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Zuletzt aktualisiert: 19.09.2012 um 20:05 UhrKommentare

Handy und Computer als Rohstofflager im Visier

Die österreichische Rohstoffallianz ist die Antwort von Wirtschaftsminister Mitterlehner auf den immer härteren Kampf um die Ressourcen.

Minister Mitterlehner eröffnete die Eumicon in Leoben

Foto © EUMICONMinister Mitterlehner eröffnete die Eumicon in Leoben

Die Montanstadt Leoben ist noch bis morgen der Nabel der internationalen Rohstoffwelt. Bei Eumicon, einer alle 25 Jahre stattfindenden Konferenz mit Top-Experten, präsentierte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner die österreichische Rohstoffallianz als Antwort auf den gestiegenen Wettbewerb um die Ressourcen. Die österreichische Industrie hat mit 22 Prozent einen hohen Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Europaweit hängen 30 Millionen Arbeitsplätze an der Industrie, 14 Prozent der Erwerbstätigen. "Gemischte Wirtschaftsstrukturen haben größere Chancen auf Wachstum. Daher bemühen sich viele Länder um eine Reindustrialisierung", erklärte der Minister. Hinzu kommt, dass Schwellenländer (China, Indien) eine entscheidende Rolle bei der Rohstoffnachfrage spielen.

In der Rohstoffallianz sollen Produzenten, Sammler, Verbraucher, Wissenschaftler und Branchenvertreter die langfristige Versorgung der Industrie mit Rohstoffen sicherstellen. Mitterlehner hat vor allem das Recycling kritischer Stoffe im Visier, deren Produktion mitunter in politisch instabilen Ländern stattfindet. Derzeit zählen 14 Rohstoffe dazu. Die brachliegenden Rohstofflager Handy und PC (für Palladium, Cobalt) sollen verstärkt gehoben werden; derzeit werden nur drei Prozent recycelt. Auf einige kritische Rohstoffe kann Österreich noch selbst zurückgreifen. Bei Wolfram und Magnesit ist Österreich fünftgrößter Hersteller der Welt, bei Graphit liegt das Land an 15. Stelle.

Trotzdem beträgt die Importabhängigkeit bei mineralischen Rohstoffen 84 Prozent. Forciert werden laut Mitterlehner auch Partnerschaften mit Ländern wie der Mongolei, Kasachstan, Vietnam, Chile und Brasilien, die über Vorkommen von "Seltenen Erden" verfügen - das sind 17 chemische Elemente, die etwa für Handys und Elektroautos benötigt werden. Im Austausch soll österreichisches Know-how geboten werden.

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