Bezirks- und Gemeindesuche
Kuh-Attacken: Eine unterschätzte Gefahr
Ein 44-jähriger Kärntner wurde auf einer Weide auf der Turracher Höhe schwer verletzt. Die Kuhherde wollte Kälber vor dem Schäferhund verteidigen. Zeugen griffen beherzt ein.

Foto © APA/Sujetbild
"Als Einheimischer", meint ein Polizist, "hätte er es schon besser wissen sollen." Aber auch Wanderer von auswärts waren gewarnt: Tafeln signalisieren auf einer Weide auf der Turracher Höhe, dass mit den dort grasenden Mutterkühen nicht zu spaßen ist. Ein 44-jähriger Turracher, überquerte sie mit seinem Hund trotzdem, wurde prompt attackiert und schwer verletzt.
Der auf der Kärntner Seite von Turrach lebende 44-Jährige war am Sonntag gegen elf Uhr mit seinem Alpinschäferhund auf einem Wanderweg talwärts unterwegs. Der Weg führt unterhalb der Gletschermühle über eine Wiese mit rund 20 Mutterkühen und deren Kälbern. Schilder weisen dort Wanderer darauf hin, besser Abstand zu den Tieren zu halten.
Mit seinem Hund an der Leine wollte der Kärntner die Weide überqueren. Als die Kühe auf ihn zustürmten, ließ der Mann seinen Hund wieder von der Leine, damit dieser flüchten kann. Doch sie gingen weiter auf den Wanderer los, auch nachdem der Mann zu Boden gestürzt war. Mehrere Wanderer wurden Zeugen der Szenen und griffen mutig ein, indem sie die Tiere verscheuchten und den 44-Jährigen aus der Gefahrenzone brachten.
Der Mann wurde durch ein Notarztteam erstversorgt und mit dem Rettungshubschrauber ins LKH Klagenfurt geflogen. Er erlitt einen Nasenbeinbruch, eine Wirbelverletzung und innere Verletzungen.
Schon im August 2010 war eine Oberösterreicherin bei einer Kuh-Attacke auf der Turracher Höhe verletzt worden.
So schützen Sie sich
Langsamer Rückzug
Gerät ein Wanderer in eine gefährliche Situation mit Weidetieren, sollte er Ruhe bewahren. Davonlaufen ist nicht empfehlenswert. Lieber mit einem Wanderstock oder Ähnlichem Drohgebärden machen oder laut rufen. Dann sollte man langsam den Rückzug aus der Gefahrenzone antreten - dabei aber nicht den Tieren den Rücken zuwenden.
Verhalten der Tiere
Das Drohverhalten von Rindern ist relativ leicht zu erkennen: Sie heben und senken den Kopf, gehen dann etwas in die Knie und schnauben. So riechen die Tiere, weil sie nämlich sehr schlecht sehen!
Bevor sie wirklich loslaufen, gehen die Rinder meist ein paar langsame Schritte nach vorn.
Unruhige Tierherde
Wenn eine Herde auf einer Almwiese Unruhe zeigt oder einzelne Tiere bereits einen Wanderer fixieren, sollte man unbedingt Abstand halten und lieber einen Umweg in Kauf nehmen. Geht man dann nämlich weiter, könnte man einen Angriff regelrecht provozieren.
Rinder sehen im Hund einen Feind
Hunde sollten Weidetieren nicht zu nahekommen und sie auf keinen Fall jagen. Der Hund wird von Rindern stets als Feind der Herde eingestuft, vor allem der Jungtiere. Daher greifen Muttertiere eher Hunde an. Der Hund sollte nur dann von der Leine gelassen werden, wenn ein Rind angreift. Der Hund ist schnell genug, um ausweichen zu können, und wendet so Gefahr vom Wanderer ab. Wie der aktuelle Fall zeigt, hilft das aber auch nicht immer. Experten raten: Hunde haben auf einer Alm nichts verloren.
Abstand halten
Weidenden Tieren sollte man nicht zu nahekommen und vor allem Kälber weder streicheln noch füttern. Sie könnten beim nächsten Wanderer dasselbe einfordern. Möglicherweise fühlt sich dieser dann bedroht. In der Folge könnte es zu einer gefährlichen Situation kommen.




















