Bezirks- und Gemeindesuche
Schulstart in Freiland: "Brauchen die Schule"
In Freiland bei Deutschlandsberg hat der Schulalltag begonnen. Wenn es auch kein wirklicher "Alltag" ist. Denn vor vier Tagen hätte die Schule noch geschlossen werden sollen. Von Birgit Baustädter.
Quelle © KLZ Digital
Schultaschen, Turnsackerln und Schultüten sind wieder in der Volksschule St. Jakob im Freiland zu sehen. Aufgeregte Kinder laufen in den Gängen umher und stolze Eltern beobachten ihre Sprösslinge. "Es grenzt an ein Wunder, dass wir heuer wieder hier unsere Schultage verbringen dürfen", erklärt Lehrerin Susanne Kleindienst-Schulze. Eigentlich wäre am 6. Juli zum letzten Mal Unterricht abgehalten worden. Doch der Verfassungsgerichtshof hat wenige Tage vor Schulbeginn den Auflassungsbescheid des Landes vorläufig ausgesetzt. "Bis zur endgültigen Entscheidung des Höchstgerichts läuft der Schulbetrieb wie bisher weiter. Daher ist für dieses Schuljahr der Schulbetrieb gesichert", lässt Bürgermeister Gerhard Reinisch freudestrahlend wissen.
Die meisten Schüler der Gemeinde Freiland haben ihre Anmeldungen in den umliegenden Schulen der Region zurückgezogen und haben sich auf ihre Bergschule besonnen. So haben sich die Schüler auf ihre angestammten Sitzplätze im Klassenzimmer gesetzt und die zwei Erstklässler sind herzlich willkommen geheißen worden. "Ich bin froh, dass ich wieder hier zur Schule gehen kann. Mein Schulweg wäre sonst sehr lang gewesen", erklärt Michael Schulze aus Freiland. Er wird nun die dritte Schulstufe an seinem Lieblingssitzplatz im Klassenraum absolvieren. Auch die Schulwege der anderen elf Schulkinder in Freiland haben sich drastisch verkürzt. "Zu den benachbarten Schulen hätten täglich etwa 20 Kilometer zurückgelegt werden müssen", sagt Reinisch. Er könne sich das Ortsleben ohne Schule nicht vorstellen. Das Treiben in und außerhalb der Schule und der Wirbel der Kinder, wenn die Schulglocke läutet, würden ihm sehr fehlen.
Der erste Schultag
Für Irina Mitteregger war der Schultag besonders aufregend. Mit einer großen bunten Schultüte ausgerüstet, ist das kleine Mädchen selbstbewusst in die Klasse spaziert. "Hier kenne ich alle Kinder. Da muss ich keine Angst haben. Außerdem wohne ich ja gleich ums Eck", erzählt sie stolz. Als Lehrerin Kleindienst-Schulze und Bürgermeister Reinisch das Klassenzimmer betreten und eine Kiste mit bunt gestreiften Schachteln mitbringen, werden die zwölf Schüler unruhig. "Jedes Schulkind bekommt von mir eine kleine Hilfe für den Schulstart", schmunzelt Reinisch. Gespannt rutschen die Schüler auf ihren Sesseln hin und her und öffnen voller Begeisterung ihre Schachteln. Stifte, Hefte und bunte Sticker werden sofort auf dem Boden aufgelegt. Als Michael Schulze aber einen rosaroten Stift aus seiner Schachtel auspackt, tauscht Nicole Theißl ihn kurzerhand mit ihrem blauen Stift. "Mir ist Rosarot sowieso lieber", so die Zweitklässlerin.
Bei all der Lebendigkeit, die wieder in den Räumlichkeiten der Volksschule Einzug gehalten hat, freut sich Reinisch über den Zusammenhalt seiner Gemeinde. "Ich bin einfach froh, dass wir wieder hier sein können. Aber ab nun heißt es warten auf den endgültigen Entscheid. Das Zittern geht demnach noch weiter."





















