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Zuletzt aktualisiert: 06.09.2012 um 21:22 UhrKommentare

Aktion "Sicherer Schulweg" lässt die Wogen hochgehen

Die Aktion "Sicherer Schulweg" der Kleinen Zeitung sorgt für Aufruhr. In Gratwein schritten Verantwortliche sofort zur Tat, anderswo wurde ordentlich (Acker-)Staub aufgewirbelt.

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Und plötzlich ging alles ganz schnell. Mehr als ein Jahr lang hatten sich besorgte Eltern in Gratwein um eine Versetzung einer Schulbushaltestelle (siehe Bild oben) bemüht, die ausgerechnet an der schmalsten Stelle des Gehsteiges postiert war. Noch am Dienstag dieser Woche, an dem die Kleine Zeitung im Rahmen der Aktion "Sicherer Schulweg" unter anderem über diesen Fall berichtete, kam Bewegung in die Sache.

Haltestelle falsch montiert

"Noch am Vormittag haben wir die verantwortliche Firma Watzke um gemeinsame Begehung gebeten", berichtet der Gratweiner Bürgermeister Gerald Murlasits. Bereits am frühen Nachmittag gab's dann des ärgerlichen Rätsels Lösung. Beim Lokalaugenschein habe man "festgestellt, dass die Haltestellentafel zwar laut Landesvorgabe an der richtigen Stelle eingezeichnet und markiert, jedoch an der falschen Stelle montiert war", so Murlasits. In einem Schreiben erklärt sich das zuständige Busunternehmen jetzt bereit, die Haltestelle "umgehend" um zehn Meter an die ursprünglich vorgesehene Stelle zu versetzen (zur breitesten Stelle des Gehsteigs).

Komplexer stellt sich die Lage in Waltra in Gemeindegebiet St. Anna am Aigen dar, die zuletzt in einen wahren Maisacker-Krimi ausgeartet ist. Wie berichtet, sollen dort Maispflanzen nach Ansicht eines Klägers die Sicht auf einen Kinderspielplatz und eine Linkskurve verstellen. Im Juli folgte auf die Anzeige ein Bescheid der Bezirkshauptmannschaft (BH) Feldbach, der Grundbesitzer K. möge in der Kurve fünf Reihen Mais entfernen. Dieser jedoch setzt sich massiv zur Wehr: "Ich fühle mich da von manchen schon verfolgt, das machen sie nur, weil wir seit drei Jahren einen Schweinestall planen, den manche verhindern wollen."

Auch bei der BH räumt man ein, dass es derartige Sichtbehinderungen in der Region an allen Ecken gebe. Mittlerweile haben sich - angefangen vom Bezirkshauptmann über den Verkehrsreferenten bis zum Bürgermeister - alle ein Bild an Ort und Stelle gemacht. "Es ist gewiss der meistüberprüfte Acker im Land", sagt Bezirkshauptmann Wilhelm Plauder. Resultat: "Der Bescheid wird in der kommenden Woche rückgängig gemacht." Warum? "Weil wir aufgrund einer neuen Rechtssprechung des Verwaltungsgerichtshofs ohnehin keine Möglichkeit hätten, den Bescheid zwangsweise vollstrecken zu lassen." Die Begründung: Es handelt sich in diesem Falle um keine konkrete, sondern eine abstrakte Gefährdung. Außerdem gelte dort Tempo 40.

Unbekannter hackte Mais weg

Damit aber nicht genug. Während es der Kläger "einen Unsinn" findet, dass ein Unglück passieren müsse, bevor gehandelt werde, legte ein Unbekannter bereits selbst Hand an. "In einer Nachtaktion hat einfach jemand in der Kurve eine Reihe der Maispflanzen weggehackt", ärgert sich der Grundbesitzer.

"Wissen S', es ist so eine liebliche Gegend", sagt der Bezirkshauptmann, "aber schade ist, dass man sich solche Dinge nicht überall im Guten ausmachen kann." Es bleibe die Hoffnung, dass mit der baldigen Maisernte wieder Gras über die Sache wächst.

Viel Verkehr, aber kein Zebrastreifen

Dutzende Eltern folgten dem Aufruf der Kleinen Zeitung, gefährliche Schulweg-Stellen aufzuzeigen. Zum Beispiel Anita Ledolter, die ebenso wie andere Eltern für die Haltestelle "Leberackerweg" der Buslinie 74 in Graz-Liebenau einen Zebrastreifen erwirken möchte. "Gleich von mehreren Schulen kommend, steigen die Kinder auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus dem Bus und müssen ohne Schutzweg die Liebenauer Hauptstraße überqueren. Ein sehr gefährliches Unterfangen." Zum einen aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens, zum anderen, weil Autofahrer die Haltestelle nur schwer erkennen können.

Fahrverbot und Durchzugsstraße

Waltendorf. Die Schulweg-Aktion rief auch Anrainer in Graz-Waltendorf auf den Plan, wo zahlreiche Bewohner des "Unteren Breitenweges" im Clinch mit jenen des nahe liegenden "Breitenweges" liegen. Die Krux: Am Ende des Breitenweges herrscht auf wenigen Metern ein Fahrverbot, sodass viele Autofahrer über die "Schwesterstraße" Unterer Breitenweg ausweichen. "Wir sind zur totalen Durchzugsstraße verkommen, Kinder und Ältere sind massiv in Gefahr, weil es keinen Gehsteig gibt", ärgert sich ein Anrainer. Mehrmals sei man bei der Stadt mit einer Aufhebung des Fahrverbotes und einer "Verkehrsaufteilung" abgeblitzt.

ULRICH DUNST

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