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"Eine Galionsfigur der Popkultur"
Kulturwissenschaftler Jörg Scheller schrieb das Buch über Arnie
Wieso in aller Welt beschäftigt sich ein Geisteswissenschaftler mit Arnold Schwarzenegger?
JÖRG SCHELLER: Ich habe mich in meinem Buch nicht mit der Biografie von Arnold Schwarzenegger beschäftigt, sondern mit der Kunstfigur, dem Mythos Schwarzenegger. Das Kunstwerk ist ja meistens interessanter als der Künstler. Da gibt es verblüffende Parallelen zu Andy Warhol. Beide sind Galionsfiguren der Popkultur, gewissermaßen die Hofkünstler der Massengesellschaft.
Nachdem Sie die Kunstfigur Schwarzenegger durchleuchtet haben, was denken Sie über den Menschen Arnold Schwarzenegger - wird er von den Intellektuellen tatsächlich unterschätzt?
SCHELLER: Schwarzenegger verfügt sicherlich über strategische Intelligenz und hat ein gutes Gespür für Trends. So inszenierte er sich in den liberalen 1970er-Jahren als Teil der Bodybuilding-Subkultur, ließ sich für ein Schwulenmagazin ablichten und pflegte Kontakt zu Künstlern wie Warhol. In der konservativen Reagan-Ära der 1980er- Jahre gab er den kraftstrotzenden Actionhelden, während er in den vom Crossover-Boom geprägten 1990er-Jahren einen schwangeren Mann spielte. Als Politiker in den 2000er-Jahren erkannte er die Relevanz der Umweltthematik und wurde zum Öko-Gouverneur. Seine Filme werden von der Kunstwissenschaft bisher sträflich unterschätzt. Ich halte "Terminator 2" etwa für einen der wichtigsten Filme der vergangenen Jahrzehnte, da er die mögliche Vermischung der Welt der Menschen mit jener der Maschinen thematisiert.
INTERVIEW: GERWIN HAIDER




















