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"Drei Beweise für den Gipfelsieg"
2010 sorgte Christian Stangl mit einem gefälschten Gipfelfoto für einen Skandal. Jetzt war er wirklich auf dem K 2: das erste Gespräch nach der Heimkehr mit der Kleinen Zeitung.

Foto © PrivatStangl sorgte 2012 mit einem gefälschten Gipfelsieg für einen Skandal
Herr Stangl, Sie sind soeben aus Islamabad angekommen. Wie geht es Ihnen?
CHRISTIAN STANGL: Ich bin müde, aber die Erleichterung ist nicht von der Hand zu weisen.
Am 31. Juli haben Sie auf Ihrer Homepage "K 2 Gipfel" vermeldet. Wie war die Besteigung?
STANGL: Kurz nach 16 Uhr habe ich den Gipfel erreicht - bei guter Fernsicht in jede Richtung. Es ist komplett überraschend gelaufen.
Inwiefern überraschend?
STANGL: Das Wetter im Juli war nicht so gut. Ich habe mich mit Adam und Marcin, zwei Bergsteigern aus Polen, zusammengetan. Wir konnten aber nur einmal im Lager II auf 6800 Metern übernachten. Unsere Idee war, Ende Juli zum Lager III zu gehen. Da das Wetter aber viel besser war als angesagt, haben wir direkt am 30. Juli einen Gipfelversuch gestartet. Obwohl wir wussten, dass wir uns nicht ausreichend akklimatisiert haben.
Was haben Sie gedacht, als Sie endlich auf dem Gipfel standen?
STANGL: Adam war bereits zu Mittag auf dem Gipfel, ich gegen 16 Uhr. Das hat sich alles in wenigen Stunden ergeben. Es war viel Glück dabei, das braucht man bei diesem Berg immer. Das Wichtigste war in dem Moment, die Beweise zu sammeln.
Nach Ihrem "eingebildeten" K-2-Gipfelsieg 2010 wollten Sie den Berg nur noch "mit Fußfesseln als Beweis" besteigen. Wie wollen Sie den Erfolg glaubhaft nachweisen?
STANGL: Es gibt einen Dreifachbeweis. Die Fußfessel habe ich tatsächlich mitgenommen - in Form eines GPS-Datenüberträgers. Das Gerät sendet alle zehn Minuten ein Signal, wo ich gerade bin. Beweis Nummer zwei ist der GPS-Track, also die elektronische Aufzeichnung meines Weges. Und es gibt das 360-Grad-Video, das 67 Sekunden dauert. Da habe ich mich am Gipfel im Kreis gedreht und zum Schluss die Kamera in mein Gesicht gehalten. Das Video wird auf meiner Webseite veröffentlicht.
Wie haben Sie die beiden Jahre nach dem K-2-Skandal erlebt?
STANGL: Seit 2008 war ich jeden Sommer in Pakistan, ich bin schon halber Pakistani (lacht). Natürlich war die Zeit für mich überhaupt nicht einfach. 2010 war ich ziemlich am Boden, 2011 nach dem gescheiterten Versuch fast noch mehr, weil ich gedacht habe, jetzt komme ich nie mehr rauf. Im Sport finden Erfolge und Niederlagen im Kopf statt, irgendwann fehlt der Antrieb.
Haben Sie Angst, dass Ihre K-2-Besteigung angezweifelt wird?
STANGL: Was andere sagen, ist mir nicht wichtig. Für mich ist der Gipfel gemacht. Kritiker gibt es immer.
Sie könnten der Erste werden, der die drei höchsten Gipfel aller Kontinente - die "Triple Seven Summits" - bestiegen hat.
STANGL: Mir fehlt nur noch der Mount Schchara im Kaukasus. Geplant war die Besteigung für September, vielleicht warte ich aber bis nächstes Jahr. Der wissenschaftliche Anspruch dabei macht mich ein bisschen stolz. Es geht darum, die Gipfel neu zu vermessen. Viele davon wurden erst selten bestiegen, am zweithöchsten Berg Ozeaniens war ich erst der achte Mensch. In Ozeanien und Afrika gibt es große Ungereimtheiten, welche tatsächlich die drei höchsten Gipfel sind. Um alle 21 der "Triple Seven Summits" zu bestimmen, werde ich auf 27 Bergen gewesen sein.
Wie sieht Ihre Zukunft aus?
STANGL: Ein Buch über die "Triple Seven Summits" wird es geben. Und ein Folgeprojekt in Richtung Geografie und Vermessung ist in Planung.
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Christian StanglFoto © APA























