Bezirks- und Gemeindesuche
Neue Gelsenart plagt das Land
In der Feuchte nach dem Hochwasser wuchs ihre Brut heran: Nun ist die Gelsenplage da. Auch durch eingeschleppte Arten. Die Japanischen Buschmücke hat auch in der Steiermark eine neue Heimat gefunden.

Foto © APA | SujetbildWo es wegen der verstärkten Niederschläge zu Tümpeln und Feuchtzonen gekommen ist, entwickelten sich auch die Gelsen zu Tausenden
Als ob uns die heimischen Gelsenarten nicht schon reichen würden. Die Südoststeiermark ist wohl die Neo-Brutstätte einer neu ins Land eingeschleppten Gelsenart, der Japanischen Buschmücke (Aedes japonicus). Die laut dem Gelsenexperten und ihrem Entdecker in Österreich, Bernhard Seidel, "überaus robuste Form" ist als "blinder Passagier" über den globalen Handel ins Land gekommen. Ursprünglich heimisch in Japan, Südkorea und Südostchina, wo sie die "Japan Encephalitis" (die bei schwerem Verlauf zu einer Hirnhautentzündung führen kann) überträgt, ist sie inzwischen schon in vielen Regionen der Welt und auch in Österreich zu finden. Sie gilt laut Seidel als "klassischer Kulturfolger", die in Regentonnen und länger mit Wasser gefüllten Behältern brütet. Die Chancen auf eine Ausweitung der Japanischen Buschmücke wertet Seidel hierzulande als "leider sehr gut". Fälle der "Japan Encephalitis" wurden aber bisher noch nicht bekannt.
Dabei gibt es heuer Regionen, wo aufgrund der vielen Regenfälle und Hochwasser im Juli die einheimischen Arten ohnehin schon wie wild stechen, bemerkt Wolfgang Paill, Zoologe am Landesmuseum Joanneum. "Wo es wegen der verstärkten Niederschläge zu Tümpeln und Feuchtzonen gekommen ist, entwickelten sich auch die Gelsen zu Tausenden. Dort haben sie keine angestammten Feinde", erklärt Paill. Ähnlich "erfolgreich" sind Gelsengemeinschaften, wenn man im Garten einen Kübel über längeren Zeitraum in der derzeitigen Hitze stehen lässt. Schon werden die Gelsen zur Plage und schwärmen aus mit dem lästigen Surren und dem folgenden Stich.
Gefahren ausgehend von der asiatischen Tigermücke, die in Frankreich und Italien bereits Fälle von Dengue-Fieber übertragen hat, sehen Experten für die Steiermark - noch - nicht. "Gleiches gilt für die Übertragung des West-Nil-Virus, das im Extremfall zu schweren Hirnerkrankungen führen kann. Laut Marianne Wassermann-Neuhold von der Gesundheitsabteilung des Landes Steiermark "müssen wir uns in Zukunft aber darauf einstellen, dass infolge des Klimawandels diese Krankheiten bei uns vermehrt übertragen werden". Erkrankungen an West-Nil-Fieber gab es in Österreich noch keine, aber in Blutproben von drei Patienten wurde bereits eine Infektion mit dem Virus nachgewiesen.
Wenig Wespen
Dafür halten sich laut den Experten die im August häufig als Plagegeister auftretenden Wespen heuer noch sehr zurück. Eine Erklärung liefern Bauern: 2011 war ein Wespenjahr, das auch deren natürliche Feinde auf den Plan gerufen und die Wespenvölker stärker dezimiert habe.
























