielen, wenn Gruppen von Nachtschwärmern nach ausgiebigen Zechtouren in umliegenden Lokalen bei ihr einfallen. "Wir schenken keinen Alkohol an Betrunkene aus, das dürfte auch mitspielen. Ich finde, man müsste die Sperrstunde in den Lokalen vorverlegen, dann sind die Rauschigen weg, wenn wir aufsperren", lautet ihr Vorschlag.
Kritik übt auch Sieglinde Pachatz vom Trachtengeschäft in der Kärntnerstraße: "Ich habe nichts gegen Jugendliche, die fortgehen und die Lokalbetreiber, aber gegen den unnötigen Vandalismus. Die Auslagenscheiben werden zerkratzt, die Markisen zerfetzt und ein Schloss ist beschädigt. Jeden Sonntag muss ich rund um das Geschäft putzen. Wenn die Sperrstunde vorverlegt wird, kommen nicht alle Besoffenen aus der Region nach Köflach", hofft Pachatz. Noch rigoroser sieht es Doris Malli von der "Sonnenapotheke". "Solche Lokale wie das ,Stau' gehören an den Stadtrand. Ich muss Freitag und Samstag im Nachtdienstzimmer schlafen, weil mich die Bässe jedes Mal beim Öffnen der Lokaltüre aus dem Bett heben." Zum Putzfetzen muss sie aber nicht greifen, weil sich der Lokalbetreiber Hannes Schlosser an die getroffene Vereinbarung hält und das Areal nach der Sperrstunde säubern lässt.
Die Probleme sind nicht unbekannt. "Wir rücken regelmäßig zu Einsätzen aus und haben nach den jüngsten Vorfällen einen Bericht an den Bürgermeister geschickt, weil dieser nach der Gewerbeordnung einzuschreiten hat. Während eines Einsatzes wurde uns sogar einmal ein Kennzeichen vom Dienstwagen gestohlen", so Helmut Trolp von der Polizei Köflach. Sein Kollege Josef Bauer und er, beide SP-Gemeinderäte, haben das Thema bereits im März im Gemeinderat aufgezeigt und um Lösung ersucht. "Seither ist nicht viel passiert", meint Trolp.
Bürgermeister Willi Zagler (SPÖ) hält sich eher bedeckt: "Wir arbeiten daran, das Problem hat oberste Priorität", so sein Kommentar.
Offensiver geht Stau-Betreiber Hannes Schlosser an eine Lösung heran. "Weil ich vom Wochenende gehört habe, war ich in der Knusperstube und bei Sieglinde Pachatz und habe angeboten, dass ich auf meine Kosten zumindest einen Monat lang einen Security-Mann engagiere, der solche Auswüchse verhindern soll." Außerdem habe er seine Handynummer hinterlassen und jene vom Reinigungsdienst. "Weiters habe ich eine Hotline eingerichtet, die permanent erreichbar ist, wenn es Probleme gibt. Ich möchte auch mit der Gemeinde an einer Lösung arbeiten."




















