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    Zuletzt aktualisiert: 14.08.2012 um 16:30 UhrKommentare

    Bernhard Rebernik: "Nichts unter den Tisch kehren"

    Bernhard Rebernik, der neue Präsident der Katholischen Aktion spricht im Interview über die Kirche 2012 und die Kapellari-Nachfolge.

    KA-Präsident Dr. bernhard Rebernik

    Foto © KLZ / KanizajKA-Präsident Dr. bernhard Rebernik

    Sie sind seit 20. Juni Präsident der Katholischen Aktion. Was ist seit damals passiert?

    BERNHARD REBERNIK: Das neue Präsidium hat mit Überlegungen für das kommende Programm begonnen Ich habe einige Schwerpunkte eingebracht: Wir, die Laien der Kirche, gestalten die Gesellschaft aktiv mit. Mitwirken ist besser als kritisieren. Man sollte also Christen an ihren Handlungen erkennen. In der Kirche geschieht mehr Positives als von außen wahrgenommen wird.

    Sie betonen die Wichtigkeit der Laien in der katholischen Kirche. Warum wird der KA-Präsident aber vom Bischof bestätigt?

    REBERNIK: In den Konzilsdokumenten gibt es einen Abschnitt über die Katholische Aktion ,in dem die gegenseitige Unterstützung von Laien und der Amtskirche niedergeschrieben ist. Daher ist eine Laienorganisation mit dem Bischof intensiv im Gespräch. Außerdem wurde bei der Gründung der Katholischen Aktion beschlossen, sich bewusst in das Kirchenrecht einzufügen. Wir wollen also mit der Kirche, mit dem Klerus arbeiten. Wir erwarten aber auch, dass der Klerus auf uns und unsere Erfahrungen im Leben hört.

    Welche Aufgaben haben die beiden gemeinsam?

    REBERNIK: Unsere gemeinsame Aufgabe ist es die Botschaft des Glauben in der heutigen Sprache weiterzugeben, in den Pfarren, am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft.

    Ihr Vorgänger Hans Putzer schrieb in seinem Abschlusskommentar, dass es die Pfarrerinitiative geschafft hat, aufzuzeigen woran es in der katholischen Kirche krankt. Außerdem fordert er eine Neudefinition des Verhältnisses Kirche und Moderne.

    REBERNIK: Die Pfarrerinitiative beurteile ich differenzierter. Es gibt sicher Punkte, die leichter lösbar sind und solche, die nur die Weltkirche lösen kann. Die Anliegen sind jedenfalls verständlich. Sie spiegeln Sorgen der Pfarrer und Gläubigen wider: die Überlastung der einzelnen Priester etwa oder die Frage der wiederverheiratet Geschiedenen. Dabei geht es derzeit in erster Linie um Deeskalation. Die KA wird mithelfen, dass die Kirche die Brücke zur modernen Gesellschaft schlägt. Die pilgernde Kirche besteht geleichermaßen aus den Gläubigen und dem Klerus.

    Die Katholische Frauenbewegung (kfb) plädiert für das Frauendiakonat und für den Empfang der Kommunion für wiederverheiratet Geschiedene.

    REBERNIK: Diese Anliegen, die die kfb formuliert hat, kann ich mittragen. Besonders die Frage der wiederverheiratet Geschiedenen ist ein wichtig. Die Frage ist von zwei Seiten zu betrachten: der des Rechts und der Barmherzigkeit. Christus selbst hat immer wieder seine Liebe über das Gesetz gestellt. Barmherzigkeit und einen Neuanfang müsste man jedem gewähren. Eine besondere Rolle fällt auch dem eigenen Gewissen zu!

    Welche Problemstellungen sind derzeit besonders dringlich?

    REBERNIK: Der Zölibat - so er mit dem Priestermangel in Verbindung ist! Er ist eher eine Frage, die die Betroffenen, also der Klerus, selbst klären müssten, ist er doch von Menschen eingeführt worden. Für die Laien zentral ist etwa die Seelsorge für die Gläubigen. Es ist ja so, dass Menschen, die Probleme haben, etwa nach dem Sinn ihres Lebens suchen, heute eher zu einem Psychologen gehen als zu einem Priester,

    Das heißt Priester brauchen auch eine psychologische Ausbildung?

    REBERNIK: Haben sie ja, aber das Hauptproblem ist die mangelnde Zeit, die Priester heute für die Gläubigen haben. Jeder Laie kann aber seinen Fähigkeiten entsprechned wesentlich zum Gelingen in der Kirche glaubwürdig beitragen. Glaubwürdigkeit ist wohl das Wichtigste dabei. Das ist eine der Ziele der nächsten Zeit – auch in Politik und Wirtschaft!

    Apopos Priestermangel: Haben Sie das Gefühl, dass Gläubige tatsächlich Priester und Laien schon auf die selbe Stufe stellen?

    REBERNIK: Nein, natürlich wollen die Gläubigen einen Pfarrer. Aber wenn es keinen gibt, werden Laien in der Pfarre mehr Aufgaben als bisher übernehem, Ausländische Priester etwa tun sich in unserer Gesellschaft nicht unbedingt leicht. Ich denke, die kulturelle Komponente ist nicht zu unterschätzen. Einige Aufgaben sind den Priestern vorbehalten, wie die Eucharisiefeier . Aber Wortgottesdienste, seelsorgliche Gespräche, Hoffnung schenken sowie wirtschaftliche oder organisatorische Belange können Laien übernehmen.

    Christen sollen Ihrer Meinung nach ?Salz der Erde“ sein. Was heißt das konkret?

    REBERNIK: An ihren Handlungen sollten sie erkennbar sein. Ein Punkt ist die Ehrlichkeit, dass man nicht korrumpierbar und nicht scheinheilig ist. Es geht auch darum, nichts unter den Tisch zu kehren. In der Familie gehört Treue dazu. Weiters geht es darum, den ganzen Menschen zu betrachten: Wenn etwa ein Arbeitnehmer seine Aufgaben schwer erfüllt, weil er familiäre Probleme hat, braucht er Unterstützung und keine Kündigung. Christen sollten Freude und Hoffnung ausstrahlen, staunen können, neugierig und mutig sein.

    Die KA will auch den innerkirchlichen Dialog würzen.

    REBERNIK: Es gibt Punkte, die wir hinterfragen wollen. Zum einen ?funktioniert“ die Kirche schon seit 2000 Jahren, doch Veränderung ist angesagt! Es gab immer Menschen, die eine Herausforderung für die etablierte Kirche waren, nicht nur Luther oder Franz von Assisi.

    Warum soll Glaube nicht Privatsache sein?

    REBERNIK: Gerade bei moralischen und ethischen Fragen soll die Kirche gehört werden: Ermunterung zu mehr Kindern, Förderung der Familie, Frage des Lebens, Nachhaltigkeit.

    Inwiefern müssen die Kirchen heute Leerräume auffüllen, die vom Staat nicht mehr gefüllt werden können – Stichwort Sozialbereich?

    REBERNIK: Für Menschen, die keine Anwaltschaft haben, müssen wir nicht nur, sondern wollen wir auch unsere Stimme erheben: Kinder, Behinderte oder Migranten zum Beispiel. Nicht zu vergessen, dass die Caritas als kirchliche Organsaition im Sozialbereich vorbildlich wirkt.

    Auch die Frage nach einem sicheren Arbeitsplatz wird immer wichtiger.

    REBERNIK: In der globalen Wirtschaft gibt es Arbeitsteilung, Wir sollten natürlich Arbeit im Land behalten. Arbeit heißt ja auch Sinngebung. Arbeitslosen ist zu helfen, für einen gerechten Lohn ist einzutreten und deshalb ist entsprechende Ausbildung unbedingt erforderlich, ebenso intensive Forschung und Entwicklung. Nur so können wir Arbeitsplätze und unseren Lebensstandard halten. Die große Kunst wird sein, nachhaltig zu leben, ohne den Lebensstandard wesentlich reduzieren zu müssen.

    Wie schaut es mit Kindern aus bildungsfernen Schichten aus?

    REBERNIK: Das Katholische Bildungswerk bietet Elternbildung an, um Mütter und Väter auf die Erziehung ihrer Kinder vorzubereiten. Was die Bildungsferne betrifft, muss man fragen, ob den Eltern selbst nicht der Mut genommen wurde neugierig und offen zu sein. Elternbildung ist längerfristig, Kinder aus bildungsfernen Schichten benötigen eine besondere Förderung jetzt! Ist der Wert von Bildung in unserer Gesellschaft hoch genug? Nein, noch lange nicht !

    Für die IV waren Sie Leiter des Forums für Innovation. Wo wollen Sie als KA-Präsident innovativ sein?

    REBERNIK: Die Definition von Innovation ist ,eine neue Idee wirtschaftlich umzusetzen und auch Gewinn zu erzielen. Für uns als KA heißt das also, neue Ideen zu haben, sie umzusetzen und zum Erfolg zu bringen. Die KA hat sehr erfolgreiche Teilorganisationen. Eine Innovation wird sein, diese besser zu vernetzen. Weiters geht es um koordiniertes Auftreten in der Öffentlichkeit, ohne die einzelnen Teilorganisationen zu entmündigen. Auch beim ?Diözesanen Weg“ der Steirischen Kirche, eingedenk des Konzils vor 50 Jahren bis zum 800 Jahr Jubiläum der Diözese im Jahr 2018 ,wollen wir uns einbringen und unsere Ideen umsetzen.

    Wie schaut 2012 ein typische KA-Mitglied aus?

    REBERNIK: Das ist ein Christ, der sich sich engagiert für die Gemeinschaft. Die Bereitschaft sich langfristig an Organisationen zu binden, nimmt leider deutlich ab. Das Engagement wäre jedoch wichtig, damit die Gesellschaft nicht auseinanderdriftet. Jeder, der sich bewusst einbringt, erfährt Freude und kann Fähigkeiten entfalten, die er im Beruf oft nie ausprobieren könnte. In diesem Sinn finde ich es sehr positiv, wenn Menschen in ihrem Ehrenamt auch projektorientiert arbeiten. Unsere Aufgabe wird darin bestehen, sie für weitere Projekte zu motivieren.

    Die DSG boomt, andere Unterorganisationen wie die KMB oder die kfb stagnieren, warum?

    REBERNIK: So generell stimmt dies nicht. Aber im Sport geht es auch um Erfahrungen im Grenzbereich. Die Freude an der Bewegung in der Gemeinschaft ist uns wichtiger als Spitzensport. Vielleicht hat das mit unserem Angebot zu tun? Alle Altersgruppen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen, aber auch Migranten und Gefangene werden von uns sportlich betreut.. ZB.: Integration : wir laden heuer zum dritte Mal je zwei afrikanische Familien zur Familienwoche ? Singen und Sport`ln am Millstättersee“ ein. So können Berührungsängste abgebaut werden. Jede Teilorganisation sucht und setzt sich Schwerpunkte. Wir im Präsidium wollen Anregungen, Hilfestellungen und Visionen geben.

    Mit Jahresende steht ein Bischofswechsel bevor...

    REBERNIK: Bischof Egon Kapellari sind wir sehr dankbar. Er hat die Diözese sehr umsichtig geführt. Wir wünschen uns einen Bischof der Mitte, der ausgleichen kann. Alle sollen in das Boot Kirche kommen, nicht nur eine Elite. Der neue Bischof sollte alle Steirer gut ansprechen und sich im akademischen Umfeld seiner Diözese gut bewegen können. Er soll die Diözese behutsam aber mutig weiterentwickeln. Wir wünschen uns einen Bischof, der die Arbeit der KA schätzt. Er soll natürlich - durchaus auch kritischen - Input geben.

    Dann muss er ein Multitalent sein...

    REBERNIK: Ja, aber ein Bischof kommt ja auch auf Hunderttausende Gläubige.

    Haben Sie einen Wunschkandidaten?

    REBERNIK: Wir werden uns überraschen lassen.

    Monika Schachner

    Fakten

    Die Katholische Aktion der Steiermark hat etwa 28.000 Mitglieder, 3000 ehrenamtliche Mitarbeiter und 60.000 Teilnehmer jährlich bei 2000 Veranstaltungen.

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