Bezirks- und Gemeindesuche
"Aussee muss kreativ sein"
Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder ruderte am Mittwoch ein bisschen zurück. "Die Chirurgie hat kein Ablaufdatum", stellte sie klar. Orthopädie-Schwerpunkt wird aber fix abgeschafft.

Foto © HUEMER Das neue Spital in Bad Aussee wird demnächst - samt Chirurgieabteilung - eröffnet. Welcher Schwerpunkt dann gesetzt wird, ist die Frage
Politisches Kalkül oder nicht: Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder ließ über ihren Pressesprecher ausrichten, dass die Bad Ausseer Chirurgie kein Ablaufdatum habe. "Ja, ich vertrete den fachlichen Standpunkt, dass die Abteilung dort eigentlich nicht aufrechtzuerhalten ist." Aber: "Was vor der Wahl gilt, muss auch nachher gelten, deshalb wird der politische Beschluss umgesetzt und es bleibt dort eine kleine, aber feine Chirurgie."
Allerdings wird die seit bereits zwei Jahren etablierte Orthopädie-Kooperation mit der Stolzalpe fix von Bad Aussee abgezogen. "Die Ausseer müssen kreativ sein, um etwas anderes zu finden, was das Haus absichert - das muss nicht, kann aber auch ein Schwerpunkt für die Chirurgie sein", so Edlinger-Ploder, die sich wie berichtet eine Zusammenarbeit mit Psychosomatik-Betreiber Ameos oder auch eine Kooperation mit den oberösterreichischen Spitälern im Salzkammergut vorstellen kann. "Mit Landeshauptmann Josef Pühringer hat es dazu Gespräche gegeben. Bereitschaft ist da."
Nächste Kampfrunde
In Bad Aussee empfindet man es als Affront, dass der bestehende Schwerpunkt nicht bleiben kann - zumal die Kooperation im Landtagsbeschluss ausdrücklich festgeschrieben wurde. Und man hat im direkten Gespräch mit der Landesrätin auch nicht den Eindruck gewonnen, dass ihr am längerfristigen Erhalt der Chirurgie etwas liege. "Auf die Frage, ob sie nicht mithelfen kann, dass die Abteilung erhalten bleibt, hat sie ganz klar Nein gesagt, und gleichzeitig löst sie die begonnene Kooperation mit der Stolzalpe auf. Das ist eine unmissverständliche Botschaft", sieht man beim Forum Pro-LKH die nächste Kampfrunde eingeläutet. Zumal man der Landesrätin extra mitgeteilt habe, dass ein in Kürze fertiger Orthopädie-Facharzt unbedingt in Bad Aussee starten möchte.
Im Forum, in dem die Ausseerland-Bürgermeister aller Parteien und die Bevölkerung für das Spital organisiert sind, findet man die aktuelle Diskussion auch für die Belegschaft unzumutbar.
"Seit Jahren kämpfen wir um die Einrichtung, dann gibt es endlich die Beschlüsse der Regierung samt einem Schwerpunkt und jetzt fängt die Diskussion im Grunde wieder von vorne an. Es ist ein menschenunwürdiger Umgang mit all den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus, die schon seit Jahren einem extremen Druck ausgesetzt sind."





















