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Domenig: Seligsprechung eines Revoluzzers
Günther Domenig wird am Donnerstag posthum zum Ehrenbürger von Steindorf ernannt. Wie es mit seinem Steinhaus weitergeht, steht in den Sternen.

Foto © KKWar schon bisher Schauplatz von Konzerten, Lesungen und Ausstellungen: das seit 2008 fertiggestellte Steinhaus am Ossiacher See
Nur ein toter Architekt ist ein guter Architekt, könnte man in Abwandlung eines bösen Spruches sagen. Zeitlebens wurde Günther Domenig wegen seiner experimentellen Bauten angefeindet. Er musste mitansehen, wie sein Steinhaus aus einem örtlichen Fremdenverkehrsprospekt wegretuschiert wurde und kämpfte vier Jahre lang für die Verwirklichung eines Badestegs, der elegant, aber doch außerhalb jeder Norm in den Ossiacher See köpfelt. Letzten Endes mit Erfolg. Am Donnerstag erhält der wideborstige Künstlerarchitekt, der seine Kärntner Heimat einmal recht ungehörig als "Ausschwitz der kulturellen Hoffnung" bezeichnete, die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Steindorf. Zweieinhalb Monate nach Ableben, das sich schon seit langem abgezeichnet hatte.
Kostbares Erbe
Trotz dieser posthumen Absolution des Architekturrevoluzzers bleibt die Zukunft seines persönlichsten Bauwerks ungewiss. Mehr als zwei Jahrzehnte hatte der gebürtige Klagenfurter an seinem künstlichen Gebirge aus Beton, Glas und Stahl gebaut, etliche Millionen Euro aus eigener Tasche investiert. Letzten Endes mussten Bund und Land bei der Fertigstellung helfen. Als Dank dafür erbte nun das Land Kärnten, konkret die Landesholding, eines der spektakulärsten Privathäuser der Welt samt einem 4000 Quadratmeter großen Seegrundstück.
Was man aus diesem Erbe machen soll, wird derzeit gerade behördlich ausgelotet. Während in den vergangenen vier Jahren die "Marketing Feldkirchen" das Haus mit Leben erfüllte - mit Führungen, Filmabenden, Konzerten und Ausstellungen unterschiedlichster Qualität - bemüht sich die Landeskulturabteilung seit Kurzem um einen disbezüglichen Neustart. "Es gibt verschiedene Varianten für die zukünftige Bespielung des Steinhauses, das reicht von der Kooperation mit dem Haus der Architektur in Klagenfurt bis hin zu einer solchen mit der Carinthischen Musikakademie", lässt Elmar Aichbichler aus dem Büro von Kulturreferent Harald Dobernig wissen. Auch eine Fortsetzung des bisherigen Weges - den das Land mit mageren 5000 Euro subventionierte - sei möglich. Ein Gespräch mit Kulturministerin Claudia Schmied, auf das man bereits seit Domenigs Tod warte, soll die finanziellen Möglichkeiten ausloten helfen.
Bis dahin wird im Steinhaus, das sein Erbauer einmal als "das Gegenteil von einem Fertighaus" bezeichnete, munter weiter improvisiert. Ende September mit einem von der Steinhaus-Stiftung initiierten Workshop "In memoriam Günther Domenig". zu dem Architekturgrößen wie Steven Holl, Hitoshe Abe und Thom Mayne erwartet werden.
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Bild vergrößernGünther Domenig (1934-2012) auf seinem baubehördlich beargwöhnten Badesteg am Ossiacher See Foto © KLZ/Erwin Hirtenfelder
Günther Domenig (1934-2012) auf seinem baubehördlich beargwöhnten Badesteg am Ossiacher See Grafik © KLZ/Erwin Hirtenfelder
Zur Person
Günther Domenig, der am 15. Juni dieses Jahres im Alter von 77 Jahren starb, wird heute zum Ehrenbürger der Gemeinde Steindorf am Ossiacher See ernannt. Die Ehrung erfolgt im Steinhaus im Rahmen eines Konzertes der "Wiener Instrumentalsolisten": Beginn: 20.30 Uhr. Nähere Infos: 04243/8383-38.





















