Bezirks- und Gemeindesuche
Anzeigenverkäufer erfand Inseratenverkäufe
Einem nicht ganz seriösen Anzeigengeschäft ging ein Anzeigenverkäufer nach indem er die Unterschriften der angeblichen Auftraggeber schlichtweg fälschte. Ein Kollege bedrohte ihn danach in mehreren SMS und über Facebook.

Foto © APA | Sujet
Richter Martin Wolf gibt am Ende den Angeklagten mit auf den Weg: "Wenn Sie beide nicht bald getrennte Wege gehen, wird einer von Ihnen oder beide bald hier Gast sein." Keine schöne Aussicht: Kost und Logis in der Justizanstalt Graz-Jakomini. Diesmal gibt's noch drei Monate bedingt für beide.
Der eine ist Journalist im Verlag seiner Frau in der Südsteiermark. Er lebt von 373 Euro monatlich, sagt er. "Ist sparsam, die Frau." Der andere war ebendort Anzeigenverkäufer. Für die letzte Ausgabe vor seinem Ausscheiden - "Die Firma ist mir Geld schuldig!" - verkaufte er Inserate mit Schönheitsfehler: Die angeblichen Auftraggeber wussten nichts davon.
Er hat kurzerhand die Unterschriften gefälscht. Man habe "schon über Anzeigen geredet, aber nichts fixiert", gibt er zerknirscht zu. Wenn ein Inserat erschienen ist, habe man sich das mit den Kunden dann schon ausgeredet . . .
"Klingt nicht unbedingt nach seriösem Geschäft", findet der Richter. Für ihn ist das versuchter schwerer Betrug. Die Kunden ließen nicht mit sich reden und zahlten nicht.
Um 8000 Euro geschädigt sah der Journalist sich bzw. seine Frau. Die wollte er, sonst werde er Anzeige erstatten. "Soweit korrekt", vermerkt die Anklage. Aber dann: In vier SMS drohte er seinem Ex-Mitarbeiter unter anderem mit Anzeige beim Jugendamt. Er liege schließlich mit seiner Tochter (2) im Bett. Da werde man Kindesmissbrauch untersuchen müssen. "Das war überzogen", bemüht er sich um Einsicht.
Aber nur kurz. Daran, dass sein Gegner keinen Job mehr bekommt, arbeitet er weiter - als Journalist und auf Facebook. Gefährlich: Für Nötigung und Drohung könnte es beim zweiten Mal Haft geben. "Wenn Sie beide nicht bald getrennte Wege gehen . . ."




















