Bezirks- und Gemeindesuche
Mit Wortwucht und Luftigkeit
GRAZ. Ihre unbekümmerte, luftige, aber hintersinnige Form des Schreibens, gepfeffert mit anarchischem Witz, brachte Olga Martynova und ihrem Text "Ich werde sagen: Hi!" heuer den Ingeborg-Bachmann-Preis ein.
Der Text gehört zum Roman "Mörikes Schlüsselbein", der im Frühjahr beim Grazer Literaturverlag Droschl erscheinen wird. Ein weiterer Roman-Auszug, nämlich "Selbst auf den Fifth Avenuen/Wo die Bisons hin und her fegten", ist in der neuen Ausgabe der Literaturzeitschrift "manuskripte" abgedruckt. In der Präsentation Montagabend las die in Frankfurt lebende Russin, die für Lyrik zu Russisch greift und Prosa in Deutsch verfasst, daraus vor. "Aus ihrem Äußeren hatte sie ein Kunstobjekt gemacht, sodass man nicht mehr sagen konnte, ob sie hübsch oder hässlich war."
Prognose: Da kommt Großes, Wortwuchtiges in kleinen Geschichten verpackt auf uns zu. Alleine wegen dieser 16 luftig leichten und mit feinem kulturellen Wissen gewürzten Seiten würde sich eine Investition in die 197. Ausgabe schon auszahlen.
Weitere wunderbare Wiedersehen mit anderen Wortkünstlern: Günter Brus zum Beispiel hat einen bitterbösen Text über Terrorismus, Voyeurismus und die Gier der Kriegsberichterstattung beigesteuert. Die Protagonistin in Andrea Stifts Kurzgeschichte träumt von fremdem Erbrochenen im eigenen Magen. Von Händl Klaus, zuletzt mit "Meine Bienen. Eine Schneise" bei den Salzburger Festspielen bejubelt, stammt "Thomas", ein Libretto für Georg Friedrich Haas. Und die zwei Neuen in Graz, Dana Ranga (Stadtschreiberin) und Asli Erdogan (Writer in Exile), stellen sich vor. Lesen! Rufzeichen! JULIA SCHAFFERHOFER




















