Bezirks- und Gemeindesuche
Wirbel um Appartements-Blöcke neben neuem Kurbad
"Aktivbürger" in Bad Aussee sehen sich vor Baustart von Politik und Investoren hinters Licht geführt: "Das Bad wurde geschrumpft, dafür ist die ganze Wiese voll mit Appartements."

Foto © Chritian Huemer
Unmittelbar vor Baubeginn des Narzissenbades herrscht Aufregung in der steirischen Kurstadt Bad Aussee. Weniger wegen des Neubaus des Kurbades am Ortsrand, sondern wegen der geplanten dazugehörigen Appartements-Anlagen. Eine Bürgerinitiative fühlt sich von Politik und Investoren hinters Licht geführt, was die Dimension mit 350 Betten im Endausbau betrifft. Gesprächsbereit ist man seitens der Investoren nur beim äußeren Erscheinungsbild.
Der Neubau des Kurbades außerhalb des Kurortes ist ein altes Projekt, das nun mit Hilfe von Investoren realisiert wird: Das alte Bad in der Stadt wurde Ende Juli geschlossen, hier errichtet die Mandlbauer AG ein Stadt- und Congresshotel. Am Lerchenreither Plateau soll Ende 2013 das neue Narzissenbad eröffnet werden. Parallel werden Hotelblöcke mit Appartements gebaut, die insgesamt 120 Betten umfassen. Den Unmut der Anrainer und - wie Matthias Grill von der Bürgerinitiative "Pro Bad Aussee" meint, die Mehrheit der Bevölkerung - haben sich die Investoren mit der erst nach der Projektpräsentation im Mai bekanntgewordenen Erweiterung um zehn weitere Appartementhotel-Blöcke bzw. -Chalets auf sich gezogen; so würde die Bettenkapazität in Verbindung mit dem Bad auf 350 geschraubt. Diese zweite Baustufe habe noch keinen Planungshorizont. "Es kommt auf den Bedarf an", so Investoren-Sprecher Richard Winkler am Dienstag.
Die Gesamtkosten werden mit 26 Mio. Euro beziffert, 18 Mio. Euro fließen ins Bad. Beim Bad sind auch Gemeinde und Land als stille Gesellschafter in Minderheit beteiligt, den Hotelkomplex stemmt die Vitalbad Errichtungsgesellschaft GmbH mit den Investoren Reinhard Hohenberg und Romuald Bertl alleine. "Viel Lärm um nichts", beruhigt Max Taucher, Geschäftsführer der Vitalbad Errichtungs GmbH. Das Projekt sei wirtschaftlich ohnedies schon "grenzgängig", man habe die Bebauungsdichte zurückgenommen und baue maximal dreigeschossig, quasi als "Verbeugung vor der Landschaft." Der Bebauungsplan sei von SPÖ und ÖVP im Gemeinderat beschlossen worden, die Baubewilligung seit einigen Tagen rechtskräftig. Beim Erscheinungsbild sei man zudem noch zu Zugeständnissen bereit. Anders sieht das Anrainer und "Aktivbürger" Grill: "Das Bad wurde geschrumpft, dafür ist die ganze Wiese voll mit Appartements." Enttäuscht ist er von den Politikern, denen er ausrichtet: "Die Erweiterung des Golfplatzes können sie sich in die Haare schmieren."





















