Bezirks- und Gemeindesuche
Spital Aussee: "Schlag ins Gesicht"
Die Betriebsversammlung im Bad Ausseer Spital mit Landesrätin Edlinger-Ploder hatte es offenbar in sich. "So kann man Leute wirklich demotivieren", heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Foto © HUEMER Gibt es eine Neuauflage der Demo in Graz? Wenn Landesrätin Edlinger-Ploder ihre Linie hart durchzieht, könnte das durchaus der Fall sein
Diplomatische Umschweife dürften nicht die Sache von Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder sein. Nach der Betriebsversammlung im Bad Ausseer Spital am Montag blieb selbst lang gedienten Mitarbeitern der Mund offen. Vor den rund 100 Bediensteten erklärte sie offenbar, dass - ginge es nach ihr - sie die Chirurgie nie und nimmer ins neue Haus übersiedeln würde. Die damalige Landtagsentscheidung, diese Abteilung weiterzuführen, sei nicht aus sachlichen, sondern parteitaktischen Gründen erfolgt. Dass sie diesen Beschluss nun aber dennoch umsetzte, liege nur an ihrer Loyalität zur Parteiführung.
"Es war wie ein Schlag ins Gesicht", schildert einer der Zuhörer. "So kann man Leute wirklich demotivieren. Nach so einem Auftritt schauen sich doch viele Mitarbeiter nach einem neuen Job um", schätzt er.
Gerhard Wechtitsch, Betriebsrat des Ausseer Spitals, der bei dieser Versammlung zugegen war, meint nur: "Die Frau Landesrätin sagt das, was sie sich denkt." Und einer dieser Punkte, den viele als echten Affront empfinden, war: Mit dem Orthopädie-Schwerpunkt ist es vorbei.
Schwerpunkt Orthopädie
Dabei ist diese Kooperation mit der Stolzalpe nicht nur Teil des Landtagsbeschlusses, er wird seit zwei Jahren auch in die Praxis umgesetzt. Insider bestätigen zwar, dass die Zusammenarbeit ausbaufähig sei. "Aber nach so einer Ansage haben die Kritiker, die es bei solchen Kooperationen immer gibt und die auch an entscheidenden Stellen in der Kages sitzen, natürlich Oberwasser."
Wechtitsch hingegen ist trotz klarer Worte überzeugt, dass die Sache nicht so heiß gegessen wird. "Hier wird es noch Verhandlungen und Gespräche geben, bevor wirklich etwas endgültig eingestampft wird."
So sieht man das auch beim Forum Pro-LKH, das in den vergangenen Wochen in vielerlei Hinsicht aktiv war. Vom Krankenhaus in Gmunden weiß man etwa, dass es bei orthopädischen Eingriffen lange Wartezeiten gäbe. "Man könnte also Synergien nützen, wenn auch Bad Aussee diesen Schwerpunkt führt." Nachdem Edlinger-Ploder aber genau zu dieser Ausrichtung Nein sagt, ist man zum Widerstand bereit. "Die Zeit der Vorsicht ist vorbei", heißt es beim Forum. Allerdings differenziert man: "Das trifft nicht auf LH-Vize Schützenhöfer zu, der Wort gehalten hat."




















